Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 18.1900

Page: 97
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GrrMi für Geschichte, MterruiilDiinde,

Iittirst und Kultur der Diöcese Gotteudurg und der imrirenzeirden Gebiete.
therausgeaeben und redigiert von Amtsrichter a. D. Wecti in rliavrilpburg.
Beiträge, Korrespondenten rc., N e z e n s i o n s - Exe mp la re, Tauschzeilschristeu rc. wollen
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L'ulraK Härvcr, Wravst van Waldsee
lind Meustifr — ein Veilrag zur Ge-
schichte de-, GlictrherriisliftesWaidsee.
Von Amtsrichter a. D. Beck.
An einer auch nnr cinigcrniaßen genügen-
den Geschichte deö im Jahre 1181 durch
Zdaiser Friedrich I. den Hohenstaufen gesiifte-
len, im Jahre 1788 durch Kaiser Joseph II.
ansgehobelien (übrigens nie reichsnnmittcl-
bar gewesenen) regulierten Augnstiner-
ch vrh crr» st i ft e S zu St. Peter in
Waldsee, dessen Archiv spurlos ver-
schwunden nnd wieder zu entdecken bislang
nicht geglückt ist, gebricht eS noch immer.
Dem schon früher im „D.-A.", IV, 1886, !
S. 60, in Anbelrachl der Dürftigleit deS
zurzeit vorliegenden GesehichtSmaterialeS
ausgedrücklrn Wunsche nach Sammlung
von historischen Notizen ec. über dieses
Kloster möchten auch wir etwas entsprechen,
wenn wir anö der Geschichte dieses Gottes-
hauses die NegiernngSzeit des Doppel-
prepsteS L. H ärber (1483 — 1503) Heralls
greisen und hiebei nnö über seine Bezieh-
ungen zu dem im Jahre 1173 entstandenen
Kloster gleichen Ordens zu Nenstift in
Tirol (größtenteils nach der ziemlich seltenen
Schrift des Ncn stifter Chor Herrn Phil. P ü l l:
Nachrickt von allen Pröpste» in N. ec., Bri-
pen bei Jvh- Kassian Kraps, 1 768, 95 SS.)
verbreiten. -Vv» 1467 bis 1483 war in
Nenslist Leonhard Waffner Propst, bis um
daS Jahr 1478 Simon Nothfipl Dechant,
welch letzterer dann wegen Nachlässigkeit
seines Amtes entsetzt wurde nnd hernach
zwei Jahre an dem Hofe Georg», Bischofs
von Bripen, seines besonderen Freundes,
sieb anshiclt. Nothfirl soll, gleichsam um
sich an Propst Waffner zu räche», mit

Bischof Georg beständig dein LandcSfürsten
Erzherzog Sigismund in den Ohren gelegen
sein, das; ;c. Wassncr als ei» Mann von
hohem Aller nnd ganz gehörlos für nn-
tanglich zur ferneren Negierung erklärt nnd
von derselben abgcsetzt werde. Daher schrieb
im Jahre 1480 der Landesfürst von Meran
ans am Mittwoch nach St. UlrichStag dem
Bischof als seinem Nat, er möchte Ln ca in
Harber (auch Harber, Herber, Horcher,
von Horben rc.), regulierten Chorherrn im
Kloster Waldsee, ans einem adeligen
Hanse von Ringe lsperg, auch Ningen-
berg rc. gen., in der früheren österreichischen
! Herrschaft Hoheneck in Obcrschivaben (jetzt
im kgl. bahr. Bezirksamt Lindau) zu einem
Koadjutor deS Nenstister Propstes befördern,
welchem Ansinnen Propst nnd Kapitel aber
alsvbald znr Antwort gaben, das; Härber
nicht Chorherr von Nenstift sei.') Da die
') Die von H orbcn, Horber, Ha(ä)rber re.
(Horwue) sind ein altes, schon im 12. Jahrhundert
vorkomincndcs Allgäuer Dienstmnnnengeschlecht,
welches in frühere» Zeiten außer seinem Stamm-
sitz Horben Besitzungen in nnd um die Pfarreien
Waltershofen, Gestraz und Mayerhofen, zu Alt-
ringenbcrg, Straß, . Vogelfang, Reiten, Stocken,
Linden, Dannen, Hübcrs nnd wohl auch zu Langen
nnd Rechtis hatte. Schon um das Jahr 12l0
kommt ein Dietrich von Horwen als Zenge in
einer Kloster Weissenauschen Küterkaufsnrkunde
vor. Rudolf von Horwen, der alte, erscheint (nach
Vochezer, Gesch. des Hausys Walvburg re. I,
S. 366) als Mitbürge in einem Kaufvertrag
zwischen Otto 1. Truchseß zu Trauchburg und dem
.Kloster Weingarten über des erstcre» Güter zu
Ausnang vorn 31. Oktober 1339. Dietz, der
Herber, vordem Vogt von Eglofs, wurde 1397
Bürger der Reichsstadt Ravensburg. Seit dem
13. Jahrhundert wohnten die von Horben auf
Ringcnberg und nennen sich „Horber zu ist.",
„von Horben zu ist." und besaßen neben der
niederen Gerichtsbarkeit über ihre Besitzungen um
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