Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — N.F. 8.1897

Page: 81
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kunstchronik1897/0047
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
KUNSTCHRONIK

WOCHENSCHRIFT FÜR KUNST UND KUNSTGEWERBE.
Ankündigungsblatt des Verbandes der deutschen Kunstgewerbevereine.

herausgeber:

CARL von LÜTZOW und Dr. A. ROSENBERG

wien berlin sw.

Heugasse 58. Yorkstraße 20.

Verlag von E. A. SEEMANN in LEIPZIG, Gartenstr. 15. Berlin: W H. KÜHL, Jägerstr. 73.
Neue Folge. VIII. Jahrgang. 1896/97. Nr. 6. 26. November.

Die Kunstehronik erscheint als Beiblatt zur „Zeitschrift für bildende Kunst" und zum „Kunstgewerbeblatt" monatlich dreimal, in den
Sommermonaten Juli bis September monatlich einmal. Der Jahrgang kostet 8 Mark und umfasst 33 Nummern. Die Abonnenten der „Zeit-
schrift für bildende Kunst" erhalten die Kunstchronik gratis. — Für Zeichnungen, Manuskripte etc., die unverlangt eingesandt werden,
leisten Redaktion und Verlagshandlung keine Gewähr. Inserate, ä 30 Pf- für die dreispaltige Petitzeile, nehmen außer der Verlagshandlung
die Annoncenexpeditionen von Haasenstein & Vogler, Rud. Mosse u. s.w. an.

staatliche kunstpflege
in österreich.

Das Budget des österreichischen Ministeriums für
Kultus und Unterricht, welches gegenwärtig mit dem
Staats voranschlage für das Jahr 1897 dem Eeichsrate
vorliegt, enthält in der Abteilung „Auslagen für Kunst-
und archäologische Zwecke" diejenigen Ziffern, welche als
Beleg für die Thätigkeit der österreichischen Unterrichts-
verwaltung auf diesem Gebiete nähere Beleuchtung ver-
dienen.

Zum Zwecke der Erhaltung von Kunst-Lehranstalten,
und zwar der Akademie der bildenden Künste in Wien,
der erst kürzlich in staatliche Verwaltung übernommenen
Kunstakademie in Prag und der Kunstschule in Krakau,
dann zur Subventionirung einer Anzahl von Musikschulen
und der Kommission zur Herausgabe von Denkmälern
der Tonkunst in Österreich werden im Ganzen 229000 fl.
in Anspruch genommen. Die Auslagen für Kunst-
Stipendien, Kunstaufträge, Ankäufe und Subventionen
künstlerischer Unternehmungen betragen im Ganzen
83 500 fl. Ein Vergleich mit den analogen Erfordernissen
des Vorjahres ergiebt für diese zwei Gruppen zusammen
eine Steigerung von 31140 fl. Die Mehrerfordernisse
resultiren hauptsächlich aus der Erhöhung von Dotationen
der Akademie der bildenden Künste in Wien und der
Kunstschule in Krakau, dann aus der Neueinstellung
eines Teiles der Erfordernisse für die Kunstakademie
in Prag, aus der Erhöhung einiger Subventionen für
Musikschulen und aus der Steigerung des Pauschalerforder-
nisses für Kunstaufträge und Ankäufe.

Unter den speciell präliminirten Subventionen für
künstlerische Unternehmungen sind anzuführen: ein Be-
trag von 12000 fl. für die Beschickung der inter-
nationalen Kunstausstellungen zu München und Dresden

1897, und weitere Baten für die mit einem Aufwände
von 60000 und 30000 fl. in Aussicht genommene künst-
lerische Ausschmückung der Universitäten in Wien (Decken-
gemälde für die Aula) und Krakau.

Für archäologische Zwecke und zwar für die Centrai-
kommission für Kunst- und historische Denkmale, dann
für die Konservirung und Restaurirung von Bau- und
Kunstdenkmalen, werden 185895 fl. veranschlagt, für
Ausgrabungen, Subventionen archäologischer Unter-
nehmungen und Erwerbungen 40334 fl. Diese beiden
Gruppen des Budgets weisen gegenüber dem analogen
Erfordernisse des Jahres 1896 eine Steigerung um
60020 fl. auf, welche zum großen Teile, und zwar mit
einer Quote von 52 020 fl., auf die Einstellung von
neuen oder bedeutend erhöhten Erfordernissen für die
Restaurirung von Baudenkmalen zurückzuführen ist.

Im Nachstehenden werden, der Ordnung des Staats-
voranschlages folgend, die einzelnen Positionen dieses
Teiles des Budgets näher besprochen.

Zur Vornahme einer Restaurirungsprobe an den von
der Hand Andrea del Pozzo's herrührenden Deckenge-
mälden der Universitätskirche (Jesuitenkirche) in Wien,
für welche bereits im Voranschlage 1896 ein Erfordernis
eingestellt war, wird eine weitere Rate in Anspruch ge-
nommen. Ebenso ist eine weitere Rate der Subvention
für die Restaurirung der schönen Pfarrkirche zu Deutsch-
Altenburg in Niederösterreich, eines Baues von teils
romanischen, teils gotischen Formen, veranschlagt. Die
Subvention für den Wiener Dombauverein erscheint mit
demselben Betrage (5000 fl.) wie in den Vorjahren. Mit
einer zweiten Rate im Betrage von 10000 fl. ist für
die Restaurirung der Fassade des Salzburger Domes vor-
gesorgt. Für den Bereich von Tirol wird ein Beitrag
zur Herstellung der gotischen Kirche zu Feldthurns in
Anspruch genommen. In Steiermark sind es vier Kirchen,
loading ...