Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 18.1900

Page: 138
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und weil die ganze Gegend voll von
Franzosen ist, nur jede Woche einmal;
die übrigen Tage, wo man sonst ans den
Hof zu gehen Pflegt, speisen die Herren
Vakanzisten mittags und abends im Gast
Hanse. Uebrigenö wird die Vakanz ge-
Hallen nach der Regel wie sonst. — Den
29. September Namensfest des gnädigen
Herrn. War im Konvent wie gewöhnlich
gefeiert. Mehrere französische Offiziere
und andere Fremde waren gegenwärtig. —
Am 3. Oktober abends nach 8 Uhr kam
die Gemahlin des General Grandjean in
Begleitung des Kriegskommissärs Anbin
und seiner Frau hier an. Eine Stunde
später kam Grandjean selbst von Nörd-
lingen heraus seiner Frau entgegen. Alle
übernachteten bei uns und reisten den
4. Oktober nach eingenommenem Frühstück
nach Nördlingen ab. — Den 5. Oktober
war das Nosenkranzfest wie gewöhnlich
gefeiert. — Den 6. Oktober hatten wir
einen Besuch von dem Chef der 46. franzv-
fischen Halbbrigade lUtonAeemciin. In
seiner Gesellschaft waren: der Herr Ober-
forstmeister Schilling von Schneilheim mit
seiner Frau, die Frau v. Bouwinghanscn
und die Frau v. Trvltsch ans Nördlingen.
Lange erwartete, sehnlichst gewünschte An-
kunft meines lieben ?. Peter ans Salz-
burg. (Es war dies ?. Petrus Sonnta g,
geb. 1765 zu ZnmarShansen, gest. 1845
in Mindelheim; von 1792—1803 Prof,
am akad. Gymnasium in Salzburg; s. über
denselb. Album rc. a. a. O.) — Am
7. Oktober erhielt ich Briefe vom General
Grandjean und dem Bataillonskonnnan-
danten Mienn. Elfterer lud sich auf
morgen ans ein Mittagessen ein; letzterer
schickte mir die Georgignes von Jacques
Delille und bat sich von mir Plntarchs
Leben berühmter Männer aus. Mienn
hat nun sein Quartier in Deggingen.
General Grandjean, der Kriegskommissär
Aubin mit ihren Frauen speisten bei uns
zu Mittag. Sie kamen von Schneitheim
her. Oberforstmeister Baron v. Schilling
begleitete sie. Nach dem Mittagessen reisten
sie nach Nördlingen zurück. Heute abend
kamen die Bürgermeister von unfern Ort-
schaften hieher und zeigten an, daß ihnen
eine Lieferung von Schuhe», Gamaschen
und Tuch angekündigt worden sei. Der
H. Prälat gab mir den Auftrag morgen

nach Aalen zu reisen, um wegen dieser
Lieferung mich mit dem General Marcognet
zu besprechen. (Fortsetzung folgt.)

Geschichte deF Acheateich m Alm.
Von Theodor Schön.
(Fortsetzung.)
2. Teil. Die geheiligten Gelübde.
Personen: ein Chorherr,
Chorregent,
Singknabe.
Chorherr: Herr Bruder! haben Sie die
Musik schon probiert?
Chorregent: Noch nicht, doch kann es
gleich geschehen,
Ich glaub, es wird schon auf einander
gehen.
Chorherr: Wenn »nr kein Knabe sich
verliert.
Es wäre doch besser.
Chorregent: Wie Sie meinen.
Sie sollen gleich erscheinen.
A r i e.
Chorherr: GREGORS Jnbelsonne
Bringt mir neue Wonne,
Gießt in meine Brust
Neue Lust.
So ein Tag will viel bedeuten.
Nur wer Gott, den Herrn der Zeiten,
Durch ein frommes Leben ehrt,
Ist ein langes Leben wert.
Nun, Kleine, seid ihr da,
Du, kannst du deine Sache?
Singknabe: Will mich bemüh'n, daß
ich's gut mache.
Chorregent: Ich zweifle nicht, denn er
versteht schon mer,
Als das rit, re, rni, ick.
Deswegen aber ist er noch nicht von den
Besten.
Chorherr: Du singst das erstemal
In diesem Speisesaal.
Sei keck und fürchte dir nicht vor den
Gästen.
A r i e.
Sing kn abe: Es sind schon fünfzig Jare,
Als Gregor beim Altäre
Sich Gott gewidmet hat.
Und was er da versprochen
Blieb wie in Erz gestochen,
Die Irre fand nicht Statt.
Fest blieb er ans der Stelle,
Das Fleisch, die Welt und Hölle
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