Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 18.1900

Page: 74
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dioezarchivschwab1900/0081
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
mit Beleuchtungen begleitete Danksagung der
studierenden Jugend.
Chorus I war: der für das Gesetz eifernde,
Chorus II: der für das Gesetz sterbendeEleazar.
D>e Personen in diesem Singspiel waren:
Legat Königs AniiochnS.
Eleazar.
Salome, seine verheiratete Tochter: Ignatz
Mayr, Orumbui'Zensis, stuck.
Jakob, ihr kleiner Sohn: Georg Kraus,
Lettin^., ruck. stuck.
Leonard Heule, ftuma-
nista.
Jakob H ez el, stuck. 8)-nt.
Der Jithalt der zwei Zwischenspiele war:
was ist'ö für eins? Der Frager.
Die Personen waren:
Verlieh Kaufmann, Neulieb der Frager,
Treumuud Herr für sich, Eleonore Ber-
lichs Tochter, Jungfer Hättgerne, Jakob
Berlichs Diener, Lisette Vertrante der Ele-
onore (ex vnriis classibus).

2 abtrünnige
Inden

Der Inhalt des Stücks wich etwas von der
Legende ab. P armen io (so heißt Polemius
im Stück) hatte zwei Söhne LycasteS und
Strabo. Da ein Orakel sagte, Ly ca st werde
einst Strabo töten, so wurde Lyeast in:
10. Jahre von: Hause verjagt und seinem Schick-
sal überlassen. Als Strabo dieses erfuhr,
verließ er Alexandria, suchte durch halb Asien
den Bruder. Viele Jahre blieb der Vater ohne
Nachricht. Er verließ Alexandria, nannte sich
Celerinus, ging nach Rom, wurde dort Prätor.
Ebendaselbst war Lyeast unter dem Namen
Claudius Triüunus und Strabo unter dein
Namen Chrysanth es Patricius. Alle drei
waren einander unbekannt. Nachdem Chrysant h
ein Christ und Daria dessen Scheingemahlin,
ohne jedoch dem Heidentum gänzlich abgesagt zu
haben, geworden war, nahmen sie das zarte
Wiegenkind eines armen Christen Anton in
zur Decke ihrer Scheinehe an, zogen es gar
christlich auf, thaten allen Christen Gutes und
waren deren Zuflucht. Chrysanths Christen-
tum wird endlich offenbar. Celerinus als
Prütor, Claudius als Quartieroberster müssen
sich dagegen stellen. Chrysanth wird ausge-
sucht, ihm von Christen die Flucht, von Daria
Verstellung geraten, von Claudius gedroht,
von Celerinus geschmeichelt. Daria solle
sterben, Anton in die Augen ausgebrannt
werden, wenn Chrysanth im Christentum
verharre.' Alles ist vergebens. Jetzt soll Chry-
santh den Göttern Weihrauch opfern. Allein
auf Chrysanths Wort und Gebet werden
die Götterbilder gestürzt und zertrümmert.
Daria wird endlich Christin, Maximus,
der an Stelle Claudius, der in Chrysanth
den Bruder erkannt hatte und nur noch erboster
geworden war, Turmmeister geworden war, zu
Christo bekehrt. Der verwirrte Celerinus
unterzeichnet das Todesurteil, widerruft es aber
sofort wieder. Indessen ist eS im selbigen Augen-

blick schon durch Claudius vollzogen worden
und Chrysanth, Daria, Antonin und
Maximus mit der Blutzeugen herrlichster Krone
geziert. Claudius wird als Brudermörder
vom Volk tödlich verwundet, stirbt vor Ver-
zweiflung in Raserei, Celerinus fällt vor Angst
und Schmerzen in Ohnmacht. Der Heide wird
durch das Donnerwort des erzürnten Himmels
zum Bekenntnis gezwungen, „daß christlich Sterben
ein seliges Sterben ist".
„Wenn inan beflissen ist der wahren Christen-
lehre durch' standhaft Gutesthun zu machen Ehre."
Die Personen waren:
Celerinus, römischer Präior.
Chrysanih, Patricius.
Daria, seine Gemahlin: Joseph Springer,
LclrellckinAensis, s^ut. stuck.

Antonin, Chrysanthens und Dariaö an-
genommener Sohn, 7 — 8 Jahre alt:
Johann Nepomuk Brentano.
Fabins, Opferpriester,: chaver Lungner,
LlaftinA., IvA. stuck.
Claudius, Chrysanthens Gegner: Leonard
Heinle, Ounckelk. Iruumnista.
MayimnS, Kerkermeister: Lav. Schwarz,
3e6in§., Io§. stuck.
LentulnS ^ 1 Georg Schwa rz,
t römische ( LeftiuZ., 1o§. stuck.
Valerius j Christen s Anton Miller,
Ickaicnlrof., IrriMÄir.

Hegio, Aufseher über
Hezel, Oe§§in§.>
Dromio

1 Sklaven

Frcto
erster
zweiter

j

die Sklaven: Jakob
s^ut. stuck.
Erasin. Bened.Ko l l-
mann, ^Vissnstei^.,
Llimmm. stucl.

t Georg S ch w eizer,
^Opferknabe l priucip.
' " i Job. Nep. Mayr,
' 1 OüimburA., princ.

Auch diesesmal war dem Publikum
der Zutritt zum Theater verboten.
Die Fastnacht 1778 brachte: Licht'und
Schatten oder Moritz und Jsmael, ein
ungleiches Paar, Singspiel, in dem Stift
zum Wengen aufgeführt 26. Februar und
2. Mai 1778 und war der erste Teil
desselben bearbeitet nach dem Edelknabe
von Engel mit eingelegten Arien und
Duetten. Bei beiden war die Musik von
Lederer. (Auszug gedruckt). Im Sep-
tember 1778 wurde das Singspiel wieder-
holt.
(Fortsetzung folgt.)
loading ...