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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0428

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von Leöer und Stoffresten als Bestattungen von Freischärlern aus öen baöi-
schen Revolutionskämpfen am ehesten angesprochen weröen (Wahle; 1935).

Neuösrf 2l. Druchsal. Jm Juli 1935 wuvden im Oberen Sanöfelb, westlich
der Lanö'straße Graben-Aeudorf vom Arbeitsöienst 5 Skelettgräber ange-
schnitten unö teils durch das Lanöesmuseum, teils durch Dr. Stemmermann-
Heiöelberg untersucht. Die Gräber lagen in SN-Richtung; eines davon ließ
Spuren von Holzsarg mit Eisennägeln erkennen. Das Alter öer Gräber er-
gaben die Beigaben von gestielten Bronzeknöpsen und Rosenkranzperlen; bei-
des spricht für ausgehendes Mittelalter öder frühere Aeuzeit (Garscha).

Dad Rappenau A. Sinsheim. Mldhauer F, Linder barg 2 Töpferöfen öes
Mittelalters mit reichlichen Funden. — Eine von demselben gemeldete Psosten-
stellung dürfte zu einem Hilfsgebäude der Saline gehört haben (Wahle).

Wiesloch. Ein Skelett aus geschichtlicher Zeit mit zwei messingenen Knöpfen
und einer grün patinierten Gürtelschnalle; nach öer Form der letzteren sicher
kein Soldatengrab. Ferner wurde angeblich nahe bei W. eine Römerstraße an-
geschnitten: die betresfende Grube war aber so rasch zugeschüttet, bezw. die
Meldung so spät erfolgt, öaß am Ort nichts mehr offen lag. Aach öen Zeugen-
aussagen und dem Jnhalt des liegengebliebenen Aushubes scheint es sich eher
um römerzeitliche Grundmauern zu handeln (Wahle; 1935).

Obrigheim A. Mosbach. Der Bürgermeister melöete Mauerwerk am linken
Reckarufer, das massiv und sorgfältig gearbeitet sei. Da in öer betr. Gegend
eine Römerbrücke möglich ist, besichtigte Dr. Stemmermann öen Befund, den
er nach Art öes Mauerwerks und Ämfang für nach-römerzeitlich und als eine
mit der früher stattgehabten Flöherei in Zusammenhang stehende Rampe hält
(Wahle).

Heinsheim A. Mosbach. Von hier wuröen Pfahlbauten und anderes ge-
meldet. Es liegen aber nur Llferbefestigungen jüngeren Alters vor, sowie zwei
wohl von Ertrunkenen stammende Skelette und einige Münzen aus geschicht-
licher Zeit.

Neckarzimmern A. Mosbach. Schiffer Fr. Öh von hier bemühte sich um die
Bergung eines Einbaumes, der im Aeckar zutage trat und in die Mosbacher
Sammlung gelangte. 2m Hinblick darauf, daß er sehr plump und bei weitem
nicht so lehrreich wie der vorjährige Einbaum von Reckarmühlbach ist, kann
man seine Llnvollstänöigkeit verschmerzen.

Hockergräber bei Königschaffhaujen am Kaiserstuhl.

Am Rovdfuß des Kaiserstuhls mündet östlich von Königschafshausen das
von Amoltern herabsührende Tälchen in die Rheinebene. Anfang März 1934
mußte die Gemeinde Königschasfhausen am Bergfuß östlich des Wasserlauses
im Gewann Seipfert (Lgb.-Ar. 848) 2 Senkgruben mit Zuleitungsgraben an-
legen. Dabei stießen die Arbeiter auf menschliche Skelette, die zunächst nicht
beachtet wuvden. Erst als Bürgermeister Henninger und Lehrer Grün von
Königschafshausen am 3. März davon ersuhren, ließen sie die Arbeiten an öer
betr. Stelle einstellen und erstatteten, gemäh dem eben erschienenen Merkblatt
des Ministeriums, Meldung. — Dom 5.-13. März 1934 fand die Llntersuchung
statt (Mitarbeiter: Museumspraktikant R. Halter; Restaurator P. H. Hübner;
Prof. R. Lais).

Bodenverhältnisse: Am Beginn öes Zuleitungsgrabens im Süd-
westen folgt unter 15—20 cm Ackererde der gewachsene helle Lößboden. Rund
10 m östlich beginnt eine hell- bis dnnkelbraune Lehmschicht sich zwischenzu-
schieben, die allmählich an Mächtigkeit zunimmt; bei Grab 7 reicht sie bis
60 cm unter die Oberfläche; in der südwestlichen Grube erreicht sie etwa 2 w
Tiefe, keilt in öer nordöstlichen Grube langsam aus, ist bei Grab 3 noch 1,5 m
und in der Ostecke 1 m tief. An der Schmalseite der Grube im Aordosten folgen
sich Ackerboden, Hellbrauner Löstlehm, darunter ein sehr dunkler bis schwärz-
licher Lößlehm, der am Ostrand senkrecht gegen den hellen Löß absetzt, nach
Westen leicht einfällt.

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