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Ginzrot, Johann Christian
Die Wagen und Fahrwerke der Griechen und Römer und anderer alten Völker (Band 2) — München, 1817

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https://doi.org/10.11588/diglit.5290#0561

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jenseits des Sees bey Marathon die Stallungen des Arlaphevnes; sie sind
von Stein gebauet j" und Diad. Sicul. Lib. I. See. 2: »Von Theben bis nach
Memphis fand man an den Ufern des Flufses 100 Stallungen, deren jede
für 200 Pferde Raum enthieltso auch Solln, wo er von Thrazien spricht:
„Dann finden wir den bistonischen See und unfern die Landschaft Maronea>
wo die Stadt Tifida mit des Königs Diomedes Pferdestall (Stabulum) lag-''
Plinius Hist. Nat. IV. 18 nennt ihn: Dirum Stabulum (grauscnvollcr
Pferdestall). Schon zur Zeit des trojanischen Krieges waren bey den Grie-
chen die Stallungen neben den Häusern. S. Menelaus, Ode IV. 40, und 10
Aen, VII. 275 liest man: „Latums läfst die ganze Anzahl der Pferde mustern;
es standen 300 glänzende Wie her er an hohen Krippen."

Die Alten bedienten sich öfters des Ausdrucks, hohe Krippen, l,m
dadurch anzuzeigen, dafs ihre Pferde grofs und stark waren; wie die Wof'
te Curtius Lib. IX. Gap. 3 zu beweisen scheinen: „Als Alexander sich mit sßl"
nem Heere aus dem Lande des Phegelas zurückzog, befahl er den Bezirk sßl'
nes Lagers zu erweitern, die von Wasen errichteten Schlafstättcn länger, vtl^
die Krippen der Pferde höher als gewöhnlich zurück zu lafsen, um durch
diese trügerischen Ueberbleibsel ein gröfseres Staunen bey der Nachwelt f.
erregen."

Im Felde standen die Pferde der Anführer unter Zelten oder Hut"
ten und waren an die Krippen mit Stricken, ledernen Riemen °^ct
Ketten gebunden, welche die Griechen Epiphatnidia desma, die RÖniel
aber \incula praesepialia nannten, wie man in Pollux Lib. I. 184 hest /

Homer in Ilias X 552 schreibt: „Als sie das Zelt des Tydeidcn erreichte"'
banden sie die Pferde mit zierlich geschnittenen Riemen an die Krippe,
die andern Rofse des Königs standen, mit lieblichem Wcitzen sich nährend;" 1,111
in Ilias XV.: „Wie ein Rofs, das lange an der Krippe geruht, seine Ba°
zerreifst, und stampfend die Fluren durcheilt zum gewohnten Rade des lau^ef
fliefsenden Stromes; freudig und stolz erhebt es sein Haupt; es rollen die M''1
nen über die Schultern; es trotzt auf seine Schönheit; die Knice trag011
leicht zur Weide, zur Weide der Stuten."

*) S, M, hierüber Cap. XXXVIII, dcä I. Bamres von dem Streitwagen, Dipliro"»
 
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