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Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 29.1986

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Nr. 1
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Buchbesprechungen
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Nickel, Rainer: [Rezension von: Gnilka, Christian, Der Begriff des "rechten Gebrauchs"]
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Hinweise und Mitteilungen
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https://doi.org/10.11588/diglit.35877#0032

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ge Teilaspekte christlicher Chresis wirkungsvoll vereinigt: den Fleiß, die kritische Energie, die ei-
nigende Kraft, das Zielbewußtsein des Nutzenden; im Objektiven sowohl den Wahrheitsgehalt
der heidnischen Bildung, die weite Streuung der einzelnen Elemente des Wahren über alle Ge-
biete vorchristlicher Kultur als auch die Mischung von Wahr und Unwahr, Brauchbar und Un-
brauchbar" (133).
Gnilkas Untersuchungen klären nicht nur den Vorgang der methodischen Nutzung der antiken
Kultur durch die Kirchenväter. Sie zeigen auch die Möglichkeiten christlicher Chresis im Verhält-
nis zu modernen Theorien und Versuchen, die Welt zu verstehen und zu deuten. Warum könnte
nicht auch die Theologie der Gegenwart nichtchristliche Weltentwürfe ,,richtig zu gebrauchen"
lernen, statt ihnen aus dem Wege zu gehen? Die Väter haben eine Methode entwickelt, deren
Anwendung keinesfalls an Aktualität verloren hat. Die ,,Theologie der Befreiung" scheint in La-
teinamerika diesen Weg zu gehen und in einer von Ausbeutung und Unterdrückung geschlage-
nen Welt den Marxismus ganz im Sinne der Kirchenväter,,richtig gebrauchen" zu wollen.
R. N.

Hinweise und MitteÜungen

1. Jan Noväk: Werke für den Lateinunterricht
Der tschechische Musiker Jan Noväk (1921-1984) war der größte und fruchtbarste Lateinkompo-
nist seit der Renaissance, vielleicht seit dem Altertum überhaupt. Wie kein anderer hat er es ver-
standen, den antiken Sprachrhythmus zur Grundlage von Kompositionen zu machen, die eigen-
willig, aber meist doch auch eingängig sind. Viel zu wenig bekannt ist, daß sich viele seiner Wer-
ke auch mit Schülern erarbeiten lassen, daß sie zur Ausgestaltung von Festen und zur Belebung,
ja Vertiefung des Lateinunterrichts beitragen können. Die folgende Liste enthält nur die "leichte-
sten«, in besonderem Maß für die Schule geeigneten Werke.
Scho/a cantans, graves auctores Latini leviter decantandi (1973), Verlag G. Zanibon, Padova,
5413 (Catull, Floraz, Phaedrus, Martial, Caesar u.a.): für Klavier und Gesang; mit Elementen der
Pop-Musik (19,— DM).
Candca Lat/na, poetarum veterum novorumquecarmina (1985), Artemis Verlag München/Zürich
(50 lateinische Lieder auf Texte von Plautus bis zur Gegenwart): für Klavier und Gesang; strophi-
sche, meist leicht erlernbare Kompositionen (29,80 DM).
F/ordegium cantionum Latinarum. Bd. I: hymni et cantica natalicia (1972), Zanibon, Padova,
5260; Bd. II: carmina profana (1974) Zanibon 5421: für Klavier und Gesang; auf lateinische Texte
des Mittelalters, z.T. nach den Originalmelodien bearbeitet.
Dicteba in puedas (1973), Pro Musica Studium, Rom (Via Franco Sacchetti 96, 1-00137 Roma): für
zweistimmigen Knabenchor und Solovioline; entzückende, von Jan Noväk selbst verfaßte Spott-
verse auf kleine Mädchen; der Violinpart anspruchsvoll.
Aesopia, VI Phaedri fabellae (1981), Filmkunst-Musikverlag München (Gabelsberger Str. 51,8000
München 2): für gemischten Chor und Orchester (daneben Fassung für 2 Klaviere); geeignet auch
zur tänzerischen Aufführung.

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