Hager, Georg [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,5): Bezirksamt Burglengenfeld — München, 1906

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V. H.-A. Burglengenfeld.

von Meißen. 1356 gaben Ludwigs Söhne, Ludwig der Römer und Otto, die ge-
nannten Orte an Jörg den Auer für eine Schuld zu Pfand, von dem sie wieder ihre
pfälzischen Vettern Rudolf und Ruprecht, die bereits 1348 auch Schwandorf, Schmid-
mühlen und andere nordgauische Besitzungen als Pfand erhalten hatten, 1338 lösten.
(Reichsarchiv München, Urkk. d. Stadt Burglengenfeld, Fasz. 1. — KOCH u. WiLLE,3081.)
Rund 100 Jahre blieb das Gebiet den Pfälzern verpfändet (zeitweise nur zum Teil). Bei
der Teilung unter Stephans II. Söhnen am 19. November 1392 fiel der Bezirk bzw. das
Recht der Wiederlösung desselben an die Münchener Linie. (RiEZLER III, :6g.)
Als nach dem Tode des Kurfürsten Ruprecht III. 1410 die pfälzischen Lande unter
seinen Söhnen geteilt wurden, kam unser Gebiet an Herzog Johann den Neunburger.
(Anschauliche Auskunft über den damaligen Gebietsbestand gibt die Karte von Huco
GRAF VON WALDERDORFF, Die Oberpfalz unter Pfalzgraf Johann, beigegeben der Ab-
handlung von CHRISTIAN HAEUTLE, Die Oberpfalz und ihre Regenten in den Jahren
1404 bis 1448, VO. XXVII.) Nach dessen Tode (13. März 1443) folgte in der
Regierung sein Sohn Christoph, König von Dänemark. Dieser gab 144g dem Ritter
Heinrich von Eglofstein für eine Schuld von 2goo Gulden Schloß und Amt Lengen-
feld zu Pfand. Als König Christoph schon am 6. Januar 1448 gestorben war, ge-
langte Burglengenfeld etc. an Herzog Otto I. den Mosbacher. Von diesem löste
endlich Herzog Albrecht III. von München 1432 Schwandorf, 1439 Burglengenfeld
und Kallmünz wieder ein. (RiEZLER III, 333.) Aber nur ein halbes Jahrhundert
lang durften die Münchener Herzoge des wieder gewonnenen Besitzes sich freuen.
Schwere Stürme brachte unserer Gegend der Landshuter Erbfolgekrieg. Vom
30. Juni bis i.Juli 1304 wurde Schmidmühlen von den Pfälzern geplündert. Am
28. August 1304 nahmen die Böhmen Schloß und Markt Burglengenfeld ein. Auch
Kallmünz, dessen Burg die Bürger zwei Tage lang tapfer verteidigten, wurde von den
Böhmen erobert und verbrannt. Ebenso Schwandorf am 12. August. Auch Dörfer
und Edelsitze litten schwer, z. B. Fronberg. Der Krieg hatte die Lostrennung des
Bezirks von Altbayern zur Folge. Der Kölner Spruch vom 30. Juli 1303 teilte das
ganze heutige Bezirksamtsgebiet Burglengenfeld dem für die minderjährigen Söhne
des verstorbenen Pfalzgrafen Ruprecht, für Otto Heinrich und Philipp, geschaffenen
Lande zu, das nach seinem Hauptorte das Fürstentum Neuburg oder zum Unter-
schiede von der Rheinpfalz und von der Oberpfalz auch die Junge Pfalz (Pfalz-
Neuburg) genannt wurde. (Die Gebietsabgrenzung veranschaulicht klar die Karte
»Kirchliche Einteilung der kurpfälzischen Gebiete in der Oberen Pfalz 1621—1648«
von Huco GRAF VON WALDERDORFF, beigegeben der Abhandlung von FR. LipPERT,
Die Pfarreien und Schulen der Oberpfalz kurpfälzischen Anteils 1621—1648, VO.
LIII. — M. KtRMAiER, Hist. Karte von Bayern zur Übersicht der territorialen Ent-
wicklung von 1180 bis jetzt, München 1883. — ADOLF BRECHER, Darstellung der
gesch. Entwicklung des bayer. Staatsgebietes, Berlin 1890. Uber das Gebiet selbst
gibt außerordentlich detaillierten, von zahlreichen Literaturhinweisen begleiteten
Aufschluß OTTO RtEDER, Die pfalzneuburgische Landschaft, deren Leben u. Wirken,
ihr Behördenwesen u. insonderheit ihr Marschall, Neub. Koll.-Bl. 1900 ff.) Herzog
Philipp pflegte, wenn er, was freilich nicht allzu häufig geschah, in seinem Lande
weilte, im Schlosse von Burglengenfeld (später in der Kanzlei am Fuße des Schloß-
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