Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien — 5.1902

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Die älteste Inschrift von Paros.

An der Westküste der Insel Paros, zwei und eine halbe Stunde von der
Hauptstadt entfernt, liegt die Stätte Aoyouvc — oder vielleicht richtiger Auyo6vc,
vom Keuschlamm, X6yo?, benannt — woErich Pernice 1) eine späte, aber interessante
Grabinschrift entdeckte, und wo, wie Lampen 2) und andere Funde zeigen, noch
in der römischen Kaiserzeit eine Ansiedlung bestanden hat. In der Nähe, an der
Bsvsxcd genannten Stelle, auf dem Acker der Anna D. Saris, liegen die Ruinen
einer Kirche; dort fand sich ein beschriebener Stein, der zuerst die Aufmerksam-
keit des verdienten parischen Ortsgelehrten Michael Ivrispi erregte, desselben
Mannes, dem wir den zweiten Theil der parischen Marmorchronik verdanken.
Im Jahre 1898 sorgte Otto Rubensohn als Leiter der Ausgrabungen des deutschen
archäologischen Instituts für die Überführung in das Museum von Paroikia, wo
ich die Inschrift im folgenden Sommer gesehen habe. Nach Abklatschen und
meinen sonstigen Notizen hat dann Max Lübke die Zeichnung liergestellt, die
hier wiedergegeben ist:

Es ist eine Platte aus weißem Marmor, ziemlich roh gearbeitet, oben etwas

schmäler als unten; die größte Länge
die Tiefe o -io—o'ii m. Der linke oben

h Ath. Mitth. XVIII 1893, 15 f., 1.

2) Eine der Lampen mit dem Fabrikantennamen
’EXTttSvjcpöpou und auf der Yorderseite einem Eros,
der eine Lyra trägt. Derselbe Künstler auf einer
Jabreshefte des österr. arcliäol. Institutes Bd. V.

beträgt o -35 m, die größte Höhe 0^25 m,
Theil der Schriftfläche ist ganz abge-

Lampe, die einen anders (?) gebildeten Eros zeigt,
von der Akropolis in Athen bei Watzinger, Ath.
Mitth. XXVI 1901 S. 57 f. zu n. 14. Wo lag also
die Fabrik?
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