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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0166

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sche Eigenart und deutsches Werden neuen Auftrieb erhalten hat, weiterbauen
können. Das Museum ist zu einer Anstalt von europäisch>em Rang geworden,
wie der Aame seines Leiters in der wissenschaftlichen Welt allbekannt unö
geachtet wurde.

Als Forscher von umfassendem Wissen trat Schumacher vielsach vor die
Oeffentlichkeit. Hier sei nur fein bedeutendftes Werk, seine dreibändige Sied-
lungs- und Kulturgeschichte der Rheinlande g.enannt, die dies unendliche
Material von der Paläolithik bis ans Mittelalter zusammenfaßt und fsdem,
der auf diesem Gebiet arbeitet, ein unentbehrliches Hilfsmittel geworden ist.

Schumachers Arbeit in die Weite ruht.e aber — und das machke fie so
fruchtbar. — auf dem Grunde heißer Heimatliebe. Llnd diese Derbundenheit
auch mit der engen heimatlichen Scholle, wie sie sich so deutlich in fünen sied-
lungs'geschichtlichen Arbeiten ausspricht, ist ihm allezeit eigen geblieben und
gab seiner Persönlichkeit wie feinen Arbeiten befonderen Reiz.

So haben gerade wir in Baden besondaren Anlaß, ihm ein dankbares
Andenken zu bewahren. Als gebürtig.er Dadener ift Schumacher auch in seiner
Arbeit immer wieder gern in fein Heimatland zurückgekehrt. Aüs der Heidel-
berger Äniversität hatte er feine Wifsenschaftliche Arbeit begonnen, fast fünf-
zehn Jahre wirkte er am Museum in Karlsruhe, unö daneben ein Jahrzehnt
als Streckenkommissar für die badische Limesftr.ecke, und auch als ihn im
Hahre 1901 die ehrenvolle Derufung nach Mainz führte, verlor er die engen
mcnschlichen und wissenschaftlichen Beziehungen zu seiner badischen Heimat
nicht. So wirkte er auch als Mitglied der Kommission für Llr- und Früh-
geschichte Dadens unmittelbar an unsern Arbeiten mit, bis ihm öie äleber-
siedlung an seinen Alterswohnort Merg,entheim die persönliche Teilnahme
an unsern Deratungen unterband.

Dem Forscher und öem Organisator, nicht minöer aber öem treuen Heimat-
genossen folgt unfer Dank über das Grab hinaus.

Hans Dragendorff, Freiburg i. Vr.

Zahresbericht lyzz.

Zusam.mengestellt von W. Deeck<e.

Allgemeines über L!r- und Frühgeschichtliche Denkmalpflege
im Jahre 1933.

2m 2uli sand die hergebrachte Sitzung des Ausschusses für Llr- und
Frühgeschichte Badens, diesmal in Freiburg statt. An dieser Sitzung nahmen
auch der Herr Ministerialdirektor Frank und Herr Minist/erialrat Prof. Dr.
Fehrle teil. Es wurden die Anträge über Ausgrabungen und deren
finanzielle älnterstützung erledigt. — Dann kam öie Herausgabe eines im
Lande in großer Auflage zu verteilenden Merkblattes über Behandlung
und Bergung prähistorischer Funde zur Sprache. Dies Merkblatt war von
Prof. Dr. Kraft verfaßt und ist inzwischen ausgegeben Worden. — Drittens
wurde die Frage einer Inventarisation aller in Baden vorhandenen
Fundgegenstände erörtert. Jm Prinzip herrschte Einigkeit; aber bei öer fi-
nanziellen Lage kam man nicht über die ersten Anfänge und Dorschläge hin-
aus. — Eingehend wurde über die Verwendung des Freiwilligen Ar-
beitsdienstes bei öen Grabungen in Burkheim und bei Dreisach-Hoch-
stetten von Prof. Dr. G. Kraft berichtet und beschlossen, diese Möglichkeit zu

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