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Ginzrot, Johann Christian
Die Wagen und Fahrwerke der Griechen und Römer und anderer alten Völker (Band 2) — München, 1817

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https://doi.org/10.11588/diglit.5290#0502

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446

C a p i t e 1 XXVI.
V o 11 den Sätteln und Decken.

Obgleich sehr viele Gelehrte behaupten, der Gebrauch der Sättel sey den ab
ten Völkern ganz unbekannt gewesen, so kann man doch als gewifs annehme0'
dafs es deren zu allen Zeiten gegeben habe, worauf sowohl Menschen als La"
sten getragen wurden; denn schon in der ältesten Geschichte finden sich Be'
weise dafür. So lieset man z. B. im I. Buche Moses Cap. 22: „Da stand Abrci'
ham des Morgens früh auf, und gürtete seinen Esel3" welches eben so viel
bedeutet, als: er sattelte ihn, entweder mit einem Reit- oder Facksattelj
denn die blofse Haut zu umgürten wäre zwecklos gewesen. Da es aber ferner
heifst: „Er nahm mit sich zwey Knaben und spaltete Holz zum Brandopfer," s0
lud er dieses vermuthlich auf seinen Esel, um es an die Stelle zu bringen, w°
er den Altar bauen wollte. Und wenn ferner Moses im III. Buche Cap. 15 sagt;
„Selbst der Sattel, worauf der Aussätzige reitet, soll unrein seyn," so ver-
stand er darunter sicher nicht den Zaum, noch den blofsen Rücken des Th'e"
res, oder wie andere wollen, den Platz des Rückens (Hedra*), worauf der
Reiter safs, denn da würde er bestimmter gesagt haben: Selbst der Esel, wor-
auf etc. Und im II. Buche Samuel Gap. 16: „Siehe, da begegnete dem D^v^
der Knabe Ziba mit einem Paar gesattelter Esel, und sprach: Diese sind
für die Diener des Königs, darauf zu reiten." Wenn man ferner von den vie-
len bcladenen, öfters sehr reich verzierten, Kameelen der Kaufleute und PlC1'
senden in den Büchern Moses liest, so ist man überzeugt, dafs die Last gcwJ
nicht über dem blofsen scharfen Rücken dieser Thiere.hieng, sondern an Pack

*) Hedra lieifst überhaupt jede Basis, worauf ein Körper ruht.
 
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