Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 17.1899

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die Schauspieler unter Gumperz Direktion
von Ulm weggegangen.
(Fortsetzung folgt.)
.—.
Kritik der Wappen der Minnesinger
anF Schwaden.
Ein Beitrag zur Geschichte der christlichen Mystik
in Schwaben und Alamannien.
Von F. Mone.
XXX.
Die Züricher Wappenrolle teilt unter
Nr. 275 das Hohenstoffelsche Wappen
mit. Der silberne Schild hat drei rote
Löwentatzen nach rechts gestreckt. Die
Helmzier bildet ein rot bekleideter Jung-
franenhals mit roten Löwenvorderfüßen
als Arme. Dasselbe Wappen findet sich
in der Kirche zu Weiterdingen am Fuße
des Hohenstoffeln in dem Hornsteinschen
Schilde, weil die Hornstein die Stoffeln
beerbten.
Die älteste Form des Stoffelschen
Wappen mit den drei Löwentatzen soll
von 1318 sei». Bemerkenswert scheint
es mir, daß im Ueberlinger Geschlechter-
bnche (1225—1595), herausgegeben von
Or. Sevin, die Familie von Eigeltingen
(T^gelkiligeir) 1293 denselben Schild
führt wie die Hohenstoffeln, nämlich
1
drei 1 rote Löwentatzen in Silber.
1
Die Hclmzier fehlt bei dem Eigeltinger-
schen Wappen. Der Namen dieses Dorfes
lautete früher Eigeldingen. Es liegt im
badischen Amte Stockach und im Land-
kapitel Engen und hat eine dem hl. Mau-
ritius geweihte Pfarrkirche. Wahrschein-
lich führt es seinen Namen von Aygil
und Thingen als Unterscheidung von
Thiengen und Thengendorf. Es liegt an
der Krebsbach, eine halbe Wegstunde von
Schloß Langenstein, von welchem der
Dichter Hugo von Langenstein (1299)
den Namen hat. In der Eigeltinger
Kirche ist ein Seelenamt für die Ritter
Arnold und Hugo von Langenstein schon
im 14. Jahrhundert gestiftet worden.
Daß die Herren v. Hohenstoffeln auch
in Eigeltingen begütert waren, sowie daß
ein Zweig dieser Familie sich nach dem
Dorfe von Aygeltingen benannte und in
Ueberlingen schon 1293 das Bürgerrecht

besaß, ist nicht unwahrscheinlich. Nach
Mone, Zeitschrift für d. Gesch. d. Oberrh. 1,
S. 332, 409, kommen ein Rüdiger von
Aigeltingen 1274 und ein Konrad seile-
rnrius 6e 7^i§o1tinZen 1235 vor.
Das Kloster Salem kaufte im 13. Jahr-
hundert Güter von einem Otto v. Aigol-
tingen und seinem Sohne Gottfried. Der
erstere wurde Laienbruder im Kloster Sa-
lem. — Mithin wäre es denkbar, daß der
Dichter v. Stoffeln unter dem Namen
Eigeltingen im Manesse Kodex stände. Aber
auch dieser Name findet sich in der ge-
nannten Handschrift nicht. Aus welchem
Grunde mag Heinrich v. Klingenberg diesen
Dichter nicht in seine Sammlung ausge-
nommen haben? — Die Familie der Hohen-
stoffeln muß dem Bischöfe Heinrich von
Klingenberg bekannt gewesen sein.
Das Wappen der Stöffeln (Stoffel-
berg) Gönningen ist nach einem Siegel
von 1323 ein aufrechter, rechtsgekehrter
kampffertiger (schwarzer) Löwe. Die Um-
schrift lautet: s. T^Iberki 6s Ltoüffein),
vielleicht Lto6elber§. Siehe Mone, Zeit-
schrift für d. Gesch. d. Oberrh. 1, S. 105,
und 3, S. 102, wo ein Lonrnckus 6e
Zwpllsls 1192 genannt wird. Dambacher,
der jene Urkunde edierte, hält den Dichter
Konrad v. Stöffeln für ein Glied gerade
dieser Familie. Darnach muß ersterem
der schwarze Löwe in Silber als Wappen
zugesprochen werden.
Nach Grünenbergs Wappenbuch gehörten
die Stöffeln (Stoffeln) bei Gönningen und
vielleicht auch die Schnrly v. Stoffeln zur
Turnier-Gesellschaft zur Krone. Daß die
ersteren einen schwarzen, aufgerichteten
Löwen in Silber führten, darüber ist kein
Zweifel. Eine Verwechslung der Stosfeln-
Gönningen oder der Schnrly v. Stoffeln
mit den Hohenstoffeln kann bei Grünen-
berg nicht stattgefunde» haben, da dessen
Wappenbuch ausdrücklich bemerkt, daß die
Hohenstoffeln zur Gesellschaft vom Fisch
und Falken (Habicht und Hecht) gehört
haben. In einer Urkunde von 1283 nennt
sich Berlhold v. Hohenstoffeln: Ltollelrie
und Lkoplriln. (Siehe Zeitschrift für d.
Gesch. d. Oberrh. 38, S. 387.) Von der
Familie Stöffeln-Gönningen sind mir keine
Grabsteine bekannt. Der Komthur Peter
v. Stoffeln in der Deutschordenskommende
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