Rott, Hans ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 9,2): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Bruchsal (Kreis Karlsruhe) — Tübingen, 1913

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AMT BRUCHSAL — KARLSDORF

Peterskirche
Kelch

Grabsteine

Pfarrhaus

Holzfigur

Kelch, silbervergoldet. Schönes Stück mit reichem Girlanden- und Rocaille-
schmuck an Kupa und Fuß, letzterer später mehrfach roh durchbohrt für einzusetzende
Glassteine. Unten eingraviert: Ex dono F ■ A ■ Kern • par ■ loci. Beschauzeichen
Augsburg, Meistermarke CXS (= Caspar Xaver Stipeldey, Augsburger Meister
um 1760. Rosenberg2 Nr. 568). — Augsburger Arbeit auch ein weiterer einfacher
Kelch dieser Zeit. — Silberne Meßkännchen, die Henkel aus Engeln gebildet.
Feine Arbeit des 18. Jhs.

Ciborium, silbervergoldet. Reiches Bandwerk mit Engelsköpfchen an dem
Behälter. Beschauzeichen Augsburg, Meistermarke d-s im Dreipaß (wahrscheinlich
Joh. David Salier, gest. 1724. Rosenberg2 Nr. 522 und 523) und ETR. Die beiden
Zeichen auch auf dem kreuzgeschmückten Deckel. Um 1720.

Grabsteine. An der östlichen Kirchhofmauer stark verwitterter Stein des
Pfarrers Alexander Lippert, gest. 1773. Daneben der klassizistische, fast unleser-
liche von Joh. Peter Aegel, »dahiesiger wundartzt«.

Pfarrhaus, ein zweistöckiger einfacher Barockbau mit bischöflichem Stein-
wappen: Speier-Weißenburg-Hutten.

Rat- und altes Schulhaus, zweistöckig, mit Eierstab- und Zahnschnitt-
gebälk als Dachgesims. In der Ratsstube ein lebensgroßes Porträt des Kardinals
Hütten in Öl auf Leinwand, von Fr. Peter Siegel 1822 der Gemeinde geschenkt.
Stark verdorben, da es früher in der Nähe des Schulofens hing. Ähnlich dem im
Bruchsaler Rathaus (aus der Saline); nur von historischem Wert. Ohne Künstler-
inschrift. H. 2,22 m.

Dorfkreuz vor der Kirche von 1759. Volutengeschmückte Mensa.

Haus Nr. 51. In einer Nische Holzfigur der Madonna mit Kind auf der Welt-
kugel, erste Hälfte des 18. Jhs., angeblich von Knautenheim mit herübergenommen.

KARLS DORF (Altenburg)



misches

Schloß

Mitteil. d. bad. histor. Kommiss. Nr. 13 (1891), in; Nr. 20 (1898), 106.

Stocker, 79 fr. — Feigenbutz, Kraichgau, 144. — Erzbistum Freiburg, 123.

Das heutige Dorf 1813 entstanden durch die Übersiedlung des Ortes Detten-
heim (heute noch Dettenheimer Hof in der Gemarkung Liedölsheim) nach dem ehe-
maligen Altenburg wegen wiederholten Andringens des Rheines. Es nannte sich zu
Ehren des damaligen Großherzogs Karlsdorf. Das verlassene Dettenheim wird in
den Urkunden bereits 788 erwähnt.

Römisches. »Im Brühl« 1896 und in den »Heimenäckern« östlich vom Dorf
und südlich der Hauptstraße Bruchsal-Germersheim 1897 Reste von römischen
Niederlassungen festgestellt. Unter den wohl von Rheinzabern stammenden Ziegeln
einer mit dem scharf ausgeprägten Metallstempel L P L wie in Ubstatt, Stettfeld und
Weiher. — Sechs Gräber schon früher nördlich der Station zwischen den Gewannen
»Neureute« und »Ochsenstall« aufgefunden (WagnerII, 172; Schnarrenberger I, 33).

Schon im n. Jh. scheint Altenburg von Speier erworben worden zu sein; es
wurde an verschiedene adlige Geschlechter vergabt. 1337 wird »die alte Burg bi
Bruchsei« erstmalig erwähnt; 1399 war die Wasserburg bereits zerfallen, 1453 das
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