Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 18.1900

Page: 59
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Kilian: dös drum it.
Man verspricht ihm allerlei, wenn er
seine Nolle als Lorddiener spielt.
Kilian: und a Dobackpfeife.
Katherl erklärt, einen solchen Tölpel,
wie ihn, möge sie nicht.
Kilian: du bist a rechte Narr, i möcht
di an it.
Man fragt, ob er den Diener des Lords
spielen wolle.
Kilian: was muß i denn saga?
1771 wurde das 1770 aufgefnhrte
Trauerspiel wiederholt.
1772 ging über die Bretter: „Jakob,
des jüngsten Machabäers Geist", von des
90jährige» EleazarS Lehr gestärkt, macht
das Heidentum zu Schanden.
Die Personen waren:
Neligio,
Jakobs Geist,
Götzendienst.
Wie man sah, diente dieses Stück früher
nur als proloZus. Sollte es 1772 wirk-
lich allein gegeben sein?
1773 folgte dann: „Sieg des wahren
Christemnms in Mogolstan" (in gebundener
Rede), vorgestellt ans der Schaubühne des
befreiten Stifts St. Michaelis 0. L. U.U.
znm Wengen in Ulm von der daselbst stu-
dierenden Jugend den dritten und sechsten
Herbstmvnat mittags 1 Uhr, Musik von
Lederer, mit einem Lustspiel „Der
lächerliche Geschmack" und einem Zwischen-
spiel „Der Streit Daniels mit den Baals-
pfaffen" (Auszug auf zwei Bll. gedruckt).
Es behandelt dieses Zwischenspiel die Er-
zählung, wie Daniel den Betrug der Baals-
priestcr, welche, um de» Schein zu er-
wecken, als habe Baal das Opfer ver-
zehrt, nach dem Opfer nachts auf einem
heimlichen Gang mit Weib und Kindern
in den Tempel kamen und das Opfer ver-
zehrten, entdeckte. Daniel lies Asche in
dem ganzen Tempel streuen. Am Morgen
zeigte er dann die Fußspuren der Priester
dem König, der sie alle nmbringen ließ.
Die Personen waren:
König in Babylon, ein Hofherr, Daniel,
oberster Götzepfaff mit fünf andern, zwei
Edelknaben, Gefolge des Königs.
Die Personen des Lustspiels waren:
Der Herr, Nosine, seine Tochter, Chry-
santh, ihr Liebhaber, ein Doktor der Me-

dizin, Schmarozo, ein Schmarzorer, der
Hausmeister, der Notar.
Der Inhalt des eigentlichen Stücks war: Jc-
hnnguirns, der Grohmognl, gewann fürs Christen-
tum eine solche Hochschätzung, daß er seine drei
Bruderssöhne von den Priestern sncislurls
im Christentum erziehen und schon den feier-
lichen Tag ihrer Taufe ansagen lies. Mahomme-
daner und Heiden setzten sich vergebens mit aller
Macht und List dagegen. Die drei Prinzen
wurden getauft und der Großmogul selbst Christ.
1774 ging einmal wieder ein Stoff
aus der Profangeschichte über die Bretter:
Gottes Aug' über den Guten und Bösen
(Sprichwörter XV, 3), in Erhaltung der
dnrchlanchtesten Häupter beider kurfürst-
lichen Linien Ernst und Albrecht in ihrer
Jugend, vorgestellt in gebundener Rede
mit Chören auf der Schaubühne des re-
gulirten Frey- und Chorstifts St. Mi-
chael zu Wengen in Ulm den 5. und 6.
Herbstmonath 1774 mit einem Vorspiel
und Zwischenspiel, Musik von Lederer
(Auszug auf 2 Bll. gedruckt).
Das Stück behandelte den sächsischen
Prinzenranb durch Kunz v. Kauff-
nngen.
Die Personen des Vorspiels waren:
die göttliche Vorsicht für Sachsen mit
ihrer Begleitschaft,
die Verrälherei mit ihrem Anhang.
Die Personen der 2 Chori waren:
Ozias, Fürst von Bethanien.
Judith.
Chabri, Kriegsherr in Bethnlien.
Vagao,^' I assyrische Feldherren.
Bethnliens und Assyriens Soldaten.
Tie Personen des Zwischenspiels
waren:
Meister Thomas, Urschet, seine Hanssran,
Jacob, sein Bub, der Kantor, 2 Kom-
ponisten.
Die Personen des Hanplstücks waren:
Friedrich, Chnrsürst von Sachsen.
Margarethe, seine Gemahlin.
Ernst, c^
Albrecht, j seu,e ^hne.
Cono v. Kanffnngcn, ein vom Hofe ver-
stoßener Rebell.
Landnlf, j M'mster am Hose.
Barbat, chnrfürstlicher)5aoftnecht.
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