Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 17.1899

Page: 113
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Organ für Geschichte, MtertuiiiDuiide,

Annst und Nnltnr der Diärese Gottenünrg und der angrenzenden Gebiete.
Eoransgegebou und redigiert von Amtsrichter ci. D. BccK in tkavett^turg.
Beiträge. Korrespondenzen re.. Rezensions-Exemplare, Tanschzeitschriften re. wollen
stets direkt an Amtsrichter a. D. Beck in Ravensburg, B e stel l nng en nnd Reklamationen an
die Expedition des „Deutschen Bvlksblnlts" in Stuttgart, Urbansstraße 84, gerichtet werden.

Ar. S.
-lSSS.

Erscheint monatlich einmal nnd ist halbjährlich durch die Post zum Preis von
M. 1.90 ohne Bestellgebühr; durch alle Buchhandlungen sowie gegen Einsen-
dung des Betrages direkt von der Expedition um M. 2.10 (außerhalb des
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noncen rc., welche der Richtung dieser Zeitschrift nicht znwiderlausen, werden von
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Lnr Schiller-Genealogie
(die Schiller von Herder» ans Nied-
l in ge n, nicht identisch mit der Familie
Friedrich Schillers!).
Von Amtsrichter a. D. B e ck.
In dem vorderösterreichische» Mnnizipal-
städtchen Riedl in gen a. D. war i»
früheren Jahrhunderten (so im 14. nnd 15 )
eine Familie Schiller ansässig, welche
schon im Jahre 1338 durch Kaiser Lud-
wig den Bayer den Adel erhalten haben
soll. H. Schreiber führt in seiner Ge-
schichte der Albert LndwigS-Universität zu
Freibnrg i. B. (I. S. 228-232) ein
hervorragendes Glied dieser Familie an,
den im 15. Jahrhundert zu Niedlingen
geb. Bernhard Schiller, welcher am
27. Ang. 1490 an der Freiburger Hoch-
schule immatrikuliert, zwei Jahre später
Baccalanrens bei den Artisten und 1494
Magister dieser Fakultät wurde, in welcher
Eigenschaft er auch als Realist über
Schriften des Aristoteles las. Im Sept.
1503 ward er, vorerst ans ein Jahr, mit
einem Gehalt von 32 fl. zum Lektor der
Medizin anfgenommen. Nach Ablauf
dieses Jahres trat er sowohl bei seiner
neuen Fakultät als beim Rate der Uni-
versität in volle Wirksamkeit und erscheint
nun in dieser sehr angesehenen Stellung
mit einem Gehalt von 70 Goldgnlden bis
1520. Wahrscheinlich infolge von Geistes-
gestörtheit wurde er in dem letztgenannten
Jahre von seinem Lehrstuhl entfernt und
obwohl sich die Regieruiig schon unterm
25. Jan. 1523 für seine Wiederanstellung
verwandte, war dies doch ebensowenig von

Erfolg wie das Eintreten König Ferdi-
nands am 29. Jan. 1527. Allerdings
.brach auch jetzt in verstärktem Maße die
Seeleustörnng wieder bei ihm aus. Er
wurde deshalb durch die Stadt in das
Irrenhaus zu St. Anastasius in Basel
verbracht, wo er im folgenden Jahre
wegen nicht bezahlter Knrkosten mit Schnld-
arrest belegt wurde. Wenige Jahre darauf
scheint er gestorben zu sein. Als Eigen-
tum besaß er das freundliche Landhaus
znm Weiher, das sog. Weiherschloß, wo
jetzt die BlindenvcrsorgungSanstalt (Haupt-
straße Nr. 4) steht, bei dem seit 1457 im
Besitze der Stadt befindlichen Dorf H e r-
dern (auch Herderen) gelegen, von
welchem her sich die Familie fortan „Schiller
von Herder(e)n" schrieb. Im Jahre 1542
wurde es von ° seinem Sohne Ioa ch i m
Sch. an einen nicht minder bedeutenden
Gelehrten und Lehrer der Universität, wie
sein Vater war, an den am 13. Aug. 1517
zu Stuttgart geb. Juristen Dr. Joachim
Mynsinger von Frundeck, Professor
des römischen Rechts zu Freiburg (ch 1588),
der es schon seit 1534 bewohnte, verkauft
und gleichzeitig wegen seiner unvergleich-
tichen Lage von Johann Tethinger Pedins
besungen. Der obengenannte Joachim
Zch- (s. Schreiber a. a. O. S. 231. II.
2. 373 f.) war der ältere Sohn Bern-
hard Schillers, bald nach 1500 zu Frei-
bnrg i. B. geh., hatte sich gleichfalls der
Medizin gewidmet und war mit seinem
jüngeren Bruder, Stephan Sckn, im Juni
1523 an der Albertina, am 2. Nov. 1523
an der Universität T ü bingen immatri-
kuliert. Im Jahre 1531 veisaßte er die
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