Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

Seite: 302
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die an den Ausgrabungen der Jahre 1931 und 1932 erhobenen Vefunde rnit
den seither verfeinerten Methoöen nochmals überprüfen zu können^^^, das ist
aber unmöglich, öie Kiesgrube hat alles weggeräumt, und es kann nur öie
Hoffnung ausgesprochen werden, daß wenigstens in Zukunft öer heimischen
Nltertumsorschung genügend Mittel zur Verfügung stehen möchten, ihren
Aufgaben über öie Funöbergung hinaus in wissenschaftlichem Sinne und
in vollständigerem Ausmahe nachgehen zu können, als es öiesmal trotz aller
unserer Nnstrengungen möglich war.

Zusammenfassend läht sich sagen:

1. Der mittlere Grunöwasserstanö öer Brunnen ergibt sich aus ihrer Tiefe,
der Art öer Einfüllung, dem Nuftreten von senkrechten Bändern gewaschenen
Kieses und dem Dorkommen der blinöen Schnecke Lartetia samt entsprechenden
Ostracoöen, negativ aus der Tiefe der Latenegruben.

2. Er errechnet sich daraus übereinstimmenö für öie Latenebrunnen im
westlichen Teil des Grabungsgeländes auf rö. 3 m, also 2 m höher als heute.

3. Jm Nordostteil des Grabungsfeldes zeigen zwei Latene- unö öer rö-
mische Brunnen einen Spiegel von 3,55 bezw. 3,60 m.

4. Der karolingische Brunnen hat einen Höchststand von 2,20 m, einen Nor-
malstand von 3,10—3,40 m.

5. ainterschiede sind anscheinend im wesentlichen räumlich bedingt, nur im
Fall des karolingischen Brunnens dürfte eine zeitliche Schwankung mitherein-
spielen.

Lchmll durch eine römische Llraße bei Veuggen
Aml Läckingen.

Von F. Kuhn, Lörrach.

Jm Hochrheintal zwischen Beuggen und Grenzach zieht eine alte Strahe, die
von Beuggen bis Nollingen Basler Strahe, von Aollingen bis Wyhlen Nö-
merstrahe und von öa bis Grenzach Ritterstrahe heißt. Dieser Strahenzug.
der heute noch auf weite Strecken als Feldweg dient, hält im gaazen eine
gerade Richtung ein und nimmt keine Rücksicht auf öie Lage der Siiedeluagen,
hält sich dagegen an öen Süörand öer Niederterrasse, die etwa in der Mitte
zwischen Nhein und Dinkelberg verläuft. Die Vermutung lag deshalb nahe, öie
Anlage dieses Strahenzuges in römische Zeit zu setzen. Jn öen beiden letzten
Jahren war es möglich, an verschieöenen Stellen Einblick in den Aufbau öes
Strahenbettes zu erhalten und die Schnitte zu zeichnen. Ein solches Profil
wurde aufgenommen im Jahre 1933 zwischen Aollingen und Rheinselöen, als
die Wasserleitung verlegt wurde. Jm Winter 1933/34 wurde in Her'tea,
südlich vom Dorf, ein Kabelgraben gelegt, öer auf einer Strecke von gegen
400 m in und neben öer „Römerstrahe" lief. Schliehlich war es im Sommer
1934 möglich, in Wyhlen bei Anlage der Kanalisation Einblick in den atten
Strahenkörper zu nehmen. Der Graben kam vom Lindenweg nach Osten bis
zur Solvaystrahe in die „Ritterstrahe" zu liegen oder neben sie. Der Nufbau
des alten Strahenbettes in der Tiefe erwies sich an allen 3 Stellen in Aollin-

Von Anfang an wuröen Geologen, u. a. auch Prof. Lais herangezogen;
gewaschener Kies ist, wo er auffallend hervortrat, angemerkt worden, z. B.
bei 58.

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