Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien — 5.1902

Page: 135-136
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/oejh1902/0294
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
i35

136

Breite o'g2 m; die Inscliriftfläche h. 0'5l m, br. 0'66 m;
Buchstabenhöhe 0^045— 0'04 m. Rasur am Schlusse
von Z. 1, dann Z. 4 und 5.

[.Pro salute imp. Caes.]

[M. Aur. Severi Alexan-]
d]ri Pii [Felicis Aug.
concilium pr[o-
vinciarum Daciiprum) I[II
//////////////

5 /////////////

sacerdot(w) Tib. Cl.

Augustiani eq(uo) p(ublico)

Im Hofe des griechiscli-unierten Erzpriesters be-
findet sich ein Stein, dessen Oberfläche vollständig
verscliliffen ist, so dass sich kaum einige Hasten er-
kennen lassen. Ein weiterer Inscliriftstein war trotz
aller Bemühungen des Erzpriesters von uns nicht
mehr ausfindig zu machen.

Römische Bausteine bemerkten wir in den am
Wege nach Demsus gelegenen Dörfern allenthalben,
so dass ein längerer Aufenthalt in dieser Gegend
erfolgverheißend schiene.

Das kleine Kirchlein in Demsus, frülier ohne
hinreichende Begründung Tempel des Mars genannt,
hat noch immer keine erschöpfende faclimännische
Behandlung erfahren. Das Wichtigste darüber hat
Ackner in den Sitzungsberichten der Wiener Aka-
demie VI (1851) mitgetheilt. Der Thürsturz zeigt
rechts ein Kreuz in einem Kranz und Buchstaben;
darüber vertieft in einem viereckigen Rahmen ein

Frescogemälde, die Muttergottes (links) darstellend
und einen Heiligen, dessen Namen wir nicht zu ent-
ziffern vermochten.

An der Außenseite der Kirche verglichen
wir CIL III 1529: Grabstein aus Sandstein, h.
070“, br. 0‘56 m, d. o‘48 m; Buchstabenhöhe 0*05
bis 0'045 m. Z. 2 Anfang ist deutlich zu lesen:
E. also Ulp(iae); Z. 4: V.' also Ulpius. Vgl.
v. Hohenhausen, Die Alterthümer Daciens 86.

In Farkadin verglichen wir die an der
Rampe des Schlosses des Grafen Lonyay einge-
mauerten, zum Theile übertünchten Inschriften:
CIL III 1438; 1460; 1466—1469; 1484; 1487;
1490; 1497; 1499; 1503; 1508; 1541; 7980.

Lugos.

In Värhely hörten wir, der Biscliof von
Lugos habe in letzter Zeit einen kürzlich erwor-
benen großen Inschriftstein mit dem Bilde einer
,schönen Dame' nach Lugos bringen lassen; hier
fand sich der Stein im Stiegenhause des bischöf-
lichen Palastes vor: Platte aus weißem Kalkstein
h. 0'78 m, br. I'42 m, d. 0'2Ö m. Stammt aus Nagy-
Pestyne (dem Gebiete von Sarmizegetusa). Das um-
rahmte Inschriftfeld h. 0'52 m, br. o'g6 m; Buchstaben-
höhe O'IO—0'06 m. Rechts neben dem Inschriftfelde
befindet sich in einem dreieckigen Felde die Relief-
büste einer Frau, in den Ecken Rankenornamente.
Die Platte ist ansclieinend zur Hälfte erhalten.

In honorem do\mus divinae
~]itius Priscus
pecu]nia sua fecit.

I. d. d.] d.

Verglichen wurden die ebendort befindlichen
Inschriften 7901; 7904; 7912—7915; 7920; 7921;
7924; 7927; 7960; 7963.

R. MÜNSTERBERG.

J. OEHLER.
loading ...