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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0219

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14. Jahrhunderts angeführt sind, hente noch fast unverändert, wenn auch meist
nicht mehr verstanden, weiterleben. Es ist nicht zu gewagt, wenn wir anneh-
men, daß wohl die meisten dieser Wege mindestens in den Deginn öer
alemannischen Besiedlung zurückreichen. 2lm fichersten werden öie römischen
Straßen nachgewiesen werden können. Durch den Fund von Weisweil („Käfer--
hölzle") ist nunmehr die erste nordwärts in unser Gebiet hineinziehende
Strahe gesichert. Sie hat wohl über Whhl, dessen Äame wahrscheinlich römi-
schen Llrsprung hat, dem Hochufer öes Rheins folgend nach Sasbach geführt,
wo die Limburgitsteinbrüche ausgebeutet wurden (Limburgit in der römischen
Kastellmauer von Straßburg und in der neu entdeckten Dilla im „Käfer-
hölzle").. Don der Limburg hat auch schon der Neolithiker Steine geholt (Neo-
lithischer Mahlstein von Forchheim Är.. 1O7).

Das nördliche Kaiserstuhlvorland mit seinen reichen vorgeschichtlichen
Schätzen verdient stärkste Beachtung. Die Bevölkerung öieses Gebietes muß
zusammen mit dem Prähistoriker an ihrer Hebung arbeiten. Boch werden
oon den Bauern die schwarzen brüchigen Scherben der Borzeit nicht be-
achtet. Zur Aufklärungsarbeit muß die Arbeit mit öem Spaten treten, die
hier leichter durchführbar ist als an vielen anöern Stellen, weil die Funöe
immer in geringer Tiefe liegen. Mit dem Erdbohrer läßt sich hier sast mühe-
los wertvolle Dorarbeit leisten.

Literatur.

Kraft, G.: Dorgeschichtliche Siedlungen im Breisgau. Baö. Fundberichte,
BBd. 1. Heft 11. Heidelberg 1928.

— Altenburg (21. Waldshut) und anöere Landstationen öes westeuropäi--
schen Deolithikums in Oberbaden. Prähist. Zeitschr.., Dd. 20, Heft 3/4.
1929.

— Feuersteinbeile westlicher Form in Baden. ttomenaxem a ölsriino
menro. Ollimnrne^, porkuFal 1933.

Lais, R.: Der Kaiserstuhl in älr- und Frühgeschichte. 2n: Lais, Litzel-
mann, Müller usw.: Der Kaiserstuhl. Freiburg i. Br. 1933.

— Das nördliche Kaiserstuhlvorland, seine Boöengestalt, Entstehungsge-
schichte unö frühe Besiedlung. Schau-ins-Lanö, 61. Jahrlaus, Freiburg
1934.

Wagner, E.: Fundstätten unö Funöe. Bö. 1. Tübingen 1908.

Ein Zeuersleinbeil von Weisweil Aml Lmmendingen.

Von Georg Kraft, Freiburg i. Br.

Dor etwa 30 Jahren fand der kürzlich verstorbene Landwirt und Polizei-
diener Leonhard von Weisweil (2l. Emmendingen) beim 2Iusheben einer
Grnbe auf seinem 2lcker ein menschliches Skelett, ferner Scherben, Tierknochen
und eine „kupferne" Dadel mit verziertem Hals. Der Ortspfarrer Siegfrieö
Boeckh kümmerte sich darum, las einen auf den Misthaufen geworfenen Stein-
brocken auf, der sich als öas unten beschriebene, ursprünglich stark mit Kalk
inkrustierte Steinbeil erwies, ließ einen Tierschädel in der 2lnatomie in Dasel
als Pferö bestimmen unö sandte die Funde ans Lanöesmuseum Karlsruhe,
wo die Dadel aufbewahrt und von E. Wagner beschrieben wurde^. Das Beil
aber ging wieder zurück, weil, wie ich mir sagen ließ, öas Material als nor-
öischer Feuerstein angesehen und daher die Herkunft von Weisweil bezweifelt
wurde. Herr Pfarrer Böckh hat gleichwohl öas Beil samt den Knochen öurch
öie Jahrzehnte hindurch forgfältig aufbewahrt und zu unterrichtlichen Zwecken

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