Meyer, Carla
Die Stadt als Thema: Nürnbergs Entdeckung in Texten um 1500 — Mittelalter-Forschungen, Band 26: Ostfildern, 2009

Page: 221
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/mf26/0222
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
2.3. Politische Dichtung und städtisches »Image'

221

diesen rühmenden Worten die Bitte an Gott hinterher: Lind s/zü/? zzzz/ztzTzz/? sein
/zcrz zzz, / Das aHer sein zorn dorinn eriescd / Lfzzdyzzr/zzz/? deinen zorn seinen ueinden
an^drescd.^

2.3.4. Vom gerechten Krieg
Auch Dichtungen zu späteren Ereignissen, etwa Hans Schneiders Spruch von
der Böhmenschlacht bei Regensburg am 12. September 1504/^ betonen die
»humane Kriegsführung« als positives Image-Merkmal. Schneiders Reimrede,
als Gespräch zwischen dem Sprecher-Ich und einem fürstlichen Boten aus Bay-
ern inszeniert, das im Wechsel von Frage und Antwort Ursachen und Verlauf
des Krieges schildert, lobt daher nicht nur die besondere Tapferkeit der Nürn-
berger Truppen, die auch die Aufmerksamkeit des Königs erregt habe: dar /dz-
zzzg sacd zzzzz/z and großer gar, / wo Näraa&arg and zraa da/aa war, / Näraadargar^aada
saed ama sedwadaa / aad azäfdcd gaa daa^i/adaa sfradaa, / dasgdcd zr daaddaai aad
z'r daso/dfaa / dza fdafaa azaadcd was sza sodaad^ Zugleich rechtfertigt der Dichter
sein Lob der Nürnberger mit ihrer für die Bevölkerung schonenden Art der
Kriegsführung: Näraadarg fdaf ZTddcd razsaa; / aa sfaf aad dör^ar, azardaaf adaa, / da
draaf azaa ad aad da/? sza /adaa / aad zra woaaag aaoardözd; / so/cd drzagaa daa zed
daaz gadörf.^^ So vorbildlich verhielten sich die Reichsstädter freilich nicht bei
allen ihren Kriegszügen. In einem Ratsverlass zum 30. September 1519 findet
sich das Zugeständnis an den Bücherdrucker Friedrich Peypus, das ar azas Rats
aafscda/dzgaag das azordpraaaaas da/d o^äadzed azög^äd dadaa.^
Welche Rolle die Vorstellung des dadaaz zasfaaz^ für die Einordnung krie-
gerischer Ereignisse spielte, an welchen Aspekten und Kriterien sie gemessen
wurde und wie sie vor allem von Nürnberger Seite für die eigene »Imagebil-
dung« nutzbar gemacht wurde, soll im Folgenden am Beispiel der politischen
Dichtungen zur Schlacht am Wald im Jahr 1502 und zum zweiten Markgrafen-
krieg der Jahre 1552 bis 1555 diskutiert werden. Denn in der Tat hielt die von
Rosenplüt beschworene Friedensliebe der Markgrafen nicht lange vor und das
Ringen um den Sieg war mit dem Friedensschluss im ersten Markgrafenkrieg
am 27. April 1453 in Lauf keineswegs dauerhaft bei gelegt worden. Keine der
strittigen Fragen war grundsätzlich gelöst, die Gegnerschaft von Reichsstadt
und Burggraf blieb bestehen. 1494 flackerte daher der Streit zwischen den frän-
kischen Fürsten - nun Albrechts Söhnen Friedrich und Sigmund - und Nürn-

282 Ebd.,V. 162-164.
283 Ed. Lil. 2, Nr. 244, S. 545-549, vgl. SCHANZE, 1992, Sp. 790f. (Überlieferung und Inhalt).
284 Lil. 2, Nr. 244, V. 153-158. Nicht auf die Nürnberger allein, doch auf die städtischen Kampf-
genossen allgemein bezogen, erklärt der Dichter, mnnüzos frommen h/derrnnns szzon sei darauf-
hin durch den König zum Ritter geschlagen worden, vgl. ebd., V. 200-204.
285 Ebd., V. 218-222.
286 HAMPE, 1928, S. 260.
287 Zur juristischen, politischen und theologischen Diskussion des Begriffs Mlnm /MsZzzm mit ih-
rer bis in die Spätantike zurückreichenden Tradition, die hier freilich keine Rolle spielen soll,
vgl. einführend HARTMUT BoocKMANN, Art. Bellum iustum, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 1,
München, Zürich 1980, Sp. 1849-1851.
loading ...