Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

DOI issue: DOI article: DOI article: DOI article: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0363

DWork-Logo
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
angelegt gewesen wären, und zwar Grab I nördlich, Gräber II, III und IV
südlich davon. Die Strahe würde parällel zur heutigen Ländstraße 12—1ä m
weiter südlich auf den heutigen Ort zuführen. Führte sie auch aus den inero-
vingerzeitlichen Ort hin?, oder lag dieser da> wohin die Ortssage das erste
Dorf verlegt, d. h. westlich des heutigen Ortes an den sanften Hängen südlich
des Daches (neben dein „Hardtheimer Weg").

'Dürfen wir aber überhaupt von einem „Ort" in der Merovingerzeit re-
den? Spricht nicht vielmehr der Fund von nur 4 Gräbern dagegen? Man
möchte eher an einen einzelnen Hos denken. Dies führte uns zwar zu einer
sonst in der fraglichen Zeit nicht bekannten Siedelungsweise. Leider ist vorerst
nicht zu entscheiden, ob wir einen Einzelfäll vor uns haben, oder ob wir viel-
leicht doch häufiger mit dieser Sieöelungsform rechnen müssen, für die uns
bisher die Möglichkeit eines archäölogischen Äachweises fehlte, weil einmal
die Auffinöung einzelner Gräber immer reine Zufällsache ist, öann aber vor
allem, weil in weniger günstig gelagerten Fällen die Frage, ob öie Gräber
nicht doch in den Verbanö eines größeren Friedhofes gehören, stets offsn
bleiben muh, will man nicht verhältnismäßig grohe Gelömittel für die äln-
tersuchung der gesamten älmgegenö aufwenden, was hier durch die ringsum
fundlosen Daugruben von felbst geklärt war.

Eine ganze Reihe von Einzelfragen eröffnet sich aus diefem Gesichts-
punkt, sie jedoch im einzelnen schon zu behandeln, erscheint auf Grund unseres
vorläufig vereinzelt dastehenden Befunöes sinnlos, ja geradezu unmöglich.
Nur weitere Veobachtungen können hier weiterhelfen.

Die 51. MartlnskLrche;u Llllingen.

Vorläufiger Vericht.

I. Die Daugeschichte.

Don K. Wulzinger, Karlsruhe.

Dronzezeitliche und römische Funde haben schon längst unö auch wieöer
neuerdings die Stadt Ettlingen äls früh besiedelte Stelle der östlichen Rhein-
talstraße zwischen Heidelberg und Baden-Daden erwiesen^. Nach öer gün-
stigen Derkehrslage am Schnittpunkt dieser Nord-Süd-Derbindung mit d>em
Ost^West-Wege, dem Austritt des Albtäles, mußte Ettlingen auch schon in
früher Zeit sowohl Wirtschaftlich als militärisch einige Dedeutung gehabt
haben.

Dor mehr als 700 Jahren besaß Ettlingen bereits Stadtrechte und seine
noch wenig bekannten Kunst- und Daudenkmäler des 15.-18. Zahrhunderts
geben Zeugnis davon, daß selbst die furchtbaren Verwüstungen der Dauern-
kriege, des FranzoseneiNfalles von 1639 und des spanischen Erbfvlgekrieges
sein kulturelles Leben nie völlig lahm legen konnten. älm so verwunderlicher
und bedauerlicher empfand man es> daß älle hochmittelalterlichen und vor-
mittelalterlichen Destände an literarischen Quel'len sowohl, äls auch an 2lr-
chitekturen fast restlos untergegangen zu sein schienen. älnd öoch wissen wir,
daß Ettlingen seit karolingischer Zeit in unmittelbarem Zusammenhang, mit
Weißenburg i. Elsah stand, das neben Fülda, Lorsch und Hersfeld eines der
vier kaiserlichen Klöster war.

^ E. Wagner, Funde u. Fundstätten Dadens S. 63 ff. und Dad. Fundber.
1. S. 206, 291, 340 u. 390 ff.; 3, 1934, S. 160.

333
 
Annotationen