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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0088

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sonöern er muß zu einer anöern Siedlung gehört haben, die inzwischen unter-
gegangen ist und im Schristtum der Vergangenheit keine Spuren hinterlassen
hat, eine jener zerstreuten Siedlungen, wie sie in öer ersten Zeit alamannischer
Landnahme überall gefunden werden.

Villingen (Rundstal). Eln Schnitt öurch den Wall dleser von Wall
und Graben umgebenen Anlage ergab, öaß in ihm öle gut erhattenr Ring-
mauer einer kleinen mittelalterlichen Durg steckte. Gesunöen wurde innerhalb
der Ringmauer ein alamannischer Zierknops mit Tierornament Siedlung
und Ortsadel sind urkunölich bezeugt." (Revellio.)

Rheinheim (Amt Waldshut). Jn öer Kiesgrube nördlich öes Ortes,
gegenüber dem heutigen Friedhos, wo schon Eckert l9L>2 36 alam. Gräber
barg, sind z. Zt. 2, wahrscheinlich sogar 4 Gräber angeschnitten. Vor 2 oder
3 Jahren sollen mehrere Skelette gefunden worden sein und öabei verrostetes
Eisen.

Riederschwörstadt (2lmt (Säckingen). Pfleger E. Gersbach
barg den Jnhalt eines Steinplatbengrabes und berichtete folgendes: „2m
März legte der Landwirt Witzig in Rieöerschwörstaöt hinter seinem Hause
aus der Hochterrasse des Heidensteins Reblöcher an. Dabei fand er in nur
20 cm Tiefe zahllose menschliche Reberreste. Sie lagen auf einer grohen
Steinplatte und beim Wegräumen 'der Knochen schien es Witzig, als ob es
hohl darunter töne. Er hob die Platte auf und fanö ein ausgezeichnet erhal-
tenes Kistengrab, in dem ein völlig erhaltenes Skelett lag. Er benachrichtigte
das Dezirksamt und d-ieses beaustragte öen Dezirkspfleger mit der Rachschau.
Dabei ergab es sich, daß ein alamannisches Grab Vorlag, vermutlich das einer
Frau. Das Skelett wurde sorgfältig abgebaut und nur das Decken im
Ganzen mit herausgehoben, weil hier durch einen Rih in der Platte Sand!
herabgerieselt war, der das Decken zudeckte. Fundstücke ergaben sich keine
vorerst. Erst beim Reinigen des Deckens in Säckingen fand sich öarin eine
kleine Bronzemünze Konstantin des Großen. Jm 2nnern der Grabkiste, die
weggeräumt und nach Säckingen transportiert wurde, war von einer vorher-
gehenden Destattung ein linker Vorderarm zurückgeblieben. Bei der Rachschau
der auf dem Grabe gefundenen Knochen ergab sich, dah es sich- um mindestens
6 Destattungen Handeln muß; der letzten Destattung in der Grabkiste waren
also 5 andere vorhergegangen, dabei wurden öie Knochen immer ausgeräumt
und auf die Deckplatten geworfen. Zweifellos liegen noch weitere Kisten-
gräber in der Rähe; sie sollen bei Gelegenheit Dearbeitung finöen. Das Grab
ist im Säckinger Heimatmuseum wieder aufgestellt worden. Erwähnt sei
noch, öaß bei den Knochen auf öer Grabkistenplatte eine kleine rechteckige
Dronzeschnalle ohne Dorn gefunden wurde. Deim Reinigen der Knochen
ergab sich außerdem öie überraschende Tatsachr, daß die Tote an den Rnter-
schenkeln Wadenbinden getragen haben muß, öenn die Knochen waren vom
Kniegelenk abwärts mit einem merkwürdigen faserähnlichen Gespinnst um-
geben, aus dem braune Stoffasern losgelöst weröen konnten. Erst dachte der
Derichterstatter, es seien Haare, es stellte sich aber heraus, daß es sich um
Stoff handelt, der sich leider nicht erhalten ließ. 2ln den RnterschLnkelknochLn
ist die Wicklung noch taöellos zu erkennen, öa 5er Knochen an öen Wickel-
stellen weiß, an den oberen und unteren Gelenken braun ist.

2n Obersäckingen fand der Maurer Döbele beim Daumsetzen
eine große, zugeschlagene Platte des Rotliegenöen nebst anderen Platten-
stücken im Garten hinter seinem Hause, anscheinend die Deckplatte eines sonst
dort nicht weiter nachweisbaren alam. Grabes." (Dericht v. E. Gersba ch).
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