Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — NF 21.1910

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EIN KÜNSTLERJUBILÄUM D ARNOLD KROG IN KOPENHAGEN



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PHILIPP MENDELSON
NACHF. IN HAMBURG

SCHLAFZIMMER, TEILS IN ZEDERNHOLZ MIT M AH AGONI-FRIFSEN UND
ROSENHOLZADERN, TEILS IN WEISSER LACKIERUNG, MATT GESCHLIFFEN

EIN KÜNSTLERJUBILÄUM

Von Friedrich Deneken

AM ersten Tage dieses Jahres blickte der künstlerische
Leiter der Königlichen Porzellanfabrik in Kopenhagen
Professor Arnold Krog auf eine fünfundzwanzig-
jährige Tätigkeit an dieser Anstalt zurück. Seine
Landsleute haben ihn hoch geehrt und gefeiert. Aber die
Bedeutung seiner Lebensarbeit reicht über die Grenzen
seines Landes hinaus. Das neue dänische Porzellan hat
in der ganzen Welt bewundernde Aufnahme gefunden und
anspornend und vorbildlich auf die anderen europäischen
Fabriken eingewirkt. Diesen fördernden Einfluß haben
nicht am wenigsten unsere deutschen Manufakturen an
sich erfahren, und wir Deutschen haben daher besonderen
Anlaß, des Urhebers der modernen Bewegung in der
Porzellankunst zu gedenken. In einem früheren Jahr-
gange dieser Zeitschrift1) ist bereits die großartige Ent-
wicklung, welche die Kopenhagener Fabrik seit 1885 ge-

1) N. F. IX (1898), 213ff.
Kunstgewerbeblatt. N. F. xxi. H. 5

nominell hat, eingehend geschildert. Heute wird es sich
darum handeln, den persönlichen Anteil, den Krog an dem
Reformwerk hatte, darzulegen. n

□ Arnold Krog war von Hause aus Architekt und vorge-
bildet in den Architekturklassen der Kopenhagener Kunst-
akademie. Aber schon seine erste selbständige Arbeit
führte ihn auf das dekorative Gebiet. Nach seinem Ab-
gang von der Akademie im Jahre 1SS0 wurde er Mitarbeiter
an der Innenausstattung des nach dem Brande wieder auf-
gebauten Schlosses Frederiksborg. Seine dekorativen Stu-
dien setzte er dann fort auf einer zweijährigen Reise in
Italien; die Vorliebe, die er hier für die alten Majoliken
faßte, sollte die Brücke zu seinem späteren Beruf werden.
Er kopierte nämlich einige der schönsten Majoliken, die
er in den italienischen Museen fand, und diese Kopien
stellte er 1884 in der Jahreskunstausstellung in Kopenhagen
aus. Sie erregten die Aufmerksamkeit des Direktors der
Königlichen Porzellanfabrik Ph. Schon, welcher überzeugt

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