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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0083

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Rheinfelden- 1. Hauptlehrer Kuhn entdeckte an der Gernarkungs-
grenze gegen Karsau eine neue Villa rustica; der Grundbucheintrag der Stelle
lautet: Gemeindewald Erlen Rr. 177O. 2n einem Waldviereck hart an der
Grenze liegen römische Leistenziegel und Bruchsteine, Während die übrige
Llmgebung ganz steinfrei ist. 2. Auf der Rollinger Höhe beim Salzbrünnele
legte Herr Kuhn die Grundmauern einer anderen römischen Siedlung teil-
weise frei. Er berichtete darüber: „Bei Deginn öer 2lrbeiten wurde verfucht,
öen 2lnschluß an die vor einigen Jahrzehnten noch vorhandene, öann aber
abgetragene 2Nauer zu erhalten. Ein Graben, Richtung A.-S., ergab un--
mittelbar unter einer etwa 25—3O cin dicken Humusöecke Topfscherben. Deim
vorsichtigen Weiterarbeiten fand sich die Fortsetzung öer früheren Mauer.
Vrhaltung ausgezeichnet. Dei 2lbhebung öer Humusdecke zeigte sich eine
weitere Mauer, senkrecht zu der ersten. 2n öieser Ecke fanöen sich massenhaft
Scherben aller 2lrt, auch terra sigillata, Steine, Ziegelreste, Äägel verschie-
dener Gröhe, ein Haumesser, eine Dronze, alles durchsetzt mit Asche und«
Holzkohlenresten. Deim Weiterarbeiten ergab sich, dah es sich um eine Grube
handelte, die 60 cm tief war. Rachdem die Llmgebung schichtenweise abgedeckt
war, erwies fich die Grube etwa 2O cm in den gewachsenen Doden eingetiest.
Die an dieser Ecke festgestellte Mauer wurde gegen Westen verfolgt auf beiden
Seiten. Sie ift sehr gut erhalten auf einer Strecke von 4 m. Die> Fortsetzung
ist zweifellos abgerissen. 2n 8 m Abstand von K wuröe wieder eine Mauer
festgestellt, wie sich ergab, die R.-S. laufende 2Iuhenmauer öes Gebäudes.
Diese wurde dann auf der Jnnenseite nach Westen aufgedeckt. 2ln die
Auhenseite war wegen Däumen nicht heranzukommen. So wuröe schliehlich
öie Ecke ti des Gebäudes erreicht. Die verschiedenen Mauerzüge wurdrn frei-
gelegt, soweit es in der kurzen Zeit möglich war.

Der 2lushub ergab folgenden Defund: 25—3O cm Humus; 5O cm Ge-
steinstrümmer; mit Druchstücken röm. Ziegel. Darunter war der Fuhboösn
des Gebäudes (Estrichboden). 2luf diesem trifft man immer wieder 2lschen-
reste, Topfscherben, Knochen und gebrannten Lehm. 2e weiter man sich vom
Punkt K entsernt, öesto spärlicher werden die Scherben, Knvchen usw. Die
2lsche und der gebrannte Lehm zeigen sich jeö-och in allen Räumen. Die:
Schicht der Gesteinstrümmer ist längs öer Mauer am stärksten, und krilt aus
gegen die Mitte der Räume. Dafür findet sich hier zwischen Fuhboden und
Humus eine Einfüllung von hellem Lehm. Es ist anzunehmen, dah öas Ge-
lände Lbsichtlich eingeebnet wurde. 2m Mittelalter soll ö>as ganze Gelänöe,
das jetzt mit Wald bepflanzt ist, landwirtschastlich genutzt worden sein. Die
Dodenverhältnisse sprechen durchaus dafür. Der Llnsergrund besteht aus
zähem Lehm, der vollkommen steinfrei ist. Felsboden Wurde nirgends erreicht.
2ln einer Stelle wurde -ein Graben ausgeworfen, um den Fuhpunkt dev
Fundamente festzustellen. Dieser wurde in 1,4O m Tiefe erreicht. Die Gvund-
mauern bestehen aus grohen Dlöcken und Quadern, die aüs dem gewachsenen
Lehmboden aufsitzen.

2n einer Mauerecke im Süden ist eine weitere Fundgrube: Gröhe
1 m : 1,2O m, 70 cm in öen Fußboöen eingetieft. Darauf ein gestürzter groher
Kalksteinblock. Die Mauern sitzen in Fußbodenhöhe auf. Dazwischen stärkere
Aschenreste, darauf mehrere gröhere Platten von Sand- und KalksteinLn..
2n der Mitte scheint eine 2lusfahrtsrampe gewesen zu sein. Die Mauer ist
unterbrochen. Treppen sind nicht festzustellen. Zu beiden Seiten der Rampe
zwei grohe Sandsteine. 9O:5O:33. 2n den Steinen sind eingehauene Rinnen.

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