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Rott, Hans; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 9,2): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Bruchsal (Kreis Karlsruhe) — Tübingen, 1913

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https://doi.org/10.11588/diglit.1369#0326
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AMT BRUCHSAL — OSTRINGEN

293



Restaurieren sehr entstellt. Zu lesen: Struxsit has portas Wricus nobilis abbas conditor
ex Vinsterloe posiqs pepeit virgo millesimo quadringitesio septuagesio nöb C1479) die Petri
et Pauli. Unten Schräge.

Haus Nr. 393. Zweistöckiger Fachwerkbau, dessen sich überblattende
Schwellen mit den Köpfen weit herausragen. Haustür mit spätem Eselsrücken als
Sturz. Aus dem 16. Jh. wie das Nachbarhaus.

Haus Nr. 413. Altertümlicher, südlich anmutender zweistöckiger Fachwerk-
bau mit doppelter luftiger Galerie auf durchgehenden Holzpfosten; durch modernen
Einbau an der Vorderseite entstellt.

Erwähnenswert am Haus Nr. 115 eine Heiligenfigur, barock; Haus Nr. 312,
ein tüchtiger, sehr regelmäßig durchgeführter Riegelbau.

Häuser

ÖSTRINGEN

Mitteil. d. bad. histor. Kommiss. Nr. 13 (1891), 114; Nr. 20 (1898), 114.
Feigenbutz, 187. — Stocker, 118.

Plansamml. O. 45, »Grund-Riß über den Marcktflecken Östringen« von Nie. Hoflf-
mann, Speyr. Feldmeßer. (Östringen, 15. März 1755.) — Ebenso im »Schatzungsbuch«
zu Östringen von 1757 (Kopie).

Geschichte. Ostrincheim 801; Ostringen 893; Osterkeim 1281. — Die Geschichte
Ostringer marca schon 776 in Lorscher Urkunden erwähnt. Das Kloster war neben
Odenheim hier begütert. Früh kam der Ort an das Bistum Speier und gehörte zum
Amt Kißlau. Bis 1803 weltlicher Besitz des Hochstifts. Der Ort war einst befestigt.
Reste des Dorfgrabens, in dem Dorfplan von 1757 der »Wahlgraben« genannt, und
heute als Weg benutzt, an der Südseite des Dorfes. Am Wasser geschlossene Mauer,
auf der die Gebäude aufsitzen. — Im Mittelalter gehörten zu Östringen die aus-
gegangenen Orte Eberhardsweiler, eine halbe Stunde südlich vom Ort auf der
Höhe — daselbst die Ruinen der Ortskirche St. Ulrich, erwähnt 1337, 1367 und ca.
1431 (»in S.Ulrichs Marke, vor ziten Eberhardswilre genant«) — und Schindel-
bach 1366, eine Ödung an der Stelle der heutigen sog. Zopfischen Kapelle südwest-
lich vor dem Dorf.

Römisches. Münze des Antoninus Pius 1884 gefunden; 1886 auf dem Fried-
hof römische Ziegel und Heizröhren.

Fränkisches. Graue bauchige Flasche mit engem Hals, ein Sax und zwei Fränkisches
Eisenspeerspitzen am Friedhof ausgegraben. Funde in Mannheim (Wagner II, 174;
Schnarrenberger I, 35).

Kath. Pfarrkirche der hl. Cäcilie. Die schon 1292 erwähnte Kirche
neuerdings vollständig abgerissen. Viele Reste von ihr im Pfarrgarten.

Grabstein, an der Südmauer des Neubaues eingelassen. Ein Mädchen, dar-
gestellt in langem Gewand mit aufgelöstem kranzbedecktem Haar und Rosenkranz.
Wappen: Sitzendes Eichhörnchen oder Bär. Die Inschrift in gotischer Minuskel:
Anno ißJ3 den 7 augüsty starb die erbar und tugensame jückfra(w) Maria der seien gott
gndig{\) und barmhertz. sie. Amen. Sandstein. H. 1,36 m, Br. 0,53 m. (Familien-
name fehlt.)

Band x. 24

Römisches

Cäcilien
kirche

Grabstein
 
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