Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 18.1900

Page: 49
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Ar. 4.
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IS.
atz«.

Eur Vorgeschichte der Union.
Von Staatsarchivar vr. Th. v. Liebenau.
Als es galt die deutschen »katholischen
Fürsten znin Bunde gegen die Katholiken
zu bewegen, wurden zahlreiche Schriften
verbreitet, welche in kräftigen Zügen die
gemeinsame Gefahr schilderten nnd auf die
Pläne der Gegner hinwiesen. Eines der
interessanteren Dokumente trägt die Auf-
schrift: Bcrathschlagung nnd Hauptpunkten
der Bäptischen verbündnns wider die Ne-
formirten. Darinnen fürnehmlich von
widcreinführnng der Bäbstischen Religion
in Teütschland gehandlet würdt. Nom
1602.
Herzog Friedrich von Württemberg versah
das ihni zur Zeit des Regensburger Reichs-
tages 1603 zngestellte Exemplar mit Rand-
glossen, die allerdings sehr kurz sind, aber
doch den eigentümlichen Standpunkt dieses
Fürsten in den Neligionsstreitigkciten jener
Tage genau darlegen. Man sieht aus
diesem Aktenstücke, welche Bedeutung man
dem Herzogtum Württemberg im katho-
lischen Lager beimaß, wie die Optimisten
ans unbedeutenden Vorkommnissen gleich
Schlüsse ans den baldigen Ucbertritt des
Herzogs zur katholischen Kirche zogen nnd
wie der Herzog das über ihn gefällte Ur-
teil ansnahm. Die Geschichte jener Tage
ist in neuerer Zeit so oft besprochen worden,
daß eS überflüssig wäre, auf den Inhalt
näher einzntrcten.
Das hier folgende Aktenstück gehört zu
jener Serie von Dokumenten, die im 17.
Jahrhundert von einem württembergischen
Konvertiten ans dem Staatsarchiv in Stutt-
gart enthoben nnd nach 1637) dem Nnn-
tinS in Luzern geschenkt wurden. Ans dem ^

Archiv der päpstlichen Nuntiatur kam das-
selbe ans Siaatoarchiv Luzern.
Zur Charakterisierung des Herzogs von
Württemberg dienen auch die Glossen, die
derselbe znm Entwürfe jenes Schreibens
beifügte, mit welchem den 6. Jnni 1607
Landhofmeister, Kanzler nnd Vizekanzler
die Ablehnung des von den Gcneralstaaten
vorgeschlagenen Bundes gegen das Hans
Oesterreich und Spanien beantragten:
„plnceb, wie wol wir lieber ein concepd
halten gehabt, das Inen wol besser vnd
scherpfer gewest wer, weil sie ihren ange-
bornen Hei reu vnd andern gesetze geben
wollen vnd doch sie nicht halten."
Vom Zustand der Religion in
Teütschland t.
Nach dem das gantze Teütschlandt zne
dieser unserer Zeit in so viel und man-
cherlei) Fürstenthumb zerteylet, nnd zerris-
sen, das es die gestaldt nnd Maicstätt
eines Keyßerthumbs oder Monarchien
nunmehr fast gantz und gar verloren,
So halten wir darfür, eS werde fast
schwer und schier nnmüglich sein, durch die
einige hülfs und beistandt deS Keyßers, die
Römische Catholische Religion, von wel-
cher nun bei sechtzig Jahren hero viel
Fürsten, Herrn und sürnehme Stedt dieser
mechtigen Provintz, durch eingeben des
leidigen Teüffels, schendlich abgewichen
sein, in die Teütsche Land widernmb ein-
zusühren.
Dieweil aber der allcrhciligste Walter
der Bapst (deine in sonderheit obligt vnd
gebühret, sorg zu tragen, welcher »lassen
die catholische Religion weit nnd breit
möge vortgepflanzet werden) solch Vorhaben
vnd werk zu befirdern sonderlich gemeint,
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