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Rott, Hans; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 9,2): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Bruchsal (Kreis Karlsruhe) — Tübingen, 1913

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https://doi.org/10.11588/diglit.1369#0277
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246

AMT BRUCHSAL — KRONAU

Schloß- Kardinals (er empfing 1761 den hier angebrachten Kardinalshut). Ähnlicher Schmuck
Kavalierbau E ohne Wappenbild über dem Flachbogen der von Pilastern flankierten seitlichen Einfahrten.
Im Innern des Kavalierbaues leitet eine Treppe, an vier Viertelrundpfeilern angehängt,
zum Obergeschoß, die ihre nahe Verwandtschaft mit der nördlichen Seitentreppe des
Bruchsaler Schlosses nicht verleugnen kann. Von dem mittleren Marstallgebäude
kamen 1912 anläßlich der Umwandlung zu Arbeitssälen die früheren sorgfältigen
Entwässerungsanlagen wieder zu tage (s. Fig. 91). Alt ist auch die Verschieferung

der Dachtraufe, der Grate und des Firstes, im
18. Jh. die herkömmliche gepflogene Technik.
Vogtei £& Am westlichen Ende der schlichteren, zwei-

stöckigen und ungegliederten Vogtei, der nach-
maligen Amtskellerei mit ihren drei Eingängen, von
denen nur der mittlere durch reichere Profilierung
hervorgehoben, befand sich ein der landwirtschaft-
lichen Zufuhr dienendes Tor, das sogenannte »See-
tor«, das heute, weil zwecklos, zugemauert ist. —
Die Gebäude an der Ostseite des Vorhofs stammen
ebenfalls aus der Mitte des 18. Jhs. und sitzen
mehrfach auf alten Fundamenten und Umfassungs-
mauern auf. Sie sind im Innern großenteils für mo-
derne Zwecke umgebaut und vielfach durch Abbruch
verkürzt worden, wodurch die Symmetrie gestört
wurde. Der Überrest des alten spätgotischen
Brunnens, der ehedem in der östlichen, dem Ka-
valierbau parallel laufenden Hofmauer weiter nach
dem Eingang zu sich befand, steht deshalb heute
frei da; nur die sechspaßförmige Brunnenschale
und der zugehörige Fuß sind noch vorhanden, an
der Vorderseite der ersteren die Jahreszahl 1548 und das Wappen von Speier-Weißen-
burg mit einem verlöschten Herzschild ausgehauen; letzterer enthielt das Wappenbild
Bischof Philipps von Flersheim, einen Schild mit Querbinde (Fig. 101). Die Brunnensäule
ist Gotik des 19. Jhs.; eine zweite kleinere Schale, gleich in Form und Schnitt, die
zweifellos als oberes Becken auf der unteren Brunnenschale stand, liegt heute, anderen
Zwecken dienend, im kleinen Garten auf der Westseite des Heiduckenbaues.

Vor der vorderen Zugbrücke, die schmäler war als der heutige Zugang und
etwas weiter westlich in der Hauptachse sich befand, was durch O. Lindes Nach-
grabungen festgestellt wurde, stand die Schloßmühle, ein von Leonh. Stahl entworfener

Fig. 101.
Brunnen im Schloßhof zu Kißlau.

Bau; heute gänzlich verändert.

KRONAU

Mitteil. d. bad. histor. Kommiss. Nr. 13 (1891), 112; Nr. 20 (1898), 107.
Stocker, 86. — Feioenbutz, 147. — Erzbistum Freiburg, 671.

Geschichte | G e s chi ch t e. Grunowe 1332; Grunaw 1341; Gronaw 1472.

Zuerst

erwähnt die Grünauwer Marke 1289. Früh kam der Ort in speierischen Besitz. Im
 
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