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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0165

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Amtl.NachrichLenblatl für die ur- und friihgefchichtliche Zorfchung,
herausgegeben vom Ausfchuft für Ur- und Zrühgefchichte Badens.

Dercmtwortlrch für die Schriftltg.: das geschäftsführende Mitglieö des 2lus-
fchusfes für ülr- u. Frühgeschichte Badens, Prof. W. Deecke in Freiburg i. 2r.

Vand III Heft 5 Zuli I9Z4

Jnhalt:

Hans Dragendorff: Karl Schumacher zum Gedächtnis. S. 137—138. —

W Deecke: Jahresbericht 1933. S 138-176.

Karl Lchumacher;um Gedächtms.

2lm 18. 2lpril 1934 ist in Mergentheim, wo er seine letzten Lebensjahre ver-
brachte, Karl Schumacher gestorben. Seiner auch an dieser Stelle zu gedenken,
ist uns eine Ehrenpflicht. 2ln führender Stelle in der deutschen 2lltertums-
forschung hat er sein Leben lang gestandeu. Während 25 Jahren leitete er als
erster Direktor das römisch-germanische Zentralmuseum in Mainz. Llnter sei-
ner Leitung wurde das Müseum in den allmählich wieder hergestellten Räu-
men öes ehemaligen Kurfürstlichen Schlosses mehr und mehr von räumlichen
Schranken befreik, wurde es vor allem zielbewuht entwickelt von einer 2lnstalt,
öer trotz ihres Gründungsgeöankens noch ein gewisser lokaler Charakter eig-
nete, zu einem wirklich zentralen Museum der deutschen Vor- und Frühzeit.
Eine möglichst umfassende Plebersicht aller Dor- und frühgeschichtlichen Kultur-
schichten öes gesamten öeutschen Siedlungsgebietes von den plranfängen an bis
in die Karolingerzeit sollte hier in einer Sammlung in Originalen und Äach-
bildungen gegeben werden, dabei die Stellung deutscher Kultur in der gleich-
zeitigen europäischen plmwelt durch Dergleichsmaterial aus auherdeutschen
Ländern vor 2lugen geführt werden. Das war die grohe organisatorische 2Iuf-
gabe, öer Schumacher seine Lebensarbeit gewidmet hat. Dem Forscher sollte
das Müseum eine fruchtbare 2lrbeitsstätte sein, dem Laien zugleich durch lehr-
reiche Zusammenstellungen einprägsame Dilder der Heimatlichen Kulturent-
wicklung geben und in ihm das Jnterssse an der Vorzeit des eigenen Volkes
wecken.

Die Freude am Delehren, dem Fachgenossen gegenüber so gut wie dem
Döllsgenossen, ist Schumacher immer eigen gebliebem Jn Wort und Schrift
suchte er gerade in dieser Richtung zu wirken. Dafür geben die von ihm
angeregten und zum Teil von ihm geschriebenen Kataloge, besonders aber die
„Kulturgeschichtlichen Wegweiser" Zeugnis.

So hat Schumacher das Museum, das er als Erbe Ludwig Lindenschmits
übernommen, zu einer Anstalt grohen Mahstabes ausgebaut und eine Grund-
lage geschaffen, auf der wir gerade jetzt, in einer Zeit, da der Sinn für deut-

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