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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0055

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halten waren als inmttten des Friedhofes. Diese merkwürdige Tatsache scheint
öaraus zurückzugehen, dah der Rand des Llfers mit Gestrüpp bepflanzt ist,
dessen Wurzeln bis zum Niveau der Gräber hinabreichen.

Ein neues völkerwanöerungszeitliches Grabseld kvnnte ich öurch eine Ülm-
frage in Hügelsheim erschliehen. Es liegt unmittelbar am Hochuser — „am
Ham" — auf dem Grundstück der Witwe Durkhard hinter öem Haus Är. 134
(2lbb. 11, 6). Bei Anlage eines Spargelfeldes wurtze öer Frieöhof ausge-
hoben und unverständlicherweise restlos zerstört. Es sollen grohe schwarze
Gefähe nebst Wafsen gefunden worden sein.

Als einziges äleberbleibsel konnte ein kleines schüsselartiges rötliches Ge-
fäh erstanden werden, das ins Landesmuseum Karlsruhe kam unö von dort
verössentlicht werden wird. Auherdem wurde mir ein Randstück gezeigt, das
von einer schönen schwarzen Llrne fränkischer Art mit eingeprehten Dsr-
zierungen herstammt.

UnlersuchungsberichL über Lisensachen
aus dem alemannischen Zriedhof Herlen.

Von W. Eilender, Aachen.

Vorbemerkung der Schriftleitung: Aus Veranlassung von Pros. Dr.
Haas-Rheinselden übersandte Hauptlehrer Kuhn einige Eisenstücke aus öen
Ausgrabungen in Herten zur metallographischen Llntersuchung an Prof. Dr.-
Hng. e. h. Eilender, Aachen. Prof. Eilender hatte die grohe Liebens-
würdigkeit, diese Arbeiten in seinem Fnstitut aussühren zu lafsen und öen
Aböruck des Gutachtens in den Vad. Funöberichten zu gestatten. Es wirö im
Folgenden mit geringen redaktionellen Aenderungen Wiedergegeben; von den
dem Gutachten beigelegten 22 Fotographien werden vier reproöuziert. Prof.
Eilenöer schreibt bei Äebersendung des Gutachtens an Hauptlehrer Kuhn
(22. 8. 32) u. a.: „Die wichtigsten Feststellungen sinö wohl die, daß es sich> um
einen Raffinierstahl handelt, also ein schon hochstehendes Verseinerungsver-
fahren, und dah beide Schwerter gehärtet sind, wobei die Tatsache, dah öie
Schneide des zweiten Schwertes noch eine zusätzliche Härtung durch Ze-
mentation ersahren hat, von besonderer Vedeutung ist."

Die erste Llntersuchung umsahte ein Schwert (Sax) und 3 Vruchstücke (ein
Messer, zwei von Feuerstählen).

Die Abbildung 15 zeigt einen Längsschlisf des Schwertes (oben)
und einen Querschlisf (unten) öurch das erste Schwert in zweifacher Ver-
gröherung. Die Schliffe sind mit dem Heynschen Aetzmittel geätzt, das öurch
elektrolytische Auslosung Stellen mit erhöhtem KOhlenstosfgehalt schwarz,
Stellen mit erhöhtem Phosphorgehalt bräunlich erscheinen läht. Nus öen
wiedergegebenen Schliffbilöern geht deutlich hervor, ö-ah das Schwert aus
Schichten unterschieölichen Kohlenstoffgehaltes besteht. Es ist demnach aus
verschiedenen Luppen zusammengeschweitzt, stel'lt also SchweihLisen dar (Aaf-
finierstahl).

Querschliffe durch die übrigen 3 Teile nach Heynscher Aetzung zeigen, bah
nur ein geringer Anteil der gesamten Mässe noch aus Eisen (hell im Schliff-
bild) besteht, in öem keine Konzentrationsunterschiede austreten. Es ist dahe'r
anzunehmen, öah jeöes dieser kleinen Teile aus einer Luppe hergestellt wurde.
Die in den Schlisfbildern matt erscheinenöen Schlifflächen entsprechen Eisew
oxyden (Rost).

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