Hager, Georg [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,5): Bezirksamt Burglengenfeld — München, 1906

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Einleitung.

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Als der letzte Lengenfelder 1119 starb, fielen die Besitzungen, die er in unserrn
Bezirke hatte, an einen seiner beiden Schwiegersöhne, an den Pfalzgrafen Otto V.
von Wittelsbach. So war der Hauptort unseres Gebietes schon wittelsbachisch, bevor
die Wittelsbacher Herzoge von Bayern (1180) wurden.
Auch einen andern, durch seine von Natur aus feste Lage wichtigen Punkt,
Kallmünz, scheinen die Lengenfelder besessen zu haben.
Auf der Burg Rohrbach treffen wir die Grafen von Hohenburg. Ihre Nach-
folger wurden hier (durch Vertrag von 1242) die Bischöfe von Regensburg (1272).
Auch Schmidmühlen war ehemals hohenburgisch.
Leonberg gehörte bis 1106 zur Landgrafschaft Stefling.
Im Salbuche des Herzogs Ludwig des Kelheimers von 1224 ist der wittels-
bachische Besitz unseres Gebietes in zwei Ämter: Pettendorf (jetzt im- Bezirksamt
Stadtamhof) und Schwandorf geteilt, die höchstwahrscheinlich schon im 12. Jahr-
hundert bestanden haben. (HEIGEL und RiEZLER, Das Herzogtum Bayern zur Zeit
Heinrichs des Löwen und Ottos I. von Wittelsbach, München 1867, S. 28p.) Kall-
münz war damals bereits wittelsbachisch und gehörte zum Amt Pettendorf. Aber
gleich Lengenfeld und Schwandorf war es noch ein Dorf. In Lengenfeld saßen die
schon um 1123 als Ministerialen der Wittelsbacher genannten Lengenfelder. Leonberg
war ein Bestandteil des herzoglichen Amtes Regenstauf.
Eine Änderung in die territorialen Verhältnisse brachte die Erbteilung der
Wittelsbacher von 125g. Herzog Ludwig der Strenge erhielt dabei u. a. Lengen-
feld, Kallmünz und Schwandorf und wußte seine Besitzungen weiter durch Kaut
oder Tausch zu vergrößern. Lengenfeld wurde Sitz eines Vitztumamtes und damit
die zweite Hauptstadt von Oberbayern. Um 1270 ließ Herzog Ludwig der Strenge
ein Urbar über seine nordgauischen Besitzungen anlegen. (MB. XXXVIa, 340—42g.)
Nach diesem zerfel damals das Amt Lengenfeld in die drei Schergen-(PHeg-)ämter:
Pettendorf, Cbalmuntze und Lengenfeldt. Weiter bildeten eigene Ämter: Smidmuln
und Swainkendorf. Bei dieser Einteilung blieb es nun für lange Zeit.
Von dem Adel, wie er uns um jene Zeit begegnet, sind zu nennen:
die von Pouchbach, die von Lengenfeld, die Sinzenhofer, welche zu Lengen-
feld, Teublitz und Leonberg saßen, die von Emliofen, die Paulsdorfer auf Haselbach,
die Fronberger, die Haselpecken, die Limperger, die Wolf von Nabeck, die Pils-
heimer, die Ettenharter, die Rohrbacher, die von Schmidmühlen und die Winbucher
(letztere drei ursprünglich Hohenburger Ministerialen) u. a. (VO. III, gg6 ff.) 1326
wurde ein Urbar des Vitztumamts Lengenfeld angelegt. (MB. XXXVIa, g37—6gi.
— Neub. Koll.-Bl. 1902/03, S. 70 f.)
Im Vertrag von Pavia 132p wurde das Vitztumamt Lengenfeld geteilt. Lengen-
feld, Kallmünz, Schmidmühlen und Schwandorf blieben bei Oberbayern. Der größere
Teil des ehemaligen Vitztumamtes aber hei an die pfälzische Linie. Die geringen
nordgauischen Gebiete, welche Kaiser Ludwig nach dem Vertrage von Pavia behielt,
vereinigte er zu einem Vitztumamte »jenseit der Donau«, dessen Sitz in Lengenfeld
blieb. (RiEZLER II, 529.) Kaiser Ludwig der Bayer verpfändete Kallmünz 1344
den Bürgern von Regensburg, 1347 Kallmünz und Lengenfeld dem Markgrafen
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