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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0023

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Amll.Nachrichlenblatl für die ur- und frühgeschichtliche Zorfchung,
herausgegeben vom Ausschuß für Ur- und Zrühgefchichte Badens.

Derantwvrtlich für die Schristltg.: öas geschäftsführenöe Mitglieö des 2Ius-
fchusses für Ar- u. Frühgeschichte Badens, Prof. W. Deecke in Freiburg i. Dr.

Band III Heft 1 Aiai 19ZZ

Jnhalt:

P. H. Stemmermann: Das Bronzeöepot von Weinheim-Nächstenbach. S1—13.

— E. Peters: Die Buttentalhöhle an der Donau, eine neue Magöalenien-
station. S. 13—19. — W- Schmidle : Der Lange Stein bei Tiengen. S. 19—22.

— Karl Gutmann: Zur Besiedelung des Rheinhochgestades füdlich Bastatt.
S. 23—27. — W. Eilender: Llnterfuchungsbericht über alamannische Eisenfachen
aus öem alemannischen Friedhof Herten. S 27—31. — Emil Gersbach: 2lle-

manengräber in Schwörstaöt. S. 31—32.

Das Broryedepot von Weinheim-Nächstenbach.

Bon P. H. Stemmermann, Heidelberg.

2lm 22. Mai 1931 kam öurch einen Zufall in öer Llmgegend von Wein-
heim a. L. Dergstrahe e.in Depotfund von nicht weniger als 91 Druchstücken,
die sich zu 76 Stücken zusammensetzen liehen, zum Vorschein. Er gelangte,
dank dem Berständnis des Finders und öem Eifer öes Sammlungsvorstandes,
Stadtrat Zinkgräf, vollständig in öas Weinheimer Museum^. Lleber die
Ergebnisse einer Gelänöebegehung und Llntersuchung der Funöstelle am
29. Mai 1931 berichtete Prof. Wahle als Denkmalspfleger für Ultertümer in
Bordbaden folgendes^: „Die Dewohner des 2lnwesens des Bikolaus Knapp
von Bächstenbach fühlten fich — beunruhigt durch die im Borjahre nicht sel-
tenen Bachrichten von allerlei Dergstürzen — durch- einige Felsen bedroht,
welche etwa 10 m über ihrer Scheune aus dem steil ansteigenden Hang heraus-
ragten. Der Sohn des Eigentümers ging daran, sie zu beseitigen und zwischen
den grohen Steinen kamen die Dronzen zutage. Sie lagen ohne erkennbaren
Schutz im Doden, weder in ein Tongefäß gepackt, noch in ein solches aus
Bronze. Die Steine, ztckischen denen sie sich fanden, lagen von Natur da, doch
kann es auch sein, dah Menschenhänö'e noch einige hinzugefügt haben, um das
dort im Boden verborgene Gut zu sichern. Der Erdboden soll in der älm-
gebung öer Dronzen etwas dunkler gefärbt gewesen sein als sonst. Frgendl-
welche weitere Deobachtungen sind nicht gemacht Worden. Meine Llnter-
suchung der Fundstelle ergab keine Spuren einer Siedlung oder einer De-
stattung.

i Die Derarbeitung des Fundes wuröe mir von Herrn Professor Wahle
freundlicherweise übertragen, wofür ich ihm an dieser Stelle meinen wärmsten
Dank aussprechen möchte.

^ Heidelberger Tageblatt vom 2. 8. 1931.
 
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