Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 18.1900

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i Ihm folgte 1762 wieder ein Stück, dessen
Schauplatz das ferne Japan war, nämlich
„die kindliche Liebe in Japan", ein Schau-
spiel, vorgestellt in dem befreiten Stift- und
Gotteshaus von St.Michael der regulierten
Chorherren deö heiligen Augnstini in Ulm
von der daselbst studierenden Jugend den
2. und 6. September mittags 1 Uhr nebst
einem Singspiel von Tobias. Die Musik
war von Joh. Georg Niederländer
(geb. 8. Mai 1736 in Launigen), welcher
12. Oktober 1755 Profeß im Wengen-
kloster that, vorzügliche Kenntnisse in der
Musik hatte und 6. März 1794 starb.')
(Fortsetzung folgt.)
TitteraeischeK.
Genealogie der Ritter v v n >H e n z l c r
Edlen von Lehnensburg nebst Sta m m -
tafeln gleichnamiger und verwandter
Geschlechter. Nach dem vom quittier-
ten königl. bayerischen Hanptrnann
Eduard Ritter von Henzler Edlen von
Leh nens burg g es amme ltsn Nachr ich t e n,
f ü r d e n D r u ck b e a r b e i t e t v.o n A l e x a n d e r
Freiherrn von Dachenhausen. Brün»,
Druck von Friedr. Jrrgang 1898. Das vor-
liegende, hübsch ausgestattete Werk ist der Ge-
schichte einer aus Mühlheim an der Donau,
OA. Tuttlingen, stammenden, einst im Dienste
der Grafen von Montfort gewesenen, in Bayern:
domizilierten, adeligen Familie gewidmet. Das
Erscheinen desselben ist um so mehr mit Freude
zu begrüßen, als es außer mit der Familie
Henzler sich mit der Genealogie mehrerer an-
derer, meist oberschwäbischer adeliger Geschlechter
beschäftigt und bisher der oberschwäbische Adel
gegenüber den: unterschwäbischen von den For-
schern entschieden vernachlässigt worden ist.
Die Reihe dieser oberschwäbischen Geschlechter
eröffnen die Meriet v. Trenheim, einst
im Dienste des Reichsgotteshauses Weingarten.
Ein Sohn des nobilierten Weingarter Rats nüd
Knnzleiverwaltcrs Franz Joseph Merlet. Joseph
Maria Merlet v. Trenheim war 1778 reichs-
städtisch Ulmischer Pflegkommissär vom Pflegamt
Nesselwang; Franziska, seine 1784 geborene
und 2V. November 1842 gestorbene Enkelin, hei-
ratete den Königlich bayerischen Regierungsrat
Friedrich Anselin v. Breuning.
Dann folgt sine bayerische Familie v. Petten-
kofer und eine Familie v. Böck, deren Ahne in:
Dienste des Klosters Elchingen stand. Ein Sohn
des nobilitierten Karl Leonhard v. Boeck, ge-
boren 2. November 1762 in Deissenhausen, starb
9. August 1828 als Exkonventual des Neichsstifts
Neresheim.
') Anmerkung der Red. Nach einen: in
der „Theologischen Quartalschrift 1879", 61. Bd.,
S. 476/77 veröffentlichten Pcrsonalverzeichnis des
Wengenstifts wäre Niederländer bei der 1802/3
erfolgten Aufhebung stoch an: Leben gewesen.

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Dann folgt die Familie v. Alb in:, deren:
Ahnherr Kanzler des Reichsstifts Salmannsweiler
war, hierauf die Familie v. Weickmann, einst
in: Dienst des Neichsstifts Gutenzell. Der Ver-
fasser fügt die Genealogie des gleichnamigen Nlmer
Geschlechts Lei.
Hierauf folgt die Stammtafel der bürgerlichen
Familie Merk aus Ummendorf, OA. Biberach,
der ungarischen Familie Fodor de Sznlla
(Kraus v. Salla), der bayerischen Familie v.
Hngn und Großschedl.
Man sieht, welch' reichen Stoff das Werk
bietet, namentlich zur Geschichte der oberschwü-
bischen, geistlichen Territorien. Bon den mit der
Familie H enzler gleichnamigen Familien fesseln
das Jütcresse die gleichfalls aus Mühlheim an
der Donau, OA. Tuttlingen, stainmenden de.Henzlcr
in Italien und die aus Kaltbrnnn an: Bodensee,
Pfarrei Allensbach, stammenden Henzle r in Kon-
stanz, sowie die Ulmer Henseler und die nlt-
württembergischen Hensle r.
So bietet dis Arbeit reiches Material zur
schwäbischen Familiengeschichte nur so mehr, weil
die urkundlichen Belege nicht ermangeln. Sorg-
fältig ist das Work ausgearbeitet und inacht den:
Sammler und Bearbeiter alle Ehre, wie nicht
minder die Witwe des ersteren, Pauline, geborene
Freist: v. Großsche del, welche die Drucklegung
ermöglichte, sich nicht nur um die eigene Fa-,
milie, sondern: um die Geschichte Oberschwabens
ein entschiedenes Verdienst erworben hat. Mögen
andere oberschwäbische Geschlechter ihrem Beispiel
folge,: und immer mehr Licht in die Vergangenheit
des oberschwäbischen Adels fallen! Th. Schön.
MiFcelle.
Georg Burrer war gegen Ende des 16.
und den erste,: Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts
ein berühmter Elfen b e i ns ch n itz er zu Stutt-
gart. Von seiner und des Stuttgarter Uhrcn-
machers Georg Ernst kunstfertigen Hand besitzen
die k. k. Sammlungen zu Wien: Vitrine XIII
des Saales 22 unter Nr. 110 (S. 187 des Katal.)
eine Elfenbeingalerie mit zwei Reihen Ru-
derer, die gleich den Rädern, auf denen das Schiff
lauft, durch ein Uhrwerk in Bewegung gesetzt
werden. Dieselbe Sammlung (Nr. i.7 derselben
Vitrine) besitzt von Burrer auch noch einen
Elsenbeinpoknl mit dein Namen, Wohnort, der
Jahrzahl 1616 signiert. U c st.
_Annonce._
ß Verlag von Ferdinand Schönings» in
Paderborn.
Funk, vr. F-. A., Univ.-Prof. Kist-
chengeschichtl. Abhandlungen
NNd Untersuchungen. Zweiter
Band. V. u. 483 S. gr. 8. br. Mk. .8.
Der größte Teil der teilweise als eine
neue Arbeit sich darstellenden Abhandlungen
fällt in das Gebiet der altchristlichen Litte-
raturgeschichte; die Abhandlungen verteilen
sich nach ihren: ersten Erscheinen auf mehr
als ein Vierteljahrhundert.

Siuttgart, Buchdrmkerei der Akt.-Tlf. „Deutsches Volkslüatt".
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