Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]; Hager, Georg [Oth.]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,1): Bezirksamt Roding — München, 1905

Page: 183
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Walderbach. 183

1556 wurde in Walderbach die Reformation eingefiihrt. (LippeRT, Die Refor-
mation in der Oberpfalz, Rothenburg o. Tbr. 1897, S. 57.) Der bisherige Abt
Johannes Rädl heiratete, und zur Verwaltung des Klosters wurde ein Weltlicher,
Friedrich Kurtz, als Administrator bestellt. Friedrich Kurtz starb am 7. April 1591,
nachdem er, wie sein jetzt verschollener Grabstein meldete, „a/s ein treuer sorg-
fältiger Vatter dem Stiifft mit löblicher Ve7"waltung bis ins Jgste Jahr vorgestanden.“
(Literalien des Kl. Walderbach im Reichsarchiv, München, Nr. 1 und Nr. 13.)

Der durch Mandat vom 15. Januar 1567 vom Kurfürsten Friedrich dem Frommen
angeordnete Bildersturm (vgl. S. 104) hat auch Walderbach betroffen. Doch wurde
nicht ganz grtindlich vorgegangen. Es wird berichtet, daß Walderbach nachher
noch die Passion Christi, einen Christoph und das Grabmal des Stifters hatte.
(Fr. Lippert, Die Reformation in der Oberpfalz, Rothenburg o. Tbr. 1897, S. 114.)

1669 wurde das Kloster von dem Kurfürsten Ferdinand Maria dem Zisterzienser-
orden wieder abgetreten. Der Abt von Aldersbach erlegte ftir die Abtretung 8357 Gulden.
Walderbach blieb zunächst ein Superiorat von Aldersbach. (Sartorius, S. 975. —
Zimmermann, Kalender V, 336.—VO. VII, 315. —Fr. Lippert, S. 181.) DaAldersbach
die Kosten der Wiederherstellung von Walderbach getragen hatte, so galt es entsprechend
einern Beschlusse des Generalkapitels des Ordens von 1672 fortan als Mutterkloster
von Walderbach, d. h. Walderbach unterstand von nun an der unmittelbaren Aufsicht
von Aldersbach. Ein Streit über die Immedietät, der zwischen Waldsassen und Alders-
bach ausbrach, wurde auf Grund einer vom Generalkapitel 1738 angeordneten Unter-
suchung zugunsten Aldersbachs entschieden. (Zisterzienserchronik XII [1900], 260.)

Superior Johannes Pichler legte arn 4. Mai 1687 den ersten Stein zu einem
neuen Konventbau. Arn 9. Oktober 1691 wurde der Superior und Pater Admini-
strator Johannes Pichler zum Abt erwählt. Abt Malachias Lechner (1705—1721) begann
den Bau einer neuen Abtei und eines Gasttraktes; Abt Stephan Romayr (1721—1732)
vollendete denselben, versah auch die Kirche mit Altären und Beichtsttihlen. Abt
Engelbert Söttl (1735—1752) begann am 6. Mai 1748 den Abbruch des romanischen
Chores der Klosterkirche behufs Erbauung eines weiteren und helleren Presbyteriums.
(Variae et iucundae annotationes von P. Placidus Trötscher [vgl. Reichenbach], p. 142 :
6. Mai 1748 coepit pro decore et fulgore domus domini abbas Walderbacensis Engel-
bertus murum ex parte summi altaris destruere et novum latiorem cum maioribus fenestris
exstruere, ut sic in choro stantes sub recitatione breviarii uberiorem a sole et aurora
reciperent lucem.) Die Bildhauer- und Schnitzarbeiten sollen von einem Bildhauer
Johann Baptist Hofmann heiTühren, der aus Wtirzburg gebürtig war und sich in Walder-
bach änsiedelte. (Kalender f. kath. Christen 1877, S. 74.) Söltl erneuerte den Turm,
d. h. den Dachreiter. Abt Albericus Eisenhut (1775—1803) erbaute einen Westturm.

In Regensburg besaß Kloster Walderbach ein eigenes Haus als Herberge für
die Äbte und Mönche, den Walderbacher Hof in der Ostnerwacht, jetzt F 145 und
146, unfern der eisernen Briicke, die nach dem untern Wöhrd fiihrt. (Graf
v. Walderdorff, Regensburg, S. 454 f. —VO. XXV, 248.) Uber die Erbauung dieses
Walderbacher Hofes wurde 1614 ein Voranschlag verfertigt. (Kreisarchiv Amberg,
Walderbach, Bausachen, Fasz. 1, Nr. 23)

1803 wurde das Kloster aufgehoben. Die Klosterkirche wurde Pfarrkirche.

Baubeschreibung. (Situationsplan Fig. 165, Grundrisse Taf. VI, Schnitte
Taf. VII, Details Fig. 167—178, Ansichten Fig. 162 u. 164, Inneres Taf. VIII
u. Fig. 182.) Der ursprüngliche romanische Bau ist eine dreischiffige, kreuz-
gewölbte Hallenkirche, die acht Joche hatte und östlich in drei halbrunden

Pfarr- oder
K1 o s ter-
kirche.
Geschichte.

Bau-

beschreibung.

Grundriß.
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