Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 17.1899

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Schwestern vor kurzem abgestorben seien
und froh sein mußten, daß man ander-
wärts derselben sich erbarmt und an-
genommen habe". Sie mögen also sehen,
daß das gleiche Schicksal nicht auch sie
ereile. Er habe ihnen weiter nahegelegt,
daß der einmal gefaßte Beschluß auch von
Erzherzog Leopold bezw. dessen Witwe, von
der Erzherzogin, placidiert werde und dem
Konzil von Trient gemäß sei. Deshalb
könne man von demselben „ohne hoch-
wuchtige, rechtmeßige, erhebliche Ursache"
nimmer zurückgchen, wenngleich derselbe
ans einige Zeit verschoben werde. Ferner
berichtet der Präsident, Zeuge seines Vor-
gehens sei ?. Uo§erir>5 a Türkheim und be-
merkt weiter: Die Schwestern haben einen
heimlichen Anshetzer und unter allen habe
sich die Helsmntter Regina Spannain am
rebellischsten gezeigt. Er glaube, daß „das
Kloster Neuybnrg ihnen das Hirn ver-
rückt" habe.
1644 Febr. 21. revociert die Mutter
der Marlhauser Klause, Maria Silleri»,
die unterm 34. Januar an den Provinzial
Friedrich abgesandte und gegen den Prä-
sidenten Bernardin von Freibnrg gerichtete
Protestation: Sie bitten um Verzeihung,
daß sie den Präsidenten einen „gewalt-
tetigen" genannt haben und daß sie „un-
bedächtlich der sach zu viel gethan" haben.
Sie beschönigen ihr Verhalten mit der
Aussage, daß sie den Präsidenten nicht
recht verstanden und seine Reden infolge
dessen als Androhungen gehalten haben
und bitten schließlich, sie bei ihrem armen
Gotteshaus und Klause zu lassen.
1644 Mai 17. schreibt der Provinzial
Friedrich von Waldsee aus, in Sachen der
Versetzung der Warthauser Schwestern an
den Guardian Bernardin in Ehingen: die
Mutter Maria Sillerin und die Helfmutter
Regina Spannain von Warthausen haben
sich bei ihm anläßlich der Visitation der
Klause darüber beschwert, daß er ihnen
mit der Erzherzogin und mit bewaffneten
Männern gedroht habe, die sie abholen
werden, wenn sie sich nicht freiwillig
fügten.
1648 Okt. 28. ist Schwester Franziska
Schadin nach dem Vermerk ans deren
Sterbekrenz in Gott verschieden. H
0 Gütigste Mitteilung des Freiherrn I)r. Richard

1051 Dez. 6. legte in Warthansen die
Schwester Maria Viktoria Proseß ab.
1654 Sept. 26. wurde die Schwester
Maria Franziska eingekleidet.
1656 Jan. 30. wurde die Jungfrau
Maria Elisabeth« von Hal (Hall in Oester-
reich) in Warthausen in den Orden aus-
genommen durch den Guardian Cherubim
von Blndenz.
1657 April 19. legte anläßlich der
Visitation dev Klause Maria Theresia von
Feldkirch Proseß ab. Am gleichen Tage
legte die Schwester Regina ihr Amt als
Mutter nieder und an ihre Stelle trat
Schwester Klara.
1659 April 16. wird die Versetzungs-
angelegenheit der Warthauser Schwestern
endgültig abgeschlossen mit der Milderung
des unter Androhung der Exkommunikation
erlassenen Verbots, daß die Schwestern der
dritten Regel ohne Erlaubnis des nächsten
Guardian nicht länger als einen Tag außer
Hanse bleiben dürfen, dahin gehend, daß
die Warthauser Schwestern bei der allzu
großen Entfernung von Ehingen zur Er-
langung ihres „Zinses und Schulden nicht
aber in anderen Sachen" zwei oder höchstens
drei Nächte ohne eingeholte Erlaubnis
anSbleibcn dürfen. Weil auch der Beicht-
vater zu weit entfernt sei, so sollen sie im
sssall der Not den „Dechanten zu Mittcl-
biberach" holen.
1659 Ang. 5. wurde den Schwestern
vom Guardian gestattet, auch dem Nach-
folger des resignierte» Dechanten zu Mit-
telbiberach zu beichten, womit sich auch der
Provinzial einverstanden erklärt.
1661 Febr. 10. wurde die Jnngfran
L-nsanna Gwinnerin von Bozen in den
Orden und Klausur ausgenommen.
1663 findet zwischen der Universität
Kreibnrg, Baron v. Schad und dem Kloster
ein Tauschkontrakt statt wegen Abtretung
des Kaplaneigartens samt Haus, lls Jauch.
Aecker und Obstgarten, Mesnerhans samt
Gärtlein. — St.-A.
^^ (Fortsetzung folgt.)
König van und zu Warthausen, in dessen Besitz
sich das Sterbekreuz der Schwester befindet. Fran-
ziska Schad, Nitterfreiin von Mittelbiberach und
zu Warthause», wurde von ihrem Vormund jeden-
falls wegen ihres bereits erwähnten körperlichen
Gebrechens ins Kloster gesteckt. In der Nonnen-
gruft der Pfarrkirche zu Wnrthausen ist ihr Name
aus einem Schadet eingetragen.

Stuttgart, Biichdruckcrei ter Akt.-Ges. ..Deutsches VoNMatt".
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