Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 18.1900

Seite: 140
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Eulalia, seine Frau.
DÄle^ne Kinder.
Krispin, Anherr.
Bocksselber, Doktor.
Florimund >
Llpperl seine Kinder.
Morell i
ScribaciuS, Amtsschreiber.
Pikasins, Schuster.
L'L!'--
S-d2! i'°"
Faustl, Keller des DnmnchofS.
Greifan, Gerichtsdiener.
Auch diesmal wurde bekannt gemacht:
Sowohl wegen der Menge der handelnden
Personen, als auch wegen dem engen Raum
des Theaters kann niemand ans selbes ge-
lassen werden.
Das war viel auf einmal. Auf dem
Zettel stand daher: „Die Beyhülfe zur Be-
streitung der vielen Unkosten sind sechs
Kreuzer, sie werden gewiß keinem Nene
verursachen."
Lächerlich ist es, wenn Nicolai aus der Er-
hebung dieses Eintrittsgeldes dem Wengen-
stifte einen Vorwurf macht. Mochte das-
selbe noch so reich sein, so waren seine
Mittel doch nicht bestimmt, um Auslagen
für das Theater zu bestreiten. Es war
nur recht und billig, daß, wer das Theater
besuchte, auch zu dessen Kosten beitrug.
So ist und war eS zu allen Zeiten üblich.
Ebenfalls 1783 wurde aufgeführt: Das
Opfer Noä, ebenfalls verfaßt von Lederer.
Festspiel zum 600jährigen Stiftöjubilänm
(gedruckt bei Wagner auf 8 Bl., 4°).
Die Personen waren:
Michael der Erzengel.
Noah.
Sella, seine Gemahlin.
Sem.
Sara.
Cham.
Abra.
Japhet.
Phalia.
1784 folgte in der Fastnachtszeit: Der
blinde Vater, ein mit Musik begleitetes,
bürgerliches Lustspiel, aufgeführt den 19.,
23. und 24. Februar („Der Anfang des
Spiels ist mit Schlag -st 2 Uhr, wer also zu

spät kommt, muß sich selbst die Schuld zu-
schreiben. — Auf das Theater kann niemand
gelassen werden. Die Einlage 6 Kr."), Musik
von Lederer, und im Herbst Der adeliche
Taglöhner, ein mit Musik vermischtes, in
gewissen, dein Wengenschen Theater nicbt
anpassenden Stellen abgeändertes Schau-
spiel ,u 3 Akten, aufgcführt den 1.. 3. und
6. September, Musik von M e t h i e. (Dieses
Stück und „Der dankbare Sohn, ein Nach-
spiel in einer Handlung" wurde nach einem
zu Landsberg auf 4 Bl. gedruckten Scena-
rium im Jahre 1791 von „den Herrn
Studenten und Bürgern des Neichsmarktes
Waal mit Erlaubnis des Neichsgrafen
Anton Schenk" anfgeführt. Die Ned.)
(Fortsetzung folgt.)
Schwaliischc Bimicaphicu.
23. Ioseph Salwirk, Graveur und
Medailleur (1762—1820)-).
Von Amtsrichter a. D. Beck.
Franz Joseph Salwirk (auch Sal(l)-
wür(c)k, Salwirck, Salwirch, Sallwürkh rc.,
von den Italienern gewöhnlich „Salvirch"
geschrieben; unzweifelhaft von dem alt-
deutschen Worte: Sarwirk(er) — Schmied
von Harnischplatten, Harnischmacher, wie
es in München eine eigene Zunft der Sal-
wircheu oder Sarwärchen gab), ausgezeich-
neter Graveur und Medailleur, geb. am
3. Februar 1762 aus altem oberschwäbi-
schem Geschlechte, als Sohn eines gräflich
Montfortschen Jägers zu Mollenberg im
jetzigen königlich bayerischen Bezirksamt
Lindau, st im Jahre 1819 (oder 1820)
als k. k. Münzwardein in Mailand. Nach
dem frühzeitigen Tode seines Vaters kam
er schon als Knabe mit seiner Mutter,
einer geborenen Wvcher, in deren be-
nachbarte Heimat nach Langenargen, wo-
selbst damals eine — übrigens wegen des
schlechten dort geprägten Geldes übelbe-
rufene — Münze der Grafen v. Montfort,
eine der vier Münzstätten des schwäbischen
Kreises bis zu dem im Jahre 1780 er-
folgten Verkaufe der Herrschaft Argen au
Oesterreich, sich befand und woselbst S.
seine Laufbahn im dasigen Münzamte be-
trat. Schon nach einigen Jahren kam er
von hier als Zögling in die Münze nach
-) Aus der „Allgemeinen deutschen Biographie".
XXX. Band.
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