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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0059

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mmmt wegen des schroffen älebergangs zwischen den beiden Zonen stark un-
terschiedlicher Kohtenstoffkonzentration an, dah die harte Schneide an das
übvige Schwert angeschweiht woröen sei. Jm vorliegenden Fall war öer
Llebsrgang zwlschen der kohlenstoffhaltigen Schneide und> dem kohlLnstoff-
armen Schwertrücken allmählich. Daher ist Aufschweihung der härteren
Schneide unwahrscheinlich und vielmehr eine Aufkohlung (Zementation) der
Schneide anzunehmen, woöurch deren Härtbarkeit herbeigeführt Wurde.

Alemannengräber in Lchwörsladl.

Von Emil Gersbach - Säckingen.

2lm Montag, 7. März 1932, vormittags, stieß in seinem kleinen Garten
hinter dem Hause öer Landwirt Witzig in Äieöerschwörstadt beim Setzen von
Reben auf menschliche Knochen, die kaum 25 cm tief lagen.

Der Garten liegt hier auf der Hochterrasse des Rheines am Derghang und
kaum 10O m vom bekannten Heidenstein entfernt, der eine wieöerholte
literarische Bearbeitung bereits ersahren hat.

Witzig legte die Knochen beiseite und fand bei der Anlage weiterer Setz-
löcher noch mehr solcher Knochen. Endlich stieh er auf eine Steinplatte, auf
welcher die Knochen auflagerten. Da es Witzig schien, als ob es unter der
Steinplatte merkwürdig hohl klinge, machte er diese ein Stück weit von den
Erdmassen frei, wobei er immer mehr Knochen fand und hob mit dem Pickel
die Platte ein wenig Hoch, wobei diese zerbrach unö der verdutzte Finder in
einen länglichen Hohlraum hinabblicken konnte, in dem ein menschliches Skelett
lag. Der in den Dezirkszeitungen wieöerholt ergangenen Aufforderung,
Grab- und andere Funde immer unberührt zu lassen, nachfolgend, deckte Witzig
das Kistengrab, denn um ein solches hanöelte es sich, wieöer zu, benach-
richtigte öas Dürgermeisteramt von seinem Fund und dieses erstattete sofort
dem Brzirksamt Säckingen Meldung.

Am Dienstag. 8. März, benachrichtigte dieses am Dormittage den De-
zirkspfleger in Säckingen, der sich dann am Aachmittage mit Herrn Prof. Eier-
mann Vom Scheffelreälghmnasium Säckingen sofort an die Funöstelle begab.

Dort war alles noch wie Tags zuvor und unter Mithilfe einiger Männer,
die sich bereitwilliger Weise zur Verfügung stellten, wurde zuerst das ausge-
hobene Material einer eingehenöen Desichtigung unterzogen. 2m Aushub mit
den Knochen fand sich dann eine kleine Bronzeschnalle vor, von der an-
genommen werden darf, dah sie mit dem Grabfunde in Deziehung steht.

Deim Abheben des weiter noch auf der Platte liegenden Erdreichs kamen
nach und nach die Lleberreste von zirka 4—5 Destattungen zutage. Die Deck-
platte wurde freigelegt, wobei es sich zeigte, dah sie aus örei Teilen bestund;
die Plattenteile wurden schliehlich weggehoben, Worauf das Innere des
Kistengrabes freilag. Cs war fast völlig von Erde frei, nur in öer Becken-
gegend, wo zwei Plattenteile zusammentrafen, war durch einen Spalt Erde
hineingedrungen und hatte das Decken zugedeckt. Das 2'nnere des Kisten-
grabes war völlig trocken. Von Deigaben zeigte sich vorerst keine Spur.

Die Grabkiste mah in öer Länge etwas über 2 m, die obere Drsite betrug
75, die untere 70 cin; die Tiefe durchschnittlich 42 cin; die einzelnen Muschel-
 
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