Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 18.1900

Page: 161
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Organ für Geschichte, AltertumDiuiide,
Lullst und Lultnr der Diücese Kottendurg und der angrenzenden Gebiete.
Lseralisgegeben und redigiert von Amtsrichter a. D. Berit in KavenKünrg.
Beiträge, Korrespondenzen re., Rezensions-Exemplare, Tanschzeitschriften re. wollen
stets direkt an Amtsrichter a. D. Beck in Ravensburg, B estel lnngen und Neklamativnen an
die Expedition des „Deutschen Vvlksblatts" itl Stuttgart, Urbanstraße 94, gerichtet werden.

1900,

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M. 1.90 ohne Bestellgebühr; durch alle Buchhandlungen sowie gegen Einsen-
dung des Betrages direkt von der Expedition um M. 2.10 (autzerh.alb des
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noncen rc., welche der Richtung dieser Zeitschrift nicht znwiderlausen, werden von
der Expedition entgegengenommen und Pro Petitzeile oder deren Raum mit 15 Ps.,
buchhändlerische Beilagen, Prospekte rc. nach Uebereinkunft berechnet.


Die GeicWabtei Weingarten 0.3. L.
im französischen II eher sali ?c.
Nach dem Tagebuch des ?. Joachim Kramer
zu Weingarten.
(Fortsetzung.)
Am 31. August entsteht auf einmal der
Lärm, der Waffenstillstand sei aufgekündet
und wirklich gingen svgleich Ordonnanzen
nach allen Gegenden, wo Soldaten liegen;
alles soll aufbrechen.
Den 1. September ist das Militär in
voller Bewegung, alles marschiert vorwärts.
Hieher in den Flecken kommen zwei Com-
pagnien, denen das Gottshaus Fleisch auf
den Mann 1 Pfund und Brot 1 ^2 Pfund
abgiebt. Im Kloster quartiert sich ein
Brigadeches mit einige» Offizieren samt
Bagage und Bedienten ei». Der Chef
sagt uns, er wolle im Kloster einen recht-
schaffenen und wackeren Offizier bei der
Bagage lassen, welchem er die strengste
Ordre gebe, daß er uns in keinem Stück
etwas zu Leid geschehen lasse. Wir wollen
sehen. Im Flecken werden 30—40 Mann
als Wache Zurückbleiben.
H. O.-Amtsrat schreibt mir aus Alts-
hausen, daß er nach Biberach reise, um
dort die 519 Bontellieu Branntwein zu
accordureu, denn soviel müsse Weingarten
mit Zuzug Bainds bis morgen um 8 Uhr
nach Biberach liefern, von wo die Truppen
nach Bayern marschieren müssen.
Ans Lindau frimmt man für uns bei
Oberst Nennant zu Ravensburg eine Exe-
kution au, weil wir nickt geliefert hätten;
das nämliche ist auf Heiligenberg und
Eglofs gemünzt. Zum Glück war ?. Atha-
nas bei Nennant, dem er noch 10 Louis-
dor von den accordierten 40 abschwätzt,

und leitete die Sache dahin, daß die Exe-
kution etwas verschoben wurde.
H. O.-Amtmann zeigt das neulich zu
Augsburg erhaltene inlridilorium dem
Rennant, welcher auratet, man solle sich
sogleich zu Lindau um eine Gegenordre
bewerben, er könne hierin nichts thun.
Um aber uns mit Truppen nicht zu über-
häufen, wolle er die Musikanten, welche
wir schon haben, als Exekution mit dem
bisher genossenen Traktement, aber täglich
1 kleinen Thaler Löhnung, gelten lassen.
H. Frings referiert von Augsburg, daß
er unsere Estafetten bekommen und den
gehörigen Gebrauch von den nachgesandten
Rccepisse gemacht habe.
Ob die Spitalrcquisitionen an der Geld-
kontribntion abgerechnet werden dürfen, sei
noch nicht entschieden, H. Kanzler Schott
(von Ochsenhausensi glaube es nicht. Auch
legt H. Frings die neue Requisition bei,
die aber noch nicht publiziert ist. Die
Requisition ist folgende:
Kern 34 000 Ztr. oder 7 fl. 30 kr.
pro Ztr.
Roggen 11000 Ztr. oder 5 fl. pro
Zlv-
Heu 30 000 Zcr. oder 3 fl. 30 kr.
pro Ztr.
Haber 18 000 Säcke oder 8 fl. 30 kr.
pro Sack.
Ochsen zu 450 Psd. 2400 Stück oder
24 fl. pro Ztr.
Das Fleisch muß alles ins Hauptquartier,
die übrigen Naturalien nach Mindelheim,
Memmingen, Dillingen, Donanwörth, Nörd-
lingen, Augsburg, Lindau.
Ferner langt aus Lindau vom General
Molitor und dem Kriegskommissär La-
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