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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0160

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Fischkasten anzunehmen sein, nachdem er zu Verkehrszwecken unbrauchbar ge--
worden war.

Der Kahn wird kaum ein hohes Alter beanspruchen können. Das Holz
ist sehr sest und gesund, ohne Zeichen irgendwelcher Verwesung.

Die Fundstelle Veuburgweier liegt nur wenige Kilometer nördlich Dur-
mersheims an der Einmündung des Federbaches in öen Rhein.

Besprechungen.

Hermann Stvll, Ärgeschichte des Oberen Gäues. Veröffentlichungen des
Württemberg. Landesamts für Denkmalpslege, 7. Buch, 1933, 135 S., 42 2lbb.
im Text, 3 Taf., 4 Karten. Preis,: geb. RM. 6.—.

Diese Arbeit bildet einen Markstein in der siedlungsgeschichtlichen Er-
forschung Süd- und Westdeutschlands. K. Schumacher hat als erster aus
Grund badischer Verhältnisse Wichtigkeit, Ziele und Wege der Siedlungs-
forschung ausgezeigt. 2l. Schliz hat Grohgartach, Wolff die südliche Wetterau
monographisch untersucht, Gradmann und Wahle haben grundsätzliche Erörte-
rungen und Äebersichten gebracht, aber in gröherem, shstematischem 2lusmah
ist solche Siedlungsforschung in neuerer Zeit nurmehr in Vorddeutschländ
durchgeführt worden. Eine derartige „Landesaufnahme" greift also nicht nur
einzelne Gemarkungen oder ausgezeichnete Gebiete (z. B. FedLrseemoor) her-
aus, sondern untersucht gröhere Geländeflächen — einen Gau — gleichmähig.
Das gecht über die Kraft eines freiwilligen Mitarbeiters hinaus und ist 2lus-
gabe der Länder, d. h. der staatlichen Denkmalpflege, sie tritt neben die Be-
treuung der Gelegenheitsfunde bzw. der bedrohten Fundstellen und neben
2lusgrabungen und gleicht der topographischen bzw. geologischen Kärtierung,
ist also ein selbständiger Zweig der urgeschichtlichen Forschung mit eigenen
Methoden und Zielen, der nach den ersten 2Inregungen und älebersichten von
urgeschichtlicher und geographischer Seite zur planmähigen Durchführung und
damit zur Erreichung wissenschaftlicher Ergebnisse reif ist.

Wie ich gleich nach Beginn meiner Freiburger Tätigkeit (1926) mit ähn-
lichen Arbeiten begonnen habe, die von mir und meinen Mitarbeitern laufend
weitergeführt werdenst ist auch die Forschung Stolls von der Llniversität
Tübingen ausgegangen und später vom Württbg. Landesamk für Denkmal-
pflege übernommen worden. Er hat das westliche Vorland Tübingens in
2lngriff genommen, im Laufe der Zeit seine Kreise weitergezogen und legt
nun den Bericht über den ersten Abschnitt seiner Tätigkeik vor. Das „obere
Gäu" eignet sich in verschiedener Hinsicht besonders gut für eine mono-
graphische Durcharbeitung, insofern eine natürliche Landschaftseinheit von den
Alemannen (und sicher schon früher) zu einer geschichtlichen Einheit gemacht
wurde, und dieser Raum genügend groh, aber noch überschaubar und darstell-
bar ist und an den verschiedensten Doden- und Geländeformationen teilhat,
die in nur wenig gestörter Schichtfolge von West nach Ost sich ablösen, so dah
eine fruchtbare, weithin löhbedeckte Muschelkalkfläche als Siedlungsraum in
der Mitte liegt und fast allseitig von Höhen (Buntfandstein, Keuver) einge-
faht ist.

i Ztschr. Frbg. Geschichtsver. 41, 1928, S. I ff.; Bad. Fundber. 1, 1928.
S. 352ff.; Geolvg. Spezialkarte von Baden, „Erläuterungen zu Blatt Hil-
zingen" (2Ir. 146), 1931; neuere Begehungen von A. Lais und A. Wangart,
siehe Bad. Fundber. laufend, z. B. 3, 1933, S. 36 sf.

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