Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 18.1900

Page: 93
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von Ulm, Pfarrer in Stetten a. d. N.,
der von Jugend ans im Lateinischen n»d
Griechischen erfahren, zn seiner Ausbildung
Bayer», Württemberg, Thüringen, Franken
und Sachsen durchwanderte und eine Bib-
liothek von weit über 300 Büchern besessen,
omnis^enerm e^re^im cocstciveis referknm
und sie durch eigene Arbeiten bereichert
habe. Eö heisch von ihm, er sei gewesen
in stcle catlrolica trrmrm, in cioctl inrr
prnecipnns, in inclristria Kunrnrns. Leider
reicht der Raum nicht, die Schriften dieser
Männer anfznzählen. Der hochverdiente
Abt Heinrich Klans legte, da er durch
hohes Alter geschwächt und durch bestän-
diges Lesen des Augenlichts beraubt war,
im Jahre 1550 seine Würde in die Hände
des Konvents nieder und starb am 13. Au-
gust 1551.
In den IlistorlL.i ist u. a. be-
richtet, daß an Weihnachten 1521 so warmes
Wetter war, das; einige in der Noth badeten
und der ganze Winter sei unter solcher Wärme
vorbeigegangcn, und das; darauf ein fruchtbares
Jahr ohne Gewitter bei sehr billigen Lebens-
mittelprcisen gefolgt sei.
Im Jahr 1549 sei in der Stadt Konstanz, die
im gleichen Jahr vom Luthertum zur katholischen
Kirche zurückgckehrt sei, eine Synode gehalten
worden, wobei sich Abt Heinrich durch den Abt
Gerwik von Weingarten vertreten ließ und ihm
seine Fakultät und Jurisdiktion übertrug.
Endlich dürfte Interesse beanspruchen, daß der
Annalist ein altes Jahrtngsverzeichnis ,e Ldiecka
per^amena" von Anfang des >6. Jahrhunderts
entdeckte, in welchen; bereits 55 Jahrtnge aufge-
führt werden.
(Fortsetzung folg«.)

O. Der Lost deF Herzogs Aarl
Alexander van Württemberg.
In der „Besonderen Beilage Nr. 5
und 6 des StaatSanzcigers für Württem-
berg" vom 10. April kommt ein Artikel
unler der obgenannten Aufschrift ans die in
Nr. 2 u. 3 dieser Blätter erschienene Ab-
handlung: „Aus den Tagen der Regent-
schaft in Württemberg" in der Rich-
tung ans die Todesursache des
Herzogs zn sprecht», und beginnt da-
mit, daß wir die in neuerer Zeit wieder
von der „Allgem. Konservat. Monatschrift
für das christl. Deutschland" gebrachte
Nachricht von der Ermordung (Ver-
giftung) des Herzogs durch die
Land stände, bezw. deren Sekretär,
„zwar nicht als erwiesene Thatsache, aber

dock in einer Weise behandelt haben, daß
sie in ndestcns als sehr glaubhaft erscheinen
soll". So weit sind wir nun nicht ge-
gangen, und berufen wir uns dafür, um
nicht schon Gesagtes wiederholen zu müssen,
ans unsere Darstellung. Wir haben zu-
nächst im allgemeinen von der Zähigkeit
und der Andancr dieses Gerüchtes ge-
sprochen und dazu bemerkt, wie dasselbe
nun ans einmal durch, die in dem genannten
Organe ausgestellte bestimmte Behaup-
tung vo n derE r m o r dnng de S H e r-
zogS, ivobei sogar der Thäter be-
zeichnet wurde, neue Nahrung be-
komme! Wenn der „Urheber" jener Auf-
sehen erregenden Behauptung „nirgends als
ernsthaft und unterrichtet" genommen wor-
den sein will, so muß man sich nur un-
gemein darüber wundern, daß ein so altes
angesehenes und verbreitetes deutsches Or-
gan wie die „Allgem. Konservat. Monal-
schrift", einer so ungeheuerlichen Behaup-
tung ihre Spalten geöffnet hat! Auch hätte
eine solch' scbwere, in einer bekannten
öffentlichen Zeilschrist ausgesprochene Be-
schuldigung, wenn „an derselbe» kein wahres
Wort sein soll", bei aller Niederschätznng
des erst jüngst verstorbenen Verfassers
(d. i. des Ön. Adolf Zahn, langjährigen
Pastors der reformierten Gemeinde in Stutt-
gart), wie sie uns jetzt entgegengehalten
wird, längst früher schon eine öffentliche
Berichtigung verdient, als erst jetzt ge-
legentlich nach 16 Jahren! Wir hielten
und halten uns bei Besprechung jener Zeiten
für berechtigt, so unliebsam dies für
! gewisse Kreise sein mag, von diesem geradezu
provozierenden und verblüffenden, offenen
direkte» Eingeständnis, wie cs die „Allgem.
Konservat. Monatschrift" zn Tage brachte,
und welcher selbstredend auch die Verant-
wortlichkeit für dasselbe zn bleiben hat,
Notiz zn nehmen, sind allerdings im Ver-
laufe nicht bis zn der Annahme gegangen,
„daß an der ganzen Sache kein
wahres Wort sein könne," bezw.
! daß das Gerücht in einer über jeden
! Zweifel erhabenen Weise widerlegt ist, haben
! »ns vielmehr mit manchen anderen auf den
Standpunkt gestellt, daß man von
derSache halten könne, was man
wolle, und dabei nicht verfehlt, zu be-
merken, daß sich ein unumstößlicher Be-
! weis für den in der Monatschrift be-
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