Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien — 5.1902

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BEIBLATI'

Epigraphisches aus Dalmatien.

Im Juni des vorigen Jahres unternahm ich von
vSpalato aus einen Ausflug nach Knin, um das Museum
des dortigen Alterthumsvereines zu besichtigen.

Dasselbe enthält in drei Räume vertheilt zum
Theil selir interessante Objecte verschiedenerEpochen,
insbesondere auch eine reiche Sammlung römischer
Inschriften, von denen die in letzter Zeit gefundenen
nocli nicht beschrieben sind.

Es sind dies:

I. Kalksteinplatte, zerbrochen; die linke obere
Ecke fehlt. o'Ö3 m h., 0'75 m br., o*i8 m d.; Buch-
stabenhöhe Z. i und 6 O'OÖ^™, Z. 2 o'o6 m, Z. 3
0'°55 m, Z. 4 und 5 0'035 m. Gefunden in Burnum
an der Straße, welche nach Scardona führt. Fig. I.

Fig. 1 Grabdenkmal aus Burnum.

\L(uci) V]iri L(uci) f(ilii) Pob(lilici) \ Novici
Vero(na) \ mil(itis) leg(ionis) XI C(laudiae) p(iae)
f(idelis) | (ceniuria) Aquili Fro(ntonis) \ stip(endionnn)
XXII; | h(eres) f(aciendum) c(uravil).

Das Inschriftfeld trägt r. unten die Reliefdar-
stellung eines Winkelmaßes und eines nicht mit

Anscheinend dasselbe Instrument findet sich
auch auf zwei anderen dalmatinischen Grabsteinen,
nur ist dort das obere Ende mehr quadratisch, und
das untere Ende hat die Form eines gleichseitigen
Jalireshefte des österr. arch'aol. Institutes Bd. Y Beiblatt.

Sicherheit zu erkennenden Instrumentes *) (vielleicht
Bohrer? oder Senkblei? Graviereisen?). „Solclie Dar-
stellungen von Steinmetzwerkzeugen finden sich häufig
auf Grabsteinen (vgl. z. B. CIL III 3102 und mehrere
Steine im Museum von Spalato), haben jedoch mit
der Stellung des Verstorbenen niclits zu thun. Sie
werden wohl die nämliche Bedeutung haben wie
die Asciareliefs“ Dr Patsch, Wissenschaftliche Mit-
theilungen aus Bosnien und der Hercegowina V
(1897) 189.

2. Kalksteinplatte,zerbrochen, 0’40 mh., 0'44 mbr.,
0'l5 m d.; Buchstabenhöhe 0’04 m. Gefunden wie n. I
in Burnum an der Straße nach Scardona. Fig. 2.

Fig. 2 Grabstein aus Burnum.

Remm'o \ Saeconis \ f(ilius) mil(es) coh(ortis) \
Monl(anorum) ann(orum) . . .

Die beiden Namen dürften, wie mir Herr Dr R.
v. Grienberger mitzutheilen die Güte hatte, keltiscli

Dreieckes mit der Spitze nach unten. Vgl. R. v.
Schneider, Arch.-epigr. Mitth. IX 54 und den oben
citierten Aufsatz von Patsch, Wissenschaftliclie Mitth.
aus Bosnien V 189.
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