Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 17.1899

Page: 176
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durch den Ruhm der Wnnderlhätigkeit aus-
gezeichnet worden. Als weitere Deuk-
Würdigkeiten unter Ulrichs Negierung sink
berichtet, daß von dem auf Otto folgenden
Bischof Friedrich III. von Kon
stanz, einem geborenen Grafen von
Zollern, im Jahre 1434 eine Synode
veranstaltet wurde zur Beratung über das-
jenige, was dem Wohl des „stntus eccle-
sinsticus" förderlich scheine. - ES seien
damals in der Diöcese Konstanz
3 5 0 Klöster, 1761 Pfarrkirchen
und 1 7 0 00 Priester gezählt worden.
Sodann sei im Jahre 1454 im Kloster
des hl. Marcellinns und Petrus zu
Seligenstadt ein Pr o v i n z i a l kapite l
abgehalten worden, bei welchem die Aebte
Wolfram von Hirsau, Christian
in Erford und Ulrich von Wib-
lingen den Vorsitz führten. Auch bei
andern Provinzialsynoden (zu Würzburg,
Blaubeuren, Mainz, Hirsau) sei der Abi
von Wiblingen mit dem Vorsitz beehrt
worden.
Im Jahre i486 sei mit Erlaubnis des
Abtes Ulrich die Pfarrei Jlierriedeu,
vorher Filial von Harthausen oder Weig-
lishofen, zur selbständigen Pfarrei erhoben
worden, und im Jahre 1473 ebenso Dona n-
stettcn, das vorher zur Pfarrei Erbach
gehörte.
Nach 40jähriger Negierung übertrug
Ulrich im Jahre 1473 den Stab seinem
Prior, damals zugleich Domherr in Frei-
sing, Johannes II. lieber die Resignation
wurde von Bischof H e r m anu v o n K'o n -
stanz eine Urkunde ausgestellt, deren Ab-
schrift in den Annalen aber viele Lücke»
anfweist. Ulrich starb noch im Dezember
desselben Jahres an Altersschwäche, lieber
sein Grab ist aus einem Fragment folgende
Stelle angeführt: ,,3epultus est retro
post Altäre b. Vir§. in meckio templi,
in cujus Inpicke bnec nuper Ie§i (nnnuw
et ckiem leZere neczuivi) L. Olricüs
Illnlbb^el et nkbns et relormntor bujus
mcmnsterü ^Viblin^en, cujus nnimn re-,
czuiescnt pnce!" Aus einem Zeugnis
des Jakob Fugger führt der Annalist an
„Illic nbbns vnlcke eruckitos et ckoctos
monncbos enutrivit, ut ex eis octo in
nbn IVlonnsterin -gbbntes postulnti sint,
nempe . .
Daß unter diesem Abt auch das wissen-

schaftliche Leben eifrig gepflegt wurde und
in hoher Blüte stand, das beweist die
große Zahl von Schriftstellern und die
Menge der geschriebenen und verfaßten
Bücher aus seiner Zeit. Als Schriftsteller
sind besonders genannt: ?. jjonnnes 6s
3pirn, monncbus monnst. ^Vibl. scrip-
sit: ,, jnterroALtorium nck Untres relor-
mnnckos in Ilibbotbec num. 278/' 6 so r-
§ius UIIusZ 6e OnttinZen tuuc
tencporis Enpellnnus inWiblin^en (Ocknl-
rico nbbnte trnnscripsit anno 14z 8 IVInm-
motrectum (?) uum. 6z), Uuck 0 vjcu s
Hin rer 3nn§nII<^nsis t trnnsscripsit 165-
rune scintillnrum llibbotb. num. 64).
Nnrtinus Vmler 6e 6)-ssIin§
inonncbus Wibl., „stnturn pusillus,
inininrus e Untribus" schrieb im Jahre
1443 ein Lommentnrium in 3ummuln
Hn),muncki nun» Z04, im Jahre 1455
,,lJunckrnZennriu.s 5. Ore^orii stlnZni
num. 158", im Jahre 1456 eine» „Lom-
ncentnrius U)-rnni in )osue, )uckicum,
I6utb,ke§um,?nraIipomenonnum. 1 izP
im Jahre 1458 eine 3ummn 4'beoIoZine
pnrt 1. 5. Dbornne T^iguin. num. 248,
im Jahre 1459 Ur. Ickenricus 6e 6nu-
cknvo (wahrscheinlich eine Biographie) num.
247, und im gleichen Jahre eine Iristorin
5usnnnne num. IIZ ,,et nrultu nlin, in-
czuibus nomen suum mockeste oppres-
sitU Auch als Dichter habe er sich be-
währt. Ein anderer ist IVInrczunrckus
noster genannt; er schrieb ,,HeZulnm
5. Hieron^mi, 3. keneckictip brevem
vivencki lormnm ckevotissimnm nck Un-
tres Ooenobistns incerti nuctoris'y ferner
einen „Drnctntus 6!ctus IVleckeln nnimne
vulnerntne^, ei>> Dirsctorium conlessn-
riorunr (sscunckuin omnes cnsus) §er-
mnnice et Intine geschrieben. Auch habe
er als Verehrer der Mutter Gottes ein
Leben Mariä in Versen und das 3nlve
R.e§inn und Nn§ni6cnt deutsch verfaßt.
3)-mon Dop beim schrieb theologische
und musikalische Werke.
(Fortsetzung folgt.)

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