Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien — 1.1898

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Mosaikinschriften aus Cilli.

Wenige Schritte entfernt von dem Orte, wo im frei mit Ausnahme eines kleinen Theiles, auf welchem
Jahre 1889 ein bedeutender Mosaikfund gemacht eine Osteria erbaut war. In den letzten Jahren
wurde, der sich jetzt im Joanneum zu Graz befindet, wurde derselbe gar nicht benützt; in den fünfziger
wurden im verflossenen Jahre noch bedeutendere Jahren war hier, wie ich vernehme, ein Gemüse-
Mosaiken aufgedeckt. Letztere bedeckten den Boden garten angelegt. Später wurde der Platz an herum-
einer altchristlichen Basilika. Am 20. Mai 1897 ziehende Truppen zum Aufschlagen ihrer Buden,

stieß man auf Ringelspiele u. s. w. vermietet. Spuren, welche

—^ie Umfangs- eingerammte Pfähle im Mosaikboden hinterließen,

U^THtE^^^ \ mauer der Ap- waren an einigen Stellen bemerkbar.
2 —M >C\ • •

\\ sis bei den Kurze Nachrichten über die Funde wurden

\ \ Grundaushe- während . der Ausgrabungen gelegentlich in den

\\ \ _ bungen für Grazer Tagesblättern gebracht. Vgl. „Deutsche Wacht"

den Bau des in Cilli vom 3. Juni und I. Juli; Ich ordne im

neuen Postge- folgenden die Inschriften nach ihrer räumlichen Ver-

- bäudes in der theilung. Den Buchstabenformen nach dürften sie

Ringstraße; in frühestens ins ausgehende Alterthum fallen,
den folgenden
Tagen wurde
ein Mosaik-
streifen, der
sich in einer
|—| Breite von

^ ^2 2'70m längs Die einzeilige Inschrift enthält außer dem Reste

derApsiswand eines Namens, von dem etwa 4 Buchstaben fehlen,

hinzog, bloß- die Angabe der Flächenfuße, welche der Spender

gelegt. Dieser legen ließ. Das Rechteck, von welchem die Inschrift

Streifen ent- eingeschlossen ist, ist o'20m breit und mit Aus-

Fig. 12. Altchristliche Basilika in Cilli. hielt in einem schluss des fehlenden Theiles 0'8om lang. Es war

Muster, das von einem noch theilweise erhaltenen Flechtbande

aus Quadraten, Dreiecken und Rauten zusammen- (spira) umschlossen,
gesetzt war, zwei Inschriften, von denen die eine
(1) in der Mitle unmittelbar vor dem Bischofsitze (?)

angebracht war, während sich die andere. (2) links ~T T~ w ^ jitstinia

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. us f(ecit) p(cdes) CCXL

vom Bischofsitze und der ersten Inschrift befand.

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Außerdem wurden noch Ii Inschriften (3—13) im %VfLM,iJM1— onus f(ecit) p(edes)

CXX

Mittelschiffe aufgefunden, deren Lage aus der beige- ^ÖS^SS^f^^^^

gebenen Skizze (Fig. 12) ersichtlich ist. Ich gebe im

folgenden vorläufig diese 13 Inschriften mit Ergän- *^

zungen und den nothwendigsten Bemerkungen. Einem in 5 Felder getheilten Kreise von

Erinnert sei noch, dass der unter dem Hofe des 0*78m Durchmesser eingeschrieben. Im ersten

jetzigen Postgebäudes liegende Theil nur zum ge- Felde eine Taube mit einem Zweige, in den vier

ringsten Theile bloßgelegt worden ist. Ferner hat folgenden die Inschrift. Den Kreis umschloss ein

der Mosaikboden an den erhaltenen Stellen durch O'l5™ breites Flechtband; die dasselbe abschließende

verschiedene Einflüsse sehr gelitten. Selbst in den äußere Kreislinie mit einem Durchmesser von

letzten 50 Jahren dürften die Mosaiken, die bei l-iom war einem Quadrate eingeschrieben. Hie-

ihrem Auffinden nur ungefähr 0'6om unter dem durch ergaben sich an den vier Ecken des Qua-

Niveau lagen, manchen Beschädigungen ausgesetzt drates freie Räume, von denen die beiden unteren

gewesen sein. Der Platz war nämlich in dieser Zeit mit je einer Taube und wahrscheinlich je einer ara
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