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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0436

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Die Fundst-elle des nächsten Grabes (5) liegt in öemjenigen Dünenbereich
des Brandbuckels, der jetzt abgetragen ist unö nun als Ackerland zu Heidel-
berg-Druchhausen gehört.

Am Ende öes südöstlichen Hanges der von AO nach SW streichenden
Düne war bereits 1>1O m sandige Letten abgegraben worden, als beim Tie-
ferlegen der Abbausläche die Arbeiter der Reichsautobahn auf die Ärne,
Grab 5 (anschließend an die Zählung der Gräber, öie Dr. Stemmermann
barg), stiehen und dabei das voröere Drittel zerstörten. Daher ergibt sich öie
Profilzeichnung. Aus der im weiten Llmkreis planierten Oberfläche war keine
Grabgrube zu erkennen, dagegen ist sie im Profil in dem nordöstlich an-
steigenden Lehm erkennbar. Die älrne selbst ist ihrer Form nach nicht re-
konstruiert worden, eine Vorstellung der unteren Hälfte vermittelt der Pro-
filschnitt. Die Wandung ist 1 cm stark, grobe, blättrige, graubraune Paste,
gemagert mit Grus aus ehemaligen Feingefäßen, die ungeglätteten Außen-
seiten mit rötlichem Schlick überfangen.

Die Llrne enthielt im unteren Drittel Leichenbranö, darin die Beigaben
Nr. 1—8 (ALbilöung 174). Ar. 1: Kalzinierte menschliche Schädelknochen-
platte, durchbohrt. Ar. 2: Vruchstück eines runden Bronzerings. Ar. 3:
Bruchstück einer (runöen) Bronzenadel mit rundem Schaft. Ar. 4: Llnvoll-
ständige Dronzenadel, Kopfteil vierkant mit Kerben an den Kanten. Ar. 5:
Knochenring. 2lr. 6: Feuersteinpfeilspitze, grau, Oüerflächenrisse durch Feuer-
einwirkung. 2lr. 7 u. 8: Dandförmige Kettenglieder oder Ösen aus Bronze.
Auf öem Leichenbrand lagen in der älrne minöestens 7 Beigefäße, öie noch
nicht zusammengesetzt sind.

Am 27. 9. 35 brachten Arbeiter öer Reichsautobahn dem Streckenbauleiter
Aindsfüher eine HL-älrne (Abb. 175). Sie war, alleinstehenö im Sanö, gefun-
den worden auf der von AO nach SW streichenöen Düne, 7 m höher liegend als
die älrnenseldergräber 1—5 und 3OO m westlich öer Gräbergruppe 1-4, und
barg, 3/4 ihres Jnhalts füllend, Leichenbrand. Höhe 16,5; größter Dm. 20,2;
Mündungsdurchmesser 8,5; Bodenöurchmesser 3,7 cm. Dünne, 4 mm starke
Wandung, schwärzliche, sandige Paste, außen glatt und von roter Farbe,
innen glatt und braun. Derzierung: Die Furchen sind sehr glatt geschnitten.
Das Ornamentbanö gegenständiger Dreiecke: Die Dreiecke sind nicht im Kerb-
schnitt hergestcllt, sondern gestempelt. Auf öer Jnnenseite ist an den entspre-
chenden Stellen die Paste daher in runden Buckelchen herausgedrückt.

Der HallslalLgrabhügel von LchlaLL A.LLaufen.

Bon G. Kraft und W. Rest, Freiburg i. Brck

15 üm südwestlich von Freiburg im Breisgau liegt öas Dorf Schlatt
mitten zwischen Schwarzwald unö Rhein, und 1 stm öavon nach Westen auf
der fast ebenen Dieöerterrasse. öie sog. Hunnen- oöer Hüttenbucke, flache Ge-
ländewellen, in welchen das goldene Kalb, nach anderer Lesart der Hunnen-
führer Attila begraben sein soll^. Dach mündlicher Äberlieferung im Ort
sollen vor mehreren Jahrzehnten bei einer Ausgrabung Ärnen gefunden

^ Der Grabungsbericht ist von beiöen Derfassern, die Fundbeschreibung
und öie Anmerkungen von W. Rest bearbeitet.

^ B. Baöer: neugesammelte Dolkssagen aus dem Lande Baöen 1859 S. 26,
Waibel-Flamm: bad. Saagenbuch 1898 Bd. 2 S. 265 ff.

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