Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 18.1900

Page: 144
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dioezarchivschwab1900/0151
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
144

steht die Jarzahl 4489. lilsus Lutem orutic, ex-
,,ressL est am Bogen gleich ob ihm mitt großen
güldineil litsris in CLcruleo:
Maria, reine Magd!
Mein Laid sy dir geklagt.
Ich Han verzehrt mein Lust
und junge Tag nmbsnst.
O Welt nach dir gebildt
ist hie min Helm und Schilt,
die nun verlausten mich.
Daran gedenck und sich!
Vom Adel hie geborn,
hüt dich vor Gottes Zorn!
Bist je gewesen werd,
so wirst doch Stob und Erd.
Waz ich je jung und frp,
mpn Alter ist erbp.
Ich hön gelebt fnrwar
jez zwap und sechzig Jar
der Welt zu lieb in Sünd.
Niaria, Litt diu Kind
in siner Majestät
für all min Mistethat!
Füruß, als lang ich leb,
mich dein Genad umgeb!
Hernach, wann ich gestirb,
mir ewig Fröwd erwirb!
Dieser Georg oder Jörg v. Sachsenheim
nennt sich 23. April 1490 „zu Stuttgart ge-
sessen". Th. Schön.
Hans Steinmetz von Maulprun —
wohl ein Angehöriger der früheren Maulbronner
Steinmetzenhütte, erscheint um das Jahr 1657 ff.
in herzogl. Pfalz-Zweibrückenschen Diensten. Nach
dem in den „Mitteilungen des historischen Vereins
der Pfalz" XXI. (S.'82) 1897 veröffentlichten
Verdingungsvertrag von Mariä Lichtmeß 1557
soll er 1. zu Zweibrücken sich häuslich nieder-
lassen und als ein Werkmetz auf Erfordern dienen,
es seien Neubauten anzuschlagen und zu machen
oder alte zu bessern; 2. dafür erhält er (er ist
für 10 Jahre zunächst bestellt) 6 sl. 6 M. Korn,
Os Fuder Wein und Hofkost; 3. er soll während
der Zeit einen freien Sitz haben wie anderes
Hofgesinde zu Zweibrucken; wenn er aber ein
Gewerbe anfängt, soll er sich mit den Bürgern
daselbst der Gebühr nach vertragen; 4. wenn er
verschickt wird, bekommt er ein Pferd. Dauert
es nur drei Tage, so erhält er keinen Lohn;
wenn nicht, so bezieht er Hoftost: für sich an
Sommertagen 3 old., für den Gesellen 18 I).,
im Winter für sich 18V., für den Gesellen 12 O.
Sonst bekommt er, wenn er Vorrechts (im ge-
wöhnlichen Accord) arbeitet, für sich im Sommer
4 Blappert, für den Gesellen 10 Lr.; im Winter
für sich 8 Xr., für den Gesellen 7 Xr.; 5. er darf
zwei junge „Bubenarbeiter" halten, die im ersten
Jahr Halbgeselltnglohn und dis anderen vier Jahre
Ganzgeselltaglohn erhalten; 6. wenn er nicht
selbst in der Hütte sein kann und man einen
Pnlier haben muß, so soll demselben an Sommer-
tagen 2 1>. gegeben werden; 7. im Sommer soll
man um 4 Uhr morgens an der Arbeit sein, um
7 Uhr Stunde zur Suppe, von 11—12 Uhr

zum Imbiß, abends um 3 Uhr Os Stunde zur
Abendzehr frei haben und nachts nach 7 Uhr nb-
gehen. Im Winter soll man mit Tagesbeginn
zur Arbeit anstehen, um 9 Uhr 1 Stunde zum
Imbiß, um 2 Uhr Os Stunde zur Abendzehr
haben und an der Nacht abgehen. -ell.
Der von uns im „Diöcesnn-Archiv" XVI, 1898
S. 88 gen. Großhändler Christoph v.Furten-
bach in Genua findet sich auch in einem Be-
richte des kaiserlichen Gesandten in Madrid, Hans
Freiherr» v. K h e v enhüller vom 30. April 1601-
an Kaiser Rudolf II. über seine Bemühungen
wegen Ankaufs von Diamanten und zweier Ge-
mälde von Correggio folgendermaßen,erwähnt:
„. . . . das sankt Johansgemel, so eur kais. maj.
ich vor gueter zeit gehorsamest verert, ist allberait
Cristoffen Furtenpach zue Genoa ge-
istert worden, eur kais. maj. etc. werden aller-
gnedigiste Verordnung ihnen, damit bei ihnen
demselben nachgefragt vnd hinaus remittirt werde.
Ist nin schön stuck, hoffe soll? eur kais. maj. aller-
gnedigist wolgesallen." -ell.

LirrerarischeF.
„Der Burgwart. Zeitschrift für Burgen-
kunde und das ganze mittelalterliche Befestigungs-
wesen" beginnt mit der uns vorliegenden Juli-
nummer seine» zweiten Jahrgang (Preis jährlich
5 M., Verlag fürs Deutsche Haus, C. A. Kroll-
mnnn u. Co., Berlin IV. 50, Schaperstraße 5).
Diese empfehlenswerte Monatsschrift hat es sich
zur Aufgabe gemacht, Kenntnis und Verständnis
für den geschichtlichen und künstlerischen Wert
unserer deutschen Burgen zu verbreiten und nach
Möglichkeit zu erreichen, daß diese Zeugen dentscher
Vergangenheit vor dem Verfall bewahrt oder
durch sachgemäße Bauarbeiten in besseren Zustand
gesetzt werden. Diese Ziele verfolgt der „Burg-
wart" durch Veröffentlichung größerer Aufsätze
historischen, architektonischen und kulturgeschicht-
lichen Inhalts, die durch zahlreiche gute Illu-
strationen. geschmückt werden, während in einer
Rubrik „Burgenschau" über alle Vorgänge auf
dem Gebiete der Burgenkunde berichtet wird.
Das hübsch ausgestattete Blatt ist Organ der
„Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen",
welch letztere, wie aus der vorliegenden „Burg-
wart"-Nummer hervorgeht, in den 10s Jahren
ihres Bestehens bereits eine sehr umfangreiche
und von Erfolgen begleitete Thätigkeit in allen
Teilen Deutschlands entfaltet hat. Die Be-
strebungen der Vereinigung und des „Burgwarts",
die von oben und von den Behörden in erfreu-
licher Weise gefördert werden, verdienen es aber,
noch in immer weiteren Kreisen des deutschen
Volkes, wo sie sicher überall Anklang finden
werden, bekannt zu werden. Wegen der Mit-
gliedschaft (Beitrag 10 M. jährlich, einschließlich
kostenfreier Zustellung des „Burgwarts") wende
man sich an den Schriftführer Bodo Ebhardt,
Grunewald-Berlin, Jagowstrahe 28 a, wegen
kostenloser Zusendung von Probenummern des
„Burgwarts" an den Verlag.

Stuttgart, Vnchdruckeret der Akt.-Ges. „Deutsches Volksblatt".
loading ...