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Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien — 1.1898

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https://doi.org/10.11588/diglit.19227#0324

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195

i gö

554. 41 H2 535 mit A. 6; 537 mit A. 4). Als
erster wurde zu diesem Amte Vestaiis berufen, ein
Solin des Königs Donnus und Bruder des praefectus
civitatium in den Alpes Cottiae, des M. Iulius Cottius,
bisher primus pilus in einer moesischen Legion
(Prosopogr. III 408 n. 302); vgl. Ovid ex Ponto IV
7, I ff-:

missus es Euxinas quoniam, Vestaiis, ad undas,

ut positis reddas iura sub axe locis,
aspicis en praesens, quali iaceamus in arvo.

Zur Aufgabe dieses Praefectus gehörte es, das Ver-
theidigungswesen und die Rechtspflege (,reddas iura')
am linken Pontus nothdürftig in Ordnung zu bringen.
Dass dies einigermaßen gelang, zeigt vielleicht am
besten der Umstand, dass Ovid mit Ausnahme eines
von Pomponius Flaccus zurückgeschlagenen Über-
falles der Feste Troesmis (ex Ponto IV 9, 79) in
dem zwischen 14 und 16 verfassten IV. Buche der
epistulae ex Ponto von neuerlichen feindlichen Inva-
sionen, besonders im Gebiete von Tomis, völlig
schweigt, während die Tristien und die vorhergehenden
Bücher ex Ponto bis zur Ermüdung Klagen über
diesen Gegenstand variieren. Auf die Rückkehr
ruhigerer, geordneter innerer Zustände deutet die
Wiederaufnahme der in der letzten Zeit der römi-
schen Republik und unter Augustus ganz aussetzenden
localen Münzprägung in Tomi zur Zeit des Tiberius
(Mionnet Suppl. II 183 n. 731; Münzen mit dem
Bilde des Gaius bei P. Becker, Beiträge zur genaueren
Kenntnis Tomi's und der Nachbargebiete, Jahns
Jahrbücher für Philol. und Paedag. Suppl. XIX 360;
Pick a. a. O. S. 57) und die Äußerungen eines be-
haglicheren municipalen Lebens in Ovids spätesten

Gedichten; so die Veranstaltung von Spielen am
Geburtstage des divus Augustus, bei welchen der
Dichter als Agonofhet fungierte (ex Ponto IV 9,
115 f. vom 15/16), die Verleihung der axiXs'.a. an
Ovid von Seiten der Tomiten wie der Nachbar-
gemeinden und seine Bekränzung (ebenda 101 ff.;

IV, 14, 51 ff)-

Als Kaiser Claudius im J. 44 Macedonien und
Achaia wieder dem Senate übergab, kam das Küsten-
gebiet am Pontus nicht an Macedonien zurück,
sondern blieb unter dem Legaten von Moesien. Die
folgenden Ereignisse, auch die Einziehung des
thrakischen Reiches im J. 46, haben an der Ver-
waltung des linken Pontus nichts geändert; sein Gebiet
wurde durch die Eroberungszüge des moesischen
Legaten Plautius Silvanus in den J. 62/63 noch
über den Ister hinaus beträchtlich erweitert (v. Doma-
szewski, Rhein. Mus. NF XLVII 209 ff.). Seit der
Errichtung der Provinz Moesia inferior unter Domitian
bildeten die griechischen Küstenstädte von Istros
bis Mesembria mit ihren Territorien einen festen
Bestandtheil der neuen Provinz, deren Legaten sie
— im Gegensatz zu einem großen Theile der ripa
Thraciae — nach den von Patsch, Wiss. Mitth. aus
Bosnien V 349 zusammengestellten Belegen sofort
unmittelbar unterstellt waren. Doch hebt sich das
seit dem I. Jh. bestehende xotvöv "rijg *E£a7t6XE(i)g
TOB £Ü(uv6|xou növeou, über welches neuerdings Kalo-
pothakes p. 65 ff. und Patsch a. a. O. gehandelt
haben, noch immer als besondere Organisation mit
einem eigenen Kaisercultus, dem der novTdpx?); vor-
steht, von der übrigen Moesia inferior ab, deren
sacerdos provinciae seinen Amtssitz zu Troesmis
hatte (oben Sp. 191).

Wien ANTON v. PREMERSTEIN.

Zur Bronzeinschrift von Olympia.

(S. oben S. 197 ff.)

Für das räthselhafte ädsaX-üojhais in Z. 12
möchte ich den folgenden Erklärungsversuch zur
Erwägung stellen. Durch Ptolemaios Hephaistion
bei Photios Bibl. 1516 15 Bckk. (FHG IV 305)
ist äsX-cos für ä-faftö; als kretisch bezeugt: Xvir)vu)p
Ss 6 xäc, Kprj-ucxä; -fpdcjia? EcrropEac; 8sXza Sca xb
ä-;a&öc, stvai xai y.\6no\i$ (vgl. über diese Bei-
namen Lehrs, Quaestiones epicae 20) • tou; fötp

Kpvjxaj tö ä"fa9-6v SiA-ov xaXsTv. Schon von Klee-
mann, Reliquiarum dialecti creticae p. I (Dissert.
Halens. I) 31 ist zu diesem SeXto; mit Zustimmung
anderer Forscher (G. Meyer GrGr 3 266, W. Prell-
witz, Etymologisches Wörterbuch 47) ßsA-cEwv jäsA-i-
a-cog gestellt worden; wie ßo6Aou.at, das man mit jener
Sippe in Verbindung bringt, in den dorischen und
dem eleischen Dialecte als 5fjXo\ica erscheint, so hätte
 
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