Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 18.1900

Page: 119
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nichts rc.; schauet »in Geflügel, Fische,
Zucker rc., und wenn ihr nicht zurecht
kommen wollet, werden wir eure Ochsen,
Kühe ic. verknusen lassen, um das herbcizn-
schnffen, wnö wir verlangen.
(Fortsetzung folgt.)
Geschichte deF Lyeateich ili Alm.
Von Theodor Schön.
(Fortsetzung.)
1782 gab cs eine Festvorstellnng: Die
verteidigten und geheiligten Gelübde, bei
dem 50jährigen Jubiläum der Erneuerung
der Ordensgelübde des Herrn Abts und
Prälatö Gregor, Seiner Kaiserlichen Maje-
stät Rat und Erbkaplan den 29. Herbst-
nwnat fcievlich abgesnngen von der Wengen-
scheu Musik.
H o lzhe n nennt dieses Stück dramatisch.
Die Musik war von Lederer.
Gewiß hat Holzheu mit seinem Ur-
teil recht.
Dieses mögen die Worte dieses Stückes,
die zugleich als eine Probe Ledcrcrscher
Dichtung dienen, selbst beweise»,
l. Teil. Die verteidigten Gelübde.
Personen: Montan, ein After-Katholik.
TheophilnS, ein katholischer Theolog.
Montan: Ich sehe nicht, warum man so
viel Wesens macht:
Hat einer 50 Jar im Kloster zugebracht;
Da ist ein Stolz, ein Prangen, ein
Jubilieren —
Schier zum krepieren.
TheophilnS: Mein Herr! nicht gar zu laut.
M ontan: Ei was — mein Wort ist nicht
auf Sand gebaut.
Thevphilus: Was will Er denn an
diesem Orte sage»,
Wer hat ihn hergeschickt, was hat er
vorzutragen?
Montan: Jzt predigt jedermann, der
Priester und der Lai.
TheophilnS: Ja leider! man verkauft
für voll ein leeres Ei.
Auch er ist nicht der Beste.
Montan: Beim Sapperment — weil sich
die Jubelfeste
Ans die Gelübde gründen,
So kann ich keinen Grund zum Jubel
stnden.
TheophilnS: Hat er Verstand?
Montan: Ich bin kein Kind,
Ich will ihm sagen, was Gelübde sind.

TheophilnS: Und das weiß Er? will
hören —
Montan: Der Peter Märtyrers soll
Ihm die Wahrheit lerc»,
Sein Buch Hab' ich studiert.
Thevphilus: Will hören, wie er seine»
Quark probiert.
Duett.
Montan: Freiheit, Freiheit, Freiheit.
Christus ist für uns gestorben,
Und sein Tod hat uns erworben:
Freiheit, Freiheit, Freiheit.
Voten aber sind ein Joeb.
TeophilnS (resümiert): Christus ist für
uns gestorben
Und sein Tod hat u»S erworben —
Montan: Freiheit, ja ich sag es noch.
TheophilnS: Freiheit, aber was für eine?
Montan: Jene Freiheit, die ich meine,
Ich und Peter Märtyrer.
TheophilnS: Peter ist ein Narr, wie er.
Anders leret nnS Sankt Paul?)
Montan: So — ich Hab' noch andere
Waffen,
Ohne daß ich raufe,
Wie ist jener Bund beschaffen,
Jener Bund der Taufe?
Er ist der vollkommenste
Weg mit Voten — Doktor, he! .—
Fest sind wir mit Gott verbunden
Durch die Taufe — überwunden.
Theophilus: Freiheit, Freiheit, Freiheit.
Nach der Taufe bleiben Dinge
Noch in meiner Willkür steh'n,
Güter, die die Weltwitzlinge
Nur mit schielem Auge seh'n,
Will ich (es ist kein Gebot),
Kann ich diese Güter Gott
Und mich seinem Dienste weihen.
Montan: Ein Geschwätze, möchte speien.
Peters Buch gibt Ihm den Druck.
Thevphilus: Peter ist ein Mameluck.
Montan: So, so, izt geh'er nur nach Haus.
Der Streit ist noch nicht aus.
Ich bin noch lange nicht im Sacke.
Erst fällt mir ein, wie ich Ihn packe.
Theophilus: Das will ich seh'n.
') Petrus Aermigli, genannt Martyr, geb.
8. Scpt. 1500 in Florenz, P 1t!. Nov. 1502,
Prior des Klosters St. Frediano bei Lucea, siel
1512 ab vom katholischen Glauben, schrieb 155!»
cleteirsio oä Linz-lliaei lidros Ue coelidstu sacer-
Uotum et votis monaedicis.
0 Römer VI, 18: Ihr seid von der Sünde
befreit und seid Knechte der Gerechtigkeit geworden.
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