Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 17.1899

Seite: 81
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Erneuerung der Abonuementpeinladung!

Bur Geschichte des MoulieuHiosrers
iu Warthausen.
Von Stuck. tbeol. Gustav Merk.
Sucht» wir die geschichtliche Entwick-
lung kleinerer Klöster zu ermitteln, so
stoßen wir auf mannigfaltige Schwierig-
keiten. Fehlt es uns ja nicht selten an
dem einschlägigen Urknndemnakcrial und
wenn je dasselbe noch vorhanden ist, so
läßt sich sein gegenwärtiger Lagerort —
namentlich bei der Zugehörigkeit der Klöster
zu verschiedenen Provinzen — nur mit
Mühe ausfindig machen. Was dann im
Notfälle ältere gedruckte Chroniken und
Sammelwerke an Notizen bieten, grenzt
manchmal ans Unwahrscheinliche, ganz ab-
gesehen davon, daß bei der gegenseitigen
Abhängigkeit der Autoren die Unrichtig-
keiten in der Darstellung des einen auf
die des anderen übergehen.
Das Material, das uns zu Gebote stand,
ist äußerst brüchig. Da die Frauenklanse we-
der in politischer noch in wirtschaftlicher Hin-
sicht eine Nolle gespielt, da sie ohne Zweifel
arm gegründet und gemäß der dritten Regel
des hl. Franziskus arm geblieben, so war
sie nach außen und auch in der Provinz
selbst nur dein Namen nach bekannt. Da
sie ferner außer znm Franziskanerkloster
in Ehingen, von dem sie seit dem Jahre
W80 trotz einer Entfernung von drei
Stunden pastoriert wurde, i» keine an-
deren Konnexionen und Korrespondenzen
trat, so fließen die Quellen äußerst dürf-

tig. Das chronologische Verzeichnis 0 über
die im Kloster Warthause» befindlichen Ur-
kunden und Dokumente ist spärlich. Von
den 21 verzeichneten Nummern sind die
meisten Kaufs- und Dotationsbriefe, die für
die Geschichte der Klause von geringerem
Interesse sind. Wir waren deshalb haupt-
sächlich ans das „UrotocoIIum Urntrum
minorum ZeurcU Urnnaisci seu /crcllö-
typum'/2.) aiigimiesen. Dieses selbst aber
berichtet leider über einen zu knappen Zeit-
raum von nicht einmal ganz 80 Jahren,
(1643—1722), als daß wir ein Gesamtbild
des gemeinsamen Lebens im Warihauser
Klösterlein gewinnen könnten. Wie aber
diese so bedeutungsvolle Zeit den Glanz
und die Würde vieler klösterlicher Kon-
gregationen ans allen Gebieten verschwinden
sah, so zeigt sie uns auch hier die un-
erfreuliche, allerdings auch anderwärts sich
nur zu oft hervorhebende Thatsache teils
selbstverschuldeter, teils durch die Zcit-
nmstände herbeigeführter Disziplinlosigkeit,
die für die weitere Existenz der Klause
hätte verhängnisvoll werden können. Ein
damaligerPfarrherr Bartholomäus Schelck-
lin mit Namen ließ deshalb, wie es scheint,
kein Mittel unversucht, um die Schwe-
stern ans ihrer Klause teilweise zu ver-
drängen, allein vergebens. Die Auf-
hebnngöakten schließlich ans dem König-
lichen Hans- und Staatsarchiv geben nnS
') Staatsarchiv Stuttgart. Von Mutter und
Kvuvcnt am 8., Oktober 1780 ausgestellt.
2) Rathaus Ehingen.
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