Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 17.1899

Page: 97
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Organ für Geschichte, MtertumMmde,

Gunst und Kultur der Diärese Uotteudurg und der angrenzenden Gebiete.
theransgegeben und redigiert von Amtsrichter a. D. Bert! in iFavciiKüurg.
Beiträge, Korrespondenzen re., Rezensions-Exemplare, Tanschzeitschrislen re. »vollen
stets direkt an Amtsrichter a. D. Be ck in Jtavensbnrg, Bestellungen nnd Reklamationen an
die Expedition des „Deutschen Volksblatts" in Stuttgart, Urbansstrasze 94, gerichtet werden.

Ar. 7.
-lSgg.

Erscheint monatlich einmal nnd ist halbjährlich durch die P vst zum Preis von
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Verzeichnis aller Ueltte und der vom
Beginne deK XVI. Jahrhunderts vi^
W6i verstorveneullWöttche der Geichs-
avtei Gchseuhauseu 0. 8. ösiioä.,
von l?. Pirmin Lindner, O. 8. L.
GedonkLlatt an deren Gründung im Jahre 1099.
Vorbemerkn n g.
Ochsenhausen wurde im Jahre 1009
zu Ehren des hl. Georg von drei Brüdern
Hawiu, Adalbert und Conrad, Edlen von
Wolfhartöwendi (die sich auch Edle von
Grönenbach schrieben) gestiftet nnd zwar
als ein vom Stifte St. Blasien auf dem
Schwarzwalde abhängiges Priorat. —
Durch Papst Bonifaz IX. wurde Ochsen-
hausen von St. Blasien getrennt und eine
selbständige Abtei (Breve vom 14. Febr.
1H91). Das Territorium des Neichs-
siiftes zählte 11 000 Einwohner; die jähr-
lichen Einkünfte waren ungefähr 100 000 fl.
Durch den NeichSdepntationLschlnst (Februar
1803) erhielt Graf (nachher Fürst) Met-
ternrch die Abteigebände nebst drei Vier-
teilen des Stiftögebietes als Entschädigung.
— Der Fürst gönnte den Religiösen als
Pensionären in den Klostergebäuden bei-
sammen zu wohne», nnd obschon er ihnen
diese große Wohlthat für die Dauer ihres
Lebens zngesichert hatte, so wußte man
doch den König von Württemberg (unter
dessen Landeshoheit vermöge der rheinischen
Bnndesakte im Sept. 1806 Ochsenhansen ge-
kommen war) zu bestimmen im Mai 1807 die
Kommunität anfzulvsen und den Befehl er-
gehen z» lassen, daß die Religiösen das
Kloster z„ räumen hätten. Im Juni
1807 mußten sie ihr Kloster verlasse»
nnd da und dort im Marktflecken Unter-

kunft suchen. Erst im Jahre 1814 ge-
lang es einigen allen Religiöse» gegen
eine jährliche Miete von 60—70 fl. die
eine oder andere Zelle ans eigene Kosten
wieder herzustelle» und bewohnen zu dürfen,
wo sie ihre Tage beschlossen. — Am
23. März 1825 verkaufte Fürst Metternich
das ihm Zugefallene Gebiet von Ochsen-
hansen (mit Ausnahme des Amtes Snl-
me(n)tinge» und des Schlosses Heröbcrg)
,ür 1 200 000 fl. an die Krone von
Württemberg. Es waren 14 Dörfer,
15 Weiler und 14 Höfe. Die Kloster-
zebände sind noch gegenwärtig württem-
bergischcS Staatseigentum.
Das Wichtigste ans der Negie-
rung der Aebte hat bereits k. Georg
Geisenhof in seiner Monographie über
Ochsenhansen mitgeteilt (siche die Quellen).
— Die gedruckte nnd handschriftliche Lit-
teratnr, sowie die seit 1750 verstorbenen
Schriftsteller dieses Stiftes nebst
ihren Schriften hat der Verfasser dieses
Verzeichnisses in der Zeitschrift „Studien
O. L. LeneU.," J.chrg. 1885 veröffentlicht.
Daher werden diese in vorliegender Arbeit
nur sehr kurz besprochen, dafür aber jedes-
mal ans die betreffende Stelle in den
„Studien" verwiesen. Abfällige Nach-
träge zum litterarischen Nachlasse wurden
ausgenommen.
WaS die g e d r n ck t e L i t t e r a t u r
über Ochsenhanscn anbelangt, so wurde
mir seit 1885 folgendes bekannt: „Be-
schreibung der Klosterkirche" von Prof.
Keppler. In den Hist.-politischen Blättern
1888. Bd. 102. S. 473 re. - JlS, Jakob,
das Bened. Neichsststt Ochsenhansen einst
nnd jcht.Ochsenhanscn 1896, 74 S. 8A Mit
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