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Rott, Hans; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 9,2): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Bruchsal (Kreis Karlsruhe) — Tübingen, 1913

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https://doi.org/10.11588/diglit.1369#0250
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AMT BRUCHSAL — KIRRLACH

219

os zur Altenburge vast vergangen und buwefellig«. Unter Bischof Ludwig von
Helmstatt wurden die Mauern und Bollwerke wiederhergestellt (Remling II, 202);
von 1558 an war es der Aufenthalt des geisteskranken Bischofs Rudolf von Franken-
stein. Die Kaiserlichen brannten 1635 Altenburg nieder.

Auf den Trümmern der verbrannten Altenburg wurde später ein Meierhof an-
gelegt; Damian Hugo von Schönborn baute ihn seit 17 21 zum Schlosse aus und legte
eine mit Malereien und Stukkaturen geschmückte »Eremitage« daselbst »ex voto«
an (GLA. Br. Gen. 78). Die Eremitage stand hinter der heutigen Kirche, zwischen dem
Pfarr- und Schulhaus. Stirum verlegte 1773 das Landhospital dahin (Milde Stiftungen im
Hochstift Speyer, Bruchsal 1785, Cap. VIII. 2). Die Räumlichkeiten wurden von den
1813 übersiedelnden Dettenheimern als Gotteshaus benutzt, bis 1856 der Bau einer
Kirche erfolgte. In den fünfziger Jahren brach man die Hauptgebäude dieses fürst-
bischöflichen Gutshofes, einer ehemaligen Musterwirtschaft Schönborns, samt der
Kapelle ab. Nach zwei strategischen Plänen, beide 1735 von Gabr. Bodenehr-Augs-
burg und von G. F. Riecke gezeichnet und gestochen, können wir uns eine ungefähre
Vorstellung von der gesamten Anlage machen, der schon 1767 der Abbruch drohte
(Bruchsaler Generalakten im GLA. — Pläne im Rathaus zu Bruchsal, weitere im GLA.
Plansamml. K. 9 a, b und i und B. ii4d).

Der bedeutendste Überrest des Schönbornschen Schlosses ist der als Rathaus
heute dienende Torbau, ein dreistöckiges Gebäude mit tonnengewölbter Durchfahrt.
Kleine viereckige Fenster in den beiden Unter-, große Fenster in dem Hauptgeschoß,
gebrochenes Dach mit Gauben und später aufgesetztem Türmchen. Das Ganze ein
Putzbau mit Eckquadern, der die einstöckigen Häuschen in den geometrisch an-
gelegten Gassen einsam überragt.

Das ehem. Landeshospital (Nr. 2), anfänglich von Kardinal Schönborn
1723 für Pfründner errichtet und ursprünglich ein ganzes Quadrat einnehmend, ver-
schwunden bis auf einen schlichten, zweistöckigen Bau, jetzt Wirtschaft »Zum Karls-
hof« (vgl. Milde Stiftungen im Hochstift Speyer, Cap. VIII).

Haus Nr. 62. Hinter der »Krone« die ehem. bischöfliche Gutsscheune, ein
großer Massivbau mit Walmdach.

Haus Nr. 84 »Zum Löwen«. Überrest vom linken Flügel des Barockschlosses,
der »Pavillon« genannt, mit Putzarchitektur und einem dreiseitigen Ausbau, dessen
rundbogige Einfahrt heute vermauert. Kugelaufsätze auf den Torpfeilern der hinteren
Einfahrt. — Hinter diesem Anwesen noch ein Rest der alten Umfassungsmauer er-
halten (s. auch den Plan im GLA. B. ii4d).

Wirtshaus »Zum Stern« mit bemerkenswertem schmiedeeisernem Schild.

Haus Nr. 133, das ehemalige bischöfliche mauerumschlossene Jägerhaus, ein
kleiner, malerischer Barockbau mit Dachgauben. Der Hundezwinger erhalten.

Kirchhofkreuz, stattlich, mit Volutensockel, von 1748.

Schloß

Landes-
hospital

Häuser

Ehem.
Jägerhaus

KIRRLACH

Mitteil. d. bad. histor. Kommiss. Nr. 20 (1898), 107.

B. Kummer, Der Kunstaltar und die Pfarrkirche zu Kirrlach, »Bruhrainer
Zeitung« 1910. — A. Hoffmann, Kurze Geschichte . . . der Amtsstadt Wiesloch,
 
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