Beck, Paul A. [Editor]
Schwäbisches Archiv: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Literatur, Kunst und Kultur Schwabens — 26.1908

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xu! .juvenss suos (juoivlam iu solvolu
oapuoiuorum oouoiouos ouviiluuäo nou
orubuit cliooroi „Wan man das hl,
Kreutz Christi deßwegen darf anbetten,
dieweilen Christus an demselbigen ge-
hangen, so darf man anch den Eßel, auf
dem Christus gesesfen, anbeten re, ?,
loaslümus KeuZoubuelrousis oupuoiuus
ot tum oouoiouutor ue viourius ktott-
vvilus moräsutom äioaoitatsiu buuo iu-
äiZuo t'orous tortio Nu^i Iiuius uuui
(1743) pro kosto iuvoutiouis suuotuo
oruois 6o pulpito äixit, ussummous
urZuts polomioum mutorium tulitsri
in denen Büchern des 4ouuuis kr sutii,
eines lutherischen Predigers, der zu
Weilerstadt in Württemberg gebohren,
ist zu lesen, daß man das hl, Kreuz
Christi nicht darf anbetten. Da nun ge-
meiniglich in der heutigen Predigt ville
Lutheraner aus Württemberg Pflegen zu
erscheinen, so ist es nothwendig, daß ich
die Lehre Brentii des Kezers widerlege.
Loutru äootriuum luüus Lroutü ulios
uutlroros nou uttulit .louolümus uisi
tüooIoZos Issuitus, multotiss sio iuoul-
ouuäo v. der vortreffliche Kardinal
Bellarminus ein Jesuit, der be-
rümihe Lacroix ein Jesuit rc. lehret
in seinen Büchern (eituvit äsiu libros st
oupitu), man könne das hl. und
wahre Kreutz Christi anbetten,
und Brentius der Lutheraner darf
lehren, es seye nicht erlaubet?
Der bekannte Busenbaum ein Jesuit
lehret das man rc. und Brentius der
Lutheraner rc, iu llus tuuäsm uttulit,
wan aber dem also, so wollen schon einige
sagen, daß man auch den Eßel, auf dem
Christus gesessen, dürfte anbetten. Liebste rc.
ärgert euch nicht über so eßelhaste Reden,
laßet gleichwohl diesen boßhaften Spött-
lern ihre Eßel, wir wollen bei dem
Kreuz Christi mit unserer Andacht ver-
bleiben. Amen.

Unter dem UuchstsIIus (spöttisches De-
minuiivum von muZistsr) wird wohl ein
Lehrer am Gymnasium zu Rottweil zu
verstehen sein, welches die Jesuiten über-
nommen hatten. Nach demselben Tage-
buche, welches öfters von »tumiäi lls-
suitus« von »sxosssus ässuiturum, üi
uusuti«, von Füchsen im Schafspelze,
von der Jesuiten Herrschsucht und Neu-

gier usw. spricht, scheinen im vvrvorigen
Jahrhundert nicht die sreundlichsten Be-
ziehungen zwischen Jesuiten und Kapu-
zinern in der Diözese Konstanz geherrscht
zu haben. Dem Konstanzer Fürstbischof
Kardinal Grafen v. Schönborn (1740
bis 1743) macht der Kapnziner-Chronist
in einem Nachruse den Vorwurf, den Je-
suiten zu viel Gehör geschenkt zu haben
und daß er sich von ihnen gegen die
Kapuziner habe einnehmen lassen.

Schwäbische Biograxhien.

44) Herzogin Maria Augusta von
Württemberg.

(Forisetzung).

Von Hofrat Th. Schön in Stuttgart.

ARch versetzte ihm darauf, daß es nicht
KM allein auf den moäus uZsuäi son-
dern auf die Wesenheit des nsZotii an-
komme und zuvörderst zu verhüten wäre,
daß die Herzogin nicht in ihren Gerecht-
samen verkürzt oder sonst böse Folgerungen
veranlaßt würden; er, Schellhaß säße
in allen heimlichen Konferenzen oben an,
ich hielte mich daher versichert, derselbe
würde als Minister seiner königlichen
Majestät viel mehr auf ganze Aufrecht-
haltung des Testamentes, zu dessen Exe-
cutor allerhöchst dieselbe ernannt wären,
kräftigst viel mehr antragen, als demselben
einen Abbruch geschehen oder es gar durch
widrige Trakiate umstoßen lassen. Er
replizierte mir darauf unter ziemlicher
Errötung und voumir-Eilung, wie er
nicht alles verhindern könne. Daraus
ist leicht zu schließen, daß das Testament
bei dermaiigen Traktaten in größter Ge-
fahr des günzlichen Umsturzes sein müsse".

Hierauf sandte der Bischof per Stafsette
ein Reskript von Gerlachsheim aus am

10. November 1737 an Raab, der es am

11, November früh 9 llhr erhielt und sofort
bei der Herzogin-Mutter um Audienz
bat, aber wegen Unpäßlichkeit derselben
erst am 12. November erhielt. Er trug
ihr nicht nur den ganzen Jnhalt des
Reskriptes vor, sondern las ihr auch sol-
ches, weil die Herzogin den genauen Jn-
halt wissen wollte, deutlich vor, während
welcher Zeit er bei ihr eine deutliche
Verlegenheit bemerkte. Er erhielt die
kurze Antwort: „sie hätte bereits vor-
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