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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0051

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Zur Vesiedelung des Aheinhochgestades südlich Aastall.

Von Karl Gutmann, Rastatt.

2n metnen Betrachtungen zur Besiedelung der Ortenau in öer vor- und
frühgeschichtlichen Zeit (Ortenau 1925 S. 123, 1929 S. 35) konnte ich auf öem
eigentlichen Hochufer öes Rheins zwischen Rastatt unö Söl'lingen nur zwei
Fundstel'len der Vorgeschichte anführen. Die beiden römischen Fundstütten
am Hochgestade — Rastatt und J'ffezheim — mußten als sehr fraglich gelten.
Die Leere war natürlich sehr auffallig, zumal nördlich und südtick) an öio
Ortenau Gebiete anschließen, öie in vorgeschichtlicher Zeit reich besiedelt
waren und auch auf dem jenseitigen RH-einufer starke Siedlungszentren her-
vortreten (Elsaß-Lothringischer Atlas, Karte 4—6). Ja, öas ganze alte
Rheinhochgestade, geraöe da, wo es scharf ausgeprägt hervortritt, erscheint
merkwürdig entblößt von prähistorischen Fundstätten. Llnd öoch müßte es
rein sieölungsgeographisch als bevorzugte Wohnlinie angesprochen werden.
Entweder hat der Strom im Laufe öer Jahrhunöerte das Hochufer abgenagt
und die alten Fundstätten fortgeschwemmt, oöer es liegt hier eine empfindliche
Lücke in unserer heimischen Vorgeschichtsforschung vor. Die neueren Funde zwi-
schen den beiden schon früher bekannten Fund-ftätten auf öem Hochufer — dem
Heiligenbuck südlich Hügelsheim (2lbb. 11, 7) und L.T.-Grabhügel nördlich
Jffezheim (2Ibb. 11, 1) (Wagner II S. 55) — lassen die letztere 2lnnahme als
die richtige erscheinen. 2luf dieser kurzen Strecke von etwa 7 Kilometern
konnten in den letzten Jahren mehr oder weniger ausgeprägte Spuren von 7
vor- und frühgeschichtlichen Siedlungs- oderGrabplätzen nachgewiesen werden.

Zunächst sei öer Vollstänöigkeit halber ein Fund registriert, öer nicht un-
mittelbar am Hochufer gehoben wurö-e, aber zu dem Gebiet gehört. Es han-
delt fich um die untere Hälfte eines Steinhammers mit der Schneide. Das
Stück ist am Schaftloch abgebrochen. Material schwarzer Stein. 2lm 17. 2lpril
1917 wurde der Fund ins Landesmuseum eingeliefert und- ist dort unter der
Jnventarnummer L 10754 registriert. Zu ihm gehört die Funömeldung:
Steinbeil, gefunden beim Rennplatz Jffezheim, einige hunöert Meter östlich
davon beim 2lnlegen von Schützengräben. Die Fundangabe ist demnach etwas
sehr unbestimmt. Glücklicherweise konnte ich durch Rachfrage an Ort und
Stelle ermitteln, daß der Fund etwa I1/2 Kilometer östlich des Hochufers ge-
hoben wurde, und zwar südlich der Strahe Jffezheim-Sanöweier in der
Kiesgrube Herrmann. Diefe ebengenannte Straße öürfte wohl ein alter Ver-
bindungsweg zwischen dem Rhein und der Gebirgsstraße entlang dem Fuße
öes Schwarzwaldes gewesen sein. 2luch öas von mir gemelöete Steinbeil von
Sandweier (Dad. Funöber. 1928 S. 331) ist in der Rähe dieser Straße ge-
hoben worden (2lbb. 11, 2).

Spuren einer Siedlung aus der mittleren Dronzezeit ergaben sich bei öer
Llntersuchung des alamannisch-fränkischen Grabfeldes bei Hffezheim (Mannus
Dd. 23 H. 1—3 S. 94) (2lbb. 11. 3).

Der älrnenfelderstufe scheint ein Wohnplatz anzugehören, den ich am so-
genannten „Feuerlärmbuckel" beobachtete. Der genannte Duckel ist eine etwa
6 m hohe breite Erhebung wenige Meter östlich öer Landstraße Rastatt—
Hügelsheim. Llnd zwar liegt sie geraöe da, wo das Hochufer von Jffezheim
kommend eine kräftige Ausbuchtung nach Often macht und un-Mittelbar an die
Landstraße herantritt. Schon während der Ausgrabung des alamannisch-
fränkischen Friedhofes in Jffezheim meldete ein älterer Einwohner, dah er auf

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